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Nachrichten | Dienstag, 06. März 18

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Seit Mai 2016 berichtete Bürgerblick über den Umweltskandal von Aicha vorm Wald. Bedenklicher Klärschlamm ist angefallen. Plastikabfälle wurden vom Wind in Gewässer verfrachtet.
Umweltskandal

Anklage gegen Europas größten Recyclingfabrikanten

Aicha vorm Wald/ Passau - Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen Industriellen erhoben, der nach eigenen Angaben Europas größtes Recyclingunternehmen für Plastikflaschen betrieb. Vorwurf: keine Betriebsgenehmigung, Verstöße gegen Umweltauflagen. Das Landratsamt selbst spricht von einem "Schwarzbau".

Nachtrag: In einer Pressemitteilung hat das Landgericht am 14. März die Anklage konkretisiert: Der Angeschuldigte, der 67-jährige Großindustrielle Josef Söllner, soll "Anlagenteile und Nebeneinrichtungen ohne immissionsschutzrechtliche Genehmigungen genutzt und diese trotz Stilllegungsanordung seitens des Landratsamtes weiter betrieben haben." Er habe sich zudem nicht gekümmert um den Arbeitsschutz, den Brandschutz, soll Umwelt und Nachbarn mit "Lärm, Geruch, Abfall, Abwässer und Verkehr" beeinträchtigt haben. Söllners Verteidiger ist zur Stellungnahme aufgefordert worden.

130.000 Tonnen PET-Flaschen wurden laut Firmenangaben pro Jahr  verarbeitet: Das Plastik wurde heiß gewaschen, von Klebeetiketten befreit und zerkleinert. Das Abwasser ist in die öffentliche Kanalisation geleitet worden, belastete offensichtlich die kommunale Kläranlage. Diese sollte für mehrere Millionen Euro auf Kosten der Haushalte erweitert werden. Dies rief die Bürgerinitiative "Abwasser" auf den Plan: Das Recyclingunternehmen schädige seit Jahrzehnten die Umwelt und die Gemeindekasse.

Bürgerblick berichtet im Heft von Mai 2016 erstmals über den Umweltskandal. Kurz darauf schaltete sich die Staatsanwaltschaft ein. Der Bund Naturschutz erstattete Strafanzeige. Der Recyclingunternehmer hatte offensichtlich jenseits aller Umweltvorschriften seinen illegalen Betrieb ausgebaut.

Der Unternehmer benutzte die Heimatzeitung teilweise als Sprachrohr, um sich zu rechtfertigen und in ein gutes Licht zu rücken. Einen Fragenkatalog  dieses Magazins ließ er unbeantwortet. Er ging mit einer Unterlassungsklage gegen einen Polizeibeamten vor, der einen kritischen Leserbrief geschrieben hatte.

Zum Jahresbeginn 2017 waren Teile der Anlage vom Landratsamt zwangsstillgelegt worden. Es soll bis heute weitere Verstöße gegeben haben.

Ob das Strafverfahren eröffnet wird, entscheidet das Landgericht.

Nachtrag: Der Bayerische Rundfunk hat den Bürgerblick-Bericht tags darauf aufgegriffen. Die PNP berichtet zwei Tage später klein im Landkreisteil.

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