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Nachrichten | Donnerstag, 30. Mai 19

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Ein PR-Foto zeigt die MS Viking Sigyn südlich der Margaretenbrücke, nicht weit von der Unglückstelle. Das von ihr gerammte Ausflugsschiff, türkisgrüne Deckplane, ist offensichtlich im Hintergrund zu sehen.
Donautragödie

Tödliche Schiffshavarie bei Kreuzfahrt nach Passau

Passau/ Budapest - Das Donau-Kreuzfahrtschiff  MS Viking Sigyn, das planmäßig am kommenden Montagmorgen nach Passau zurückgekehrt wäre, hat gestern kurz nach Sonnenuntergang im Zentrum von Budapest südlich der Margareteninsel das Ausflugsschiff „Hableany“ gerammt.

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Versunken: Ein undatiertes Archivfoto zeigt das Ausflugsschiff MS Hableany, zu deutsch "Nixe", vor dem Parlament von Budapest. Markant die türkisgrüne Deckplane.
Bei der Havarie mit dem fünfmal so großen Donaukreuzer MS Viking Sigyn kippte das Ausflugsschiff um und ging wohl sehr rasch unter. Von den 33 Passagieren und 2 Besatzungsmitgliedern sind nach letztem Stand 7 Menschen gerettet und 7 tot geborgen worden; alle anderen werden vermisst. Auf dem Kreuzfahrtschiff ist niemand verletzt worden. Es trug offenbar keinen größeren Schaden davon.

Die Donau ist durch Frühjahrshochwasser zum kräftigen Strom geworden. Die Wassertemperatur liegt bei 15 Grad. Nach einer Faustregel der Rettungskräfte beträgt die Überlebenschance im kalten Wasser etwa eine Minute je Grad Wassertemperatur.   

Das Unglücksschiff ist zugelassen für 60 Personen, ist wesentlich kleiner als die Passauer Dreiflüsserundfahrtsschiffe, etwa halb so groß wie die MS Sissi.

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Die Havarie ereignete sich auf der Donau im Zentrum von Budapest zwischen Margaretenbrücke und Parlament.(Grafik: Maphub/ mediendenk)
Bei den Verunglückten handelt es sich durchwegs um Touristen aus Südkorea, die Schiffsführer sind ungarische Staatsbürger.

Auf dem Fluss gilt das Rechtsfahrgebot wie auf der Straße und die grundsätzliche Regel, dass der Kleinere dem Größeren Richtung Ufer hin ausweicht. Beide Schiffe waren flussaufwärts unterwegs und haben  für die Brückendurchfahrt die Mitte zwischen zwei Pfeilen angesteuert.

Das Kreuzfahrtschiff MS Viking Sigyn hatte um 21.50 Uhr in Budapest mit dem Fahrtziel Passau abgelegt; nach einer Viertelstunde Fahrt und einer Strecke von 1,5 Kilometern kam es zur Kollision. Das Kreuzfahrtschiff hatte gegen die hochwasserführende Donau eine Geschwindigkeit von etwa 11 km/h erreicht, das Ausflugschiff war mit 8 km/h unterwegs. 

Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen, wie der schnellere Donaukreuzer mit der rechten Bugseite das vor ihm fahrende Ausflugsschiff, das leicht einschert, auf der Backbordseite rammt. Die MS Hableany wird quer zur Flussströmung gedreht, kippt um und wird von dem Schiffsriesen gleichsam überfahren.

Der 64-jährige Kapitän des Kreuzfahrtschiffes, ein ukrainischer Staatsbürger, sitzt in Untersuchungshaft. Der Vorwurf lautet  auf Verdacht der fahrlässigen Tötung. 

Taucher haben vergeblich versucht zum Unglückswrack zu gelangen, in dem vermutlich Passagiere eingeschlossen worden sind, die sich unter Deck befanden. Sie müssen abwarten, bis das Hochwasser zurückgegangen ist. Das könnte noch mehrere Tage dauern. Die Hochwasserwelle, die am Vatertag Passau erreichte, wird in Budapest erst am Sonntag eintreffen. Die Unglücksstelle liegt 580 Flusskilometer entfernt.

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