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Nachrichten | Samstag, 16. April 16

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Rund 1.000 Bürger marschierten aus Protest gegen die geplante Zerstörung des Ilz- und Gaißatales durch die Innenstadt. (Photo: Ingo Zahlheimer/mediendenk)
1.000 Bürger marschieren gegen Nordtangente

Heimat ist Herzenssache

Passau - Mit einem Protestmarsch durch die Innenstadt haben sich am Samstag rund 1.000 Bürger gegen ein Straßenbauprojekt gewehrt, das zwei Flusstäler zerstören würde. Unterstützt wurden die Veranstalter, die Bürgerinitiative „Natur Ja – Nordtangente Nein", von der Politik: Der Passauer Oberbürgermeister und der Salzweger Bürgermeister kritisierten in ihren Reden, dass gegen den Widerstand der Bevölkerung eine Trasse durch ein Naherholungsgebiet geschlagen werden soll.

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Die politische Spitze des Widerstands gegen die Nordtangente (v.l.): Grünen-Bürgermeisterin Träger, Salzweger Bürgermeister Putz, Oberbürgermeister Dupper, Vizebürgermeister Mangold (ÖDP-Plakat). (Photos: Tobias Mayerhofer/ mediendenk)
Es gibt Buhrufe und Pfiffe, als Martin Ziegler, der Sprecher der Bürgerinitiative die Namen der Politiker nennt, die für den geplanten Umweltfrevel verantwortlich sind: Landtagsabgeordneter Waschler, Bundestagsabgeordneter Scheuer und Landrat Meyer. Diese CSU-Politiker hatten vorangetrieben, dass die sogenannte Nordtangente im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 verankert ist. Die CSU-Politiker hielten sich der Veranstaltung fern.

Die ÖDP-Mitglieder um Vizebürgermeister Mangold fordern auf einem Plakatquartett Seehofer auf, Scheuer bei der Nordtangente zu stoppen wie seinerzeit beim Donauausbau. Die Demonstranten sind Bürger aus der Mitte der Gesellschaft: Familien mit Kindern, Lehrer, Beamte und Rentner. Heimat ist Herzenssache. Sie haben selbstgemalte Plakate dabei.

Eine Ortsumfahrung, die der Ort nicht will
Die Tangente ist nicht die Antwort auf unsere Verkehrsprobleme“, sagt Dupper. Sein Wunsch: „Eine sachgerechte, rationale Debatte. Wir sind nicht im Krieg.“ Für ihn sei es bundesweit einmalig, dass ein Ort eine Umgehung bekommt, die er gar nicht will. Der OB untermauert den Bauirrsinn mit Zahlen: „Entlastung von 1.000 Fahrzeugen am Tag rechtfertigen kein Millionenprojekt.“

Josef Putz, der Bürgermeister von Salzweg, rät zur Besinnung: „Wir brauchen ein gute und keine zerstörerische Lösung“. Bestehende Verkehrswege aufzuwerten, schlug er als Alternative vor.

Till Hofmann spricht von "Betondeppen"
Deutlicher wird Eulenspiegel-Veranstalter Till Hofmann. Er gebraucht ein Wort des Kabarettisten Zimmerschied und trifft den Nerv der Menge: „Betondeppen". Damit meinte er Anetseder, Scheuer und Waschler, die sich für die Trasse aussprechen. Ein Projekt, das vor Jahrzehnten ein Nichts war und sich nicht entwickelt hat, bleibe ein Nichts, sagt er. Anetseder, ein Golfplatz- und Hotelbesitzer aus Thyrnau, ist Verfechter der Nordtangente.

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Zwei Buben zeigen das Symbol der Bürgerinitiative gegen die Nordtangente: Eine Säge zerschneidet den Oberlauf der "Halser Ilzschleifen", ein Naturschutzgebiet.

„Rote Karte“ gegen Landrat
Rote Postkarten wurden verteilt, mit denen sich jeder an Landrat Meyer wenden kann: „Keine Nordtangente in den Bundesverkehrsplan“. Sie waren im Nu vergriffen.

Tobias Mayerhofer (Text und Fotos), Ingo Zahlheimer (Fotos).

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