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Nachrichten | Dienstag, 14. Mai 19

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Das angebrannte Essen in der verlassenen Wohnung: ein heikler Brandort (roter Kreis) zwischen zwei Hochhäusern. (Quelle: Googlemaps)
Blaulichteinsatz in Haibach

Von überstürzter Eile

Passau - Der Stadtbrandinspektor hat Blaulicht und Martinshorn auf das Dach seines grauen Skoda-Kombi gesetzt und rast entgegen der Einbahn durch die 250 Meter lange Schmiedgasse, die sich stadtauswärts auf eine Fahrspur verjüngt. Bei lebhaftem Gegenverkehr, ein Lkw oder Bus hätte genügt, wäre es wohl zur Totalblockade gekommen. Deshalb scheuen selbst Notärzte und Polizeibeamte tagsüber diese Abkürzung. Wozu auch? Der 100 Meter längere Umweg über Mariahilfgasse und Neutorgraben kostet bei Tempo 60, mehr geht in den engen Gassen kaum, sechs Sekunden mehr.

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Blaulichteinsatz in der Innstadt stadtauswärts: Entgegen die enge Einbahnstraße (Schmiedgasse, rot) oder 100 Meter Umweg über den Neutorgraben (grün)?
Minuten später hetzen - auf normalem Weg - zwei Drehleiterfahrzeuge, drei Löschwagen, zwei Rettungswagen und eine Polizeistreife stadtauswärts in den Stadtteil Haibach. Was ist da bloß passiert in der Göttweiger Straße 39? Zum Glück wenig. Zehn Minuten später löst sich die Blaulichtkolonne auf, Erleichterung in den Gesichtern: angebranntes Mittagessen in einer offenbar kopflos verlassenen Wohnung hatte  Rauchmelder ausgelöst. Zwei Feuerwehrleute, die einen Entlüfter herbeischleppen, werden die wichtigsten Helfer dieses Einsatzes.

Für die Beobachter ist es beruhigend, dass Alarmsystem und Zugriffsgeschwindigkeit der Passauer Einsatzkräfte trotz verwinkelter Anfahrtswege außerordentlich gut funktionieren. Die beiden Drehleiterfahrzeuge waren sinnvoll, denn der Brandort war durchaus heikel: zweite Etage im schwer zugänglichen Winkel zwischen zwei in den Hang gebauten siebenstöckigen Hochhäusern. Es gibt keine Zufahrtsmöglichkeit zum Gebäude, nur einen Fußweg über eine steile Treppe, die zum Eingang führt.

Angebranntes Essen in der Küche ist für die Passauer Feuerwehrleute gefühlt ein Phänomen mit auffälliger Häufigkeit geworden. In einer automatisierten Welt mit allgegenwärtiger Ablenkung durch digitale Informationen empfindet der gehetzte Mensch einfache Handhabungen wie am Herd zu stehen und Erhitzendes zu kontrollieren als vergeudete Zeit. Aber überstürzte Eile birgt unter Umstände mehr Risiko als Effizienz. Dies zeigt das vergessene Essen am Herd des Brandleiders ebenso wie die Einsatzfahrt des Stadtbrandinspektors.

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