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Report | Donnerstag, 24. Januar 19

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Unfallgutachter Hubert Rauscher belegte, mit welch hoher Geschwindigkeit der Unfallverursacher unterwegs war. Gegenüber auf der Anklagebank die beiden heute Verurteilten mit ihren Verteidigern. (Foto: mediendenk)
Unfall mit fünf Verletzten

Gefängnisstrafe wegen verbotenen Autorennens

Ein Amtsrichter hat heute erstmals in der Passauer Justizgeschichte zwei Männer wegen eines verbotenen Autorennens zu Gefängnis- und Bewährungsstrafen verurteilt.

Im vorigen Januar hatten sich ein 18-jähriger Passauer Kfz-Lehrling und ein 29-jähriger Tätowierer aus dem Landkreis Deggendorf auf der innerstädtischen Bundesstraße 85 in Passau-Hacklberg nach dem Ampelstart offenbar ein Kräftemessen geliefert. Der Jüngere verlor die Kontrolle über seine 250 PS starke Sportlimousine und schleuderte in den Gegenverkehr: drei zertrümmerte Autos, fünf Verletzte; den jungen Unfallverursacher selbst und eine 59-jährige Frau aus Fürstenzell traf es am schwersten. Laut Gutachter sollen die Fahrzeuge auf der 650 Meter langen Strecke Geschwindigkeiten bis zu maximal 155 km/h erreicht haben. Erlaubt sind Tempo 50.

Der ältere Beteiligte, der in seinem 420-PS-Wagen angeblich die Musik laut aufgedreht hatte, war geflüchtet. Er ließ vor Gericht über seinen Anwalt erklären, vom Unfall nichts mitbekommen zu haben. Es habe kein Autorennen gegeben. Der jüngere Beteiligte beteuerte vor Gericht, dass er sich an nichts mehr erinnern könne. Er hatte mehrere Knochenbrüche und ein Schädelhirntrauma erlitten. Vor dem Unfall hatte er über Freisprecheinrichtung mit seiner Mutter telefoniert.

Das Urteil des Schöffengerichts: zwei Jahre und sechs Monate Gefängnis für den heute 30-jährigen Tatowierer wegen verbotenen Autorennens, mehrfacher fahrlässiger Körperverletzung, vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs und unerlaubten Entfernens vom Unfallort; ein Jahr und fünf Monate auf Bewährung für den heute 19-jährigen Lehrling.

Dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgend muss der Unfallverursacher ein Schmerzensgeld in Höhe von 3.000 Euro an eine Schwerverletzte abstottern. Die Summe entspricht dem Erlös, den der Kfz-Lehrling durch den Verkauf des Autowracks erzielt hatte. Er hat sich davon einen neuen Wagen gekauft, obwohl er seinen Führerschein erstmal los ist.

Der Verteidiger des zur Gefängnisstrafe Verurteilten wird möglicherweise in Berufung gehen. 

Der Paragraf 315d ist für die Justiz Neuland. Das Strafgesetzbuch wurde im Oktober 2017 um "verbotene Autorennen" erweitert.

ta

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