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Hintergrund | Samstag, 31. Dezember 16

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Polizeibus und Sperrbaken. Wenige Minuten vor Mitternacht ist die Marienbrücke menschen- und autoleer wie selten. (Foto: Tobias Köhler)
Brückensperre, kein Domgeläut

Passau verbietet größte Silvesterfeier

Passau - „Betreten der Brücke für Fußgänger und Radfahrer in der Silvesternacht von 23.00 Uhr bis 01.00 verboten“. Der Text wurde viermal auf Papier ausgedruckt und auf Schilder geklebt. Je vier junge Männer und Frauen der Polizeiinspektion, Auszubildende, müssen an den beiden Brückenköpfen dafür Sorge tragen, dass die Anweisung der Stadt befolgt wird.

Wegen „abstrakter Terrorgefahr“ ist die größte öffentliche Passauer Silvesterparty auf der Innbrücke verboten worden. Selbst lokalen CSU-Politikern geht das Verbot zu weit. Sie stehen hinter den Bürgern, die dafür kein Verständnis haben. „Verspätet, unausgewogen, Begründung unverantwortlich“, lässt die CSU über die Lokalpresse verlautbaren. Die Opposition nimmt jeden Anlass wahr, SPD-Oberbürgermeister Jürgen Dupper zu kritisieren.

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Das Verbotsschild der Stadt Passau.
23.20 Uhr. Mit Blaulicht und Sirene rasen ein Krankenwagen und ein Notarztwagen über die Brücke. Einsatz in der Innstadt. Fast symbolisch für den wahrscheinlich wahren Grund, der zum Verbot der Brückenparty führte: Die Feier blockierte jedes Jahr stundenlang in der Silvesternacht diesen Rettungsweg zwischen den beiden Stadtteilen. Es ist die einzige Brücke für den motorisierten Verkehr.

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Je zwei Polizeibeamte bewachen eine Straßenseite.
Die jungen Polizeibeamten mussten bei minus acht Grad bis 1 Uhr in der Kälte ausharren. Man hätte diesen Job wahrscheinlich gerne den Kollegen von der Bundespolizei überlassen, die hier im Einsatz geübt sind. Sie haben seit Herbst 2015 diese Brücke oft überwacht – für Flüchtlingskontrollen.

„Es sind viel weniger Leute auf den Straßen unterwegs als sonst“, sagt ein Ehepaar. Das Brückenverbot und die Eiseskälte. Vermutlich spielt beides zusammen. 23.49 Uhr. Der Rettungswagen kommt mit Blaulicht zurück. Ohne Brückensperre hätte er vermutlich jetzt den Umweg über das Kraftwerk Ingling, eine Notpassage, nehmen müssen. Die nächste Brücke liegt in Schärding am Inn, mehr als 20 Kilometer entfernt.

Die Marienbrücke liegt menschenleer um Mitternacht im Nebel. Passauer wundern sich: Die Domglocken bleiben stumm. Viele Raketen werden von der Innpromenade und am Kinderspielplatz beim Stadttheater abgeschossen. Die Brückenparty hat sich verlagert. Auf der Fußgängerbrücke flussaufwärts, dem sogenannten Fünferlsteg, sei jetzt das feiernde Volk unterwegs, auch dort seien Polizeiposten abgestellt, berichtet ein Beamter.

Ein Silvester - nach bisheriger Kenntnis - ohne besondere Zwischenfälle.

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