Sonntag, 29. Januar 2012
michi

Land >> Samstag, 26. September 09

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Drei Kämpfer gegen die "Oase der Langsamkeit" vor "Beate Uhse": Der Initiator des Rad-Bürgerbegehrens, Dr. Roland Liebsch, im Liegestuhl.
Bürgerbegehren

Radler provozieren mit "Oase der Langsamkeit"

Passau – Auf dem hellem Granitbelag der Fußgängerzone „Bahnhofstraße“ sind die schmutzigen Kaugummiflecken so widerlich wie Zigarettenkippen am Sandstrand. Die Palmen in den drei Pflanzentöpfen lassen teilweise die Köpfe hängen und der buntgestreifte Liegestuhl erinnerte an ein Hotel unterer Kategorie. Die Kulisse dahinter, der Sex-Shop von Beate Uhse, wirkt bizarr. "Du willst es doch auch", schreit ein Schaufensterplakat mit einer dunkelharigen Dessousträgerin.

„Oase der Langsamkeit“ nennt Augenarzt Dr. Roland Liebsch, überzeugter Pedalritter und Kämpfer für freie Fahrt in den Fußgängerzonen, seine Inszenierung vor dem Erotikladen. Er wirbt damit für sein Radler-Bürgerbegehren, über das am Sonntag in Passau parallel zur Bundestagswahl abgestimmt wird.

Provozieren soll die Aktion auch ihn: Öko-Bürgermeister Urban Mangold, der sich in der Süddeutschen Zeitung für eine fahrradfreie Flaniermeile, für eben diese „Oase der Langsamkeit“ in der 20 Meter breiten Bahnhofstraße ausgesprochen hat, die ehemals von drei Fahrspuren belegt war. Jetzt soll der Platz plötzlich zu eng sein für Fußgänger und Radfahrer?

Liebsch, der für das Thema „umweltfreundlichees Radfahren“ gerne Gas gibt, kann über die alternativen Vorschläge des Bürgermeisters nur spotten. Der will die Radler lieber auf den 2,50 Meter breiten Gehweg neben einer Hauptverkehrsstraße schicken, die zwar immer noch  „Frauengasse“ genannt wird, aber zubetoniert und asphaltiert als wichtigste Achse für den Autoverkehr zwischen Schanzlbrücke und Ludwigsplatz dient.

Letztendlich sollen sich die Passauer am Sonntag entscheiden, ob sie für ein umweltfreundliches Miteinander zwischen Radfahrer und Fußgänger in den neuen autofreien Straßen stimmen – oder selbst begeisterten Radfahrern die Lust nehmen, weil kurze Weg durch die Stadt sinnlos blockiert sind.

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