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essen und trinken
PAPILLON CITRON
Frühstücken zu jeder Zeit

ANGEBOT | Durchgehend Frühstück, Mittagstisch, größte französische Käseauswahl

ATMOSPHÄRE | Bistro mit Antiquitätenhandel, offene Küche.

TIPP | Rinder- oder Fischeintopf.

GESCHICHTE | Miriam Falck bedient und kocht.
 

Wie Gott in Frankreich
Unter dem Magnolienbaum an der Innpromenade haben wir auf dem Rasen das weiß-rote karierte Decklein ausgebreitet. Drei Teller, Wein- und Wasergläser, Besteck. Es gibt fünf Sorten Käse, Baguette, Birne, Feige und blaue Weintrauben; französisches Sprudelwasser und Chardonnay. Am Ufer gegenüber leuchtet die St.-Gertraud-Kirche im Abendlicht. Die Messerspitze verteilt ein kräftiges Stück vom cremigen Trüffel-Käse auf dem Brot.

Was für ein herrliches Picknick im schönsten öffentlichen Garten der Stadt! So muss sich Gott in Frankreich fühlen. Spaziergänger schauen uns neidisch zu.

Den Picknickkorb hat uns Miriam Falck gepackt, die in der Theresienstraße ein neues Lokal betreibt. Früher war hier Café mit eigener Rösterei, eine Rarität.
Doch es gab angeblich Beschwerden der Nachbarn wegen der Geruchsbelästigung und wurde geschlossen. Jetzt zog eine neue Besonderheit ein: Die blonde Frau Falck, Jahrgang 1971, eine Antiquitätenhändlerin aus Aldersbach, eröffnete ein französisches Bistro, eine hübsche Kombination aus Ausstellungsraum und Gastronomie. Sie steht in einer offenen Küche, im Topf schmort der Rinderbraten.  

Die ersten Gäste, man sieht es ihnen an, sind begeistert. Es fühlt sich an, als wäre man bei Falck daheim zum Essen eingeladen. Sie zaubert tatsächlich alles selbst: die Suppen und Braten, Mousse au Chocolate und Marmelade, das Baguette und die typischen französischen Plunderteighörnchen, Croissants. Kostprobe: Nicht zu vergleichen mit der gleichnamigen Aufbackware, die im Supermarktregal und beim Industriebäcker angeboten wird.

„Als ich diese Räume das erste Mal besichtigt habe, der Blick vor der Tür hinunter ging zur große Trauerweide am Inn ging, da wusste ich sofort, das wird mein Laden“, erzählt sie. Der gefüllte Picknickkorb zum Mitnehmen an die Innpromenade, welch hübsche Idee, bot sich geradezu an, sagte sie. Der Inhalt, von dem zwei Personen reichlich satt werden, kostet so viel wie das Pfand: 25 Euro.

„Ein Tag ohne Käse, den kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Falck, als sie ihre Käsetheke präsentiert. Die alte französische Rohmilchkäsesorte Cantal, ein kräftiger, krümeliger; ein 24 Monate gereifter Hart-Rohmilchkäse aus der Region Comté; ein würziger mit Asche durchzogener aus Kuhmilch, der Morbier; der fast fließend cremige, der „Creme double“ mit Trüffel.

Auf einer Treppe die dekorierten Kisten mit den französischen Weinen. „Da ist kein Glump dabei“, sagt sie. Bei ihr gibt es nur, was sie selbst am Liebesten isst und trinkt. Woher diese Leidenschaft für Frankreich? Es ist lange her, da hatte sie mit ihrem Ehemann in Burgund ein Haus auf einem Hügel entdeckt, mehr eine Ruine, aber traumhaft gelegen. Rundumblick über die grüne Landschaft, alte, große Walnussbäume. Sie haben das Bauernhaus gekauft und renoviert, es wurde ihre zweite Heimat.  Die Ehe und das Haus sind Geschichte. Aber geblieben sei ihre Liebe zu den Genüssen dieser Region, zur Lebensart der Franzosen. In ihrem Bistro „Papillon Citron“ ist dieser Traum von Burgund an jeder Ecke zu spüren 


Theresienstraße 33 | Passau-Neumarkt
DI. - FR. 10-19 UHR | SA 9-17 UHR
Ja
06:22
Sonntag
15. Dezember 2019
 
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