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Meinung | Dienstag, 05. Februar 19

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Grundstückskäufe und Ingenieurskunst sind notwendig, um am nördlichen Brückenkopf der Franz-Josef-Strauß-Brücke am Flusshang eine 85 Meter lange "Einfädelspur" zu schaffen. (Grafik: mediendenk/ Maphub)
Sinnvoller Straßenbau?

12.000 Euro je Meter für Einfädelspur

Meistens sitzt ein Mensch allein im Auto.

Das ist das Kernproblem der Städte: Der motorisierte Individualverkehr beansprucht den meisten Platz, verbraucht die meiste Energie, erzeugt die höchste Luftverschmutzung und den größten Ausstoß von Treibhausgas pro Kopf gerechnet. Doch Passau bedient nach altem Muster dieses Auslaufmodell der Mobilität: zusätzliche Fahrspuren, zusätzliche Abfahrtsspangen, zusätzliche Abbiegespuren.

Ein einziger Stadtrat, Boris Burkert von den Grünen, hat im Bauausschuss vor einem Jahr gegen solche Geldverschwendung gestimmt: Mehr als 1 Million Euro wird eine 85 Meter lange Einfädelspur für Rechtsabbieger am nördlichen Brückenkopf der Franz-Josef-Strauß-Brücke verschlingen. Sprechen Aufwand und Wirkung für einen vernünftigen Menschenverstand?

Auf dieser Brücke sind mit Steuergeldern zuletzt zig Millionen Euro verbaut worden, die kritisch hinterfragt werden können: für eine einspurige Brücke mit Abfahrtsrampe, damit abfahrende Kunden eines Baumarkts kreuzungsfrei zur Staatsstraße gelangen; für eine aufwändige Abfahrtsrampe über die Bahnlinie hinweg, damit Stadtauswärtsfahrer auf der Brücke etwas mehr freie Fahrt haben, weil Linksabbieger wegfallen.

Der Augenschein ergibt: Für die meiste Zeit des Tages und für die komplette Nacht hätte man sich diese kostspieligen Straßenbaumaßnahmen schenken können, sie greifen allenfalls zu bestimmten Stoßzeiten im Berufsverkehr. 

Trotzdem: Heute hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr - gegen zwei Stimmen von Kritikern - für diese kostspielige Einfädelspur (rund 12.000 Euro je Meter) gestimmt. Warum die Stadt dies leiste, obwohl es sich um eine Staatsstraße handelt, fragte ein Stadtrat. Der Oberbürgermeister meinte, "weil es pressiert". Man wolle nicht darauf warten, bis das staatliche Straßenbauamt tätig wird. Dieses hat angeblich irgendwann geplant, dieses Teilstück stadteinwärts vierspurig auszubauen.

In Passau gibt es viele Beispiele dafür, dass sich Straßenverbreiterungen und zusätzliche Fahrspuren im Nachhinein als nutzlos erweisen, als sinnlose Versiegelung. Es werden vollendete Tatsachen geschaffen statt das Verkehrskonzept grundlegend zu überdenken. Das geschieht nur, "wenn es pressiert": vor Wahlen. Dann schlummern die Pläne größtenteils wieder in den Schubladen.

hud 

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