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Report | Donnerstag, 25. Juni 09

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Sie ist der Schreck jeden Jägers: Die Katzenliebhaberin beklagt, dass auf ihrer Wiese schon sechs Tiere erschossen wurden: Barbouille, Caline, Courage, Fortiche, Nounours und Frimousee. (Photos: Köhler/ mediendenk)
Einstellung statt Bussgeld

Jäger klagen erfolglos gegen Katzenfreundin

Passau - Leidenschaftliche Jäger und eine in diesem Fall jagdfreundliche Behörde gegen eine glühende Verfechterin des Tierschutzes.

Es krachte gewaltig zwischen den Parteien vor dem Amtsgericht. Wegen angeblich 16 störender Eingriffe in das Jagdwesen sollte eine Katzenliebhaberin einen Bußgeldbescheid des Landratsamtes über 630 Euro zahlen. Zum Schluss befreite sich ein etwas genervter Amtsrichter mit einem fast salomonischen „Urteil“ aus der Zwickmühle: Er stellte das Verfahren am zweiten Tag mit Zustimmung beider Seiten ein. Die Beklagte hat lediglich die Kosten für ihren Anwalt und eigene Auslagen zu tragen, alles andere übernimmt die Staatskasse.

„Ich liebe meine Katzen und lasse sie mir nicht von den Jägern abknallen“, erklärte die französische Dolmetscherin Marie-Antoinette de Contes (57) vor Gericht ihre permanenten Streifzüge durch Wald und Wiesen. Sie sei mehrmals am Tag unterwegs, um ihre Haustiere zu rufen und einzusammeln. Nicht ohne Grund: Innerhalb von zweieinhalb Jahren seien sechs ihrer Katzen erschossen worden. Sie besitzt noch sieben.

Die Wut sitzt tief: Weil eines ihrer Grundstücke mehr als 300 Meter vom Haus entfernt ist, dürfen die Jäger auch dort jagen.

Mehr als ein Dutzend Zeugen wurden aufgeboten. Doch der Richer konnte zunächst in keinem der vorgetragenen Fälle ein „Vergrämen des Wildes“ erkennen, es fehlten der Vorsatz der Beklagten und das tatsächlich verscheuchte Reh.

Am zweiten Prozeßtag taucht der Sohn des Jagdpächters mit belastenden Protokollen auf, die bislang nicht aktenkundig sind. Der Richter will sich offenbar nicht darauf einlassen, sie zu bewerten. Er bietet zum zweiten Mal seine einvernehmliche Lösung an. Nach kurzer Bedenkzeit stimmen die Tierfreundin und ihr Anwalt zu. Die Frau hatte sich kurz davor über die neuen Vorwürfe derart empört, dass sie unter Androhung von Ordnungsgeld zur Ruhe gerufen werden musste.

Im Gerichtsflur wird danach noch lange über das "Urteil" diskutiert. Ein alter Jäger sagt „Wenn wir früher auf Jagd gingen, haben wir halt die den Nachbarn vorher gesagt, sie sollen ihre Haustiere reinholen.“

Doch ein Dialog ist hier nicht mehr in Sicht: Der Zank geht weiter am Zivilgericht. Werden der Anwohnerin die Spaziergänge verboten oder müssen die Jäger mit ihrem Revier zurückweichen?

siehe auch BR-Magazin "Quer".

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