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Meinung | Donnerstag, 07. April 16

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Grenzkontrollen

Scheuer, Bayern und die PNP

„Bayern gegen Ende der Kontrollen“, titelt die PNP. Sie greift voll in das „Wir-Gefühl“. Wer zu den Grenzkontrollen anders denkt, ist draußen. Ich zum Beispiel bin demnach kein Bayer mehr. Denn ich bin für eine schlagkräftige Schleierfahndung, die es ja sowieso gibt, die bekanntlich verdeckt und effektiv arbeitet. Die sogenannte Grenzkontrolle im Hinterland auf der Autobahn ist ungefähr so sinnvoll als würde die Polizei bei der Maidult auf der Neuburger Straße beim "Burger King" ein Warnschild aufzustellen: „Achtung, Alkoholkontrolle in zwei Kilometern!“ Wenn der Promilledepp kein Analphabet ist, wird er wahrscheinlich rechtzeitig abbiegen.

Warum Schleuser Scheuer mögen
Schleuser sind im Gegensatz zu Maidultbesuchern nicht nur nüchtern, sondern auch hinterhältig. Sie informieren sich wahrscheinlich sogar aus der Zeitung, wie die Lage der Dinge ist. Ich denke mal, Sie finden diese weithin bekannten „Grenzkontrollen“ mit Männchen in Warnwesten ein gutes Signal. Zumindest in diesem Punkt sind Schleuser mit Scheuer (Ende der Grenzkontrolle = falsches Signal) einer Meinung. Wenn Schleuser heute die PNP lesen, dürfen Sie sich wie „Bayern“ fühlen. Das beleidigt mich.

"Grenzenloser Blödsinn"
Was bei der Überschrift der "Passauer Neue Presse" hinterhältig ist: Der Passauer Oberbürgermeister Dupper gehört jetzt auch nicht mehr zu Bayern. Er hat sich gestern im Radio unüberhörbar für das Ende der Grenzkontrollen ausgesprochen. Roos, sein Parteikollege im Landtag, gehört schon zweimal nicht zu Bayern. Der müsste eigentlich des Landes verwiesen werden. Er hat die Grenzkontrollen bei einer öffentlichen Kundgebung auf dem Ludwigsplatz als „grenzenloser Blödsinn“ bezeichnet.

Wahrscheinlich habe ich die Überschrift der PNP völlig falsch verstanden. Sie will bloß das Foto auf der Titelseite beschreiben, also eine Momentaufnahme, die „Bayern gegen Ende der Grenzkontrollen“ zeigt.

Hubert Denk

***
Nachtrag, Pressemitteilung des Grünen-Landesvorsitzenden Eike Hallitzky

„Die Grenzkontrollen zwischen Bayern und Österreich haben niemanden von der Flucht abgehalten und haben die Sicherheitslage nicht verbessert. Deshalb gibt es für sie keine Begründung. In sich vollends absurd wird Seehofers Ruf nach geschlossenen Grenzen aber auch dadurch, dass regelmäßige Kontrollen nur an drei Grenzübergängen durchgeführt wurden. Und an der A3 liegt der Kontrollpunkt sogar erst hinter der ersten Autobahnabfahrt, jeder der will kann vorher abfahren." Die finanziellen Kosten und der Blutzoll für dieses Theater seien enorm: "Hunderte von Beamtinnen und Beamten der Bundespolizei müssen seit Monaten an der Grenze sinnlosen Dienst schieben" Gemeinden wie Neuburg am Inn würden durch die Blechlawinen der Umgehungsverkehre belastet und die Kosten für die Wirtschaft würden in die Millionen gehen. Selbst tödliche Verkehrsunfälle im Staubereich nehme Seehofer billigend in Kauf. Geradezu lächerlich wirke zudem die Einlassung des Bayerischen Ministerpräsidenten, dass der zuständige Bundesinnenminister ihn nicht gefragt habe, bevor er den Wegfall der Grenzkontrollen vorgeschlagen hat. "Das klingt schon sehr nach beleidigter Leberwurst".

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