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Mit dieser E-Mail, ein Passauer namens Steringer "führt durch das Programm", hatten sich die Neonazis bei dem Innviertler Wirt eingenistet. (Photo: Bürgerblick)
Österreichische Polizei überwacht 60 Teilnehmer

Geheimes Neonazi-Treffen in Wirtshaus am Grenzübergang

Ein geheimes Neonazi-Treffen mit Ex-NPD-Chef Udo Voigt hat heute in einem Innviertler Wirtshaus nahe der bayerischen Grenze bei Passau stattgefunden. Österreichische Sicherheitskräfte, mehrere Streifenwagenbesatzungen, überwachten die rund 60 Teilnehmer. Der geplante Auftritt eines Liedermachers entfiel. Organisator war ein strammer Rechter aus Passau-Neustift.

Der 61-jährige Voigt stellt bei dem sogenannten Grenzlandtreffen sein Buch "Mein Weg mit der NPD: Der deutschen Zwietracht mitten ins Herz" vor. Zu einem Auftritt von Liedermacher Frank Rennicke, 49, einem Idol der rechtsextremen Szene, kam es nicht. Voigt musste ihn abbestellen. Aus Linz angereiste Sicherheitsbeamte hätten offenbar angeordnet, dass die Veranstaltung auf die Buchpräsentation zu begrenzen sei. Wahrscheinlich sollte verhindert werden, dass es zur Konfrontation mit  Demostranten kommt. Andere Quellen behaupten, dass der Braunschweiger Barde nicht auftreten konnte, weil er in Österreich Einreiseverbot hat. Die Staatspolizei hätte im Jahr 2000 nach einem Auftritt seine CDs, NS-Liedgut, beschlagnahmt.

Passauer "führt durchs Programm"
Der junge österreichische Wirt informierte nach Veranstaltungsbeginn bayerische Medien. Er habe nicht gewusst, welche Gäste er sich ins Haus geholt hat. Bei der Anmeldung habe er keinen Verdacht geschöpft, dass es sich um eine ultrarechte Gruppe aus Deutschland handeln könnte. Als Organisator der "Produktvorstellung" mit "kulturellen und musikalischen Beiträgen" hatte ein Passauer vorgesprochen, der Neustifter Herbert SteringerAls ehemaliger Nachbar von Udo Voigt gehört Steringer zu den Gründern des ehemaligen NPD-Ortsverbandes in Passau. Anfang Dezember bestätigte per E-Mail ein "Udo Voigt" vom "Uvoselbstverlag" die Buchung. Der Name habe ihm nichts gesagt. "Ich ging von einer Verkaufsveranstaltung aus."  

Autokennzeichen aus ganz Deutschand
Zu Veranstaltungsbeginn seien österreichische Beamte, offenbar vom Staatsschutz, aufgetaucht, und hätten ihn über die Hintergründe aufgeklärt. "Mein Haus ist noch nie so gut bewacht worden", versucht der Wirt Humor zu bewahren. Er sei froh gewesen, als der Spuk vorbei war. 
Die Autokennzeichen am Parkplatz ließen darauf schließen, dass die Teilnehmer aus ganz Deutschland angereist waren: Berlin, Zwickau, Chemnitz, Vohenstrauß... Alle Kennzeichen wurden von der österreichischen Polizei notiert. Auf bayerischer Seite waren zwei Streifenwagenbesatzungen als Kontrollposten stationiert. 

Quellen und Recherchen: Telefonat mit Wirt und Treffen vor Ort; Telefonat mit Linzer Polizeidirektion; Netzseiten über "Frank Rennicke" und "Udo Voigt", Bürgerblick-Archiv, Zeitaufwand: 3*
*1: gering (unter 1 h), 2: mittel (2 bis 3 h), 3: hoch (bis zu 4 h), 4: enorm (weit über 4 h).

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