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Meinung | Donnerstag, 20. Juni 19

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Sind eher indigniert als panisch: die drei Kleinstadtcops Robertson (Bill Murray), Morrison (Chloe Sevigny), Peterson (Adam Driver). (Foto: Universal Pictures)
Kinokritik: The Dead Don't Die

Blutleere Horrorkomödie

Jim Jarmusch bedeutet für Kinoliebhaber eigenwilliges, humorvolles Autorenkino. Mit seinem neuesten Film „The Dead Don’t Die“ hat er die Festspiele in Cannes eröffnet.

Eine amerikanische Kleinstadt wird nach dubiosen Fracking-Experimenten an den Polen plötzlich von Untoten heimgesucht. Die Bewohner decken sich mit Waffen ein, ein hübsches Mädel (Selena Gomez) ist auch dabei, der Spaß kann losgehen. Doch es kommt anders: Zwar werden einige der Nebenfiguren durchaus unappetitlich von den Untoten zerfleischt, doch den diensthabenden Cops entlockt das nur lange Blicke. Officer Peterson (Adam Driver) glotzt ins Leere, Chief Robertson (Bill Murray) ringt sich zu einem zerknitterten Lächeln durch. Mehr passiert nicht. Tilda Swinton spielt „Zelda Winston“. Die Nonchalance, mit der Jarmusch sein Staraufgebot hier verheizt, ist schon beeindruckend.

„Sag mal…warum bist Du eigentlich so kontrolliert?“, fragt der Chief seinen Partner gegen Ende, und das ist auch eine Frage, die der Zuschauer an den Film selber richten könnte. Denn der bleibt über seine ganze Länge verblüffend unaufgeregt.

Nebenbei durchbricht der Regisseur gleich mehrere Meta-Ebenen, wie es scheint: Kleinstadtcops, die unaufgeregt zuschauen, wie die Welt den Bach runter geht, weiße Farmer mit roten Käppis, Zombies, die den Tech-Store stürmen…den Zombiefilm als „social commentary“ zu verwenden, hat längst Tradition. Aber so, wie Jarmusch dem Genre hier den Mittelfinger zeigt, scheint er auch diesen Trick zu verabschieden.

Was hinter all diesen Ironieschichten übrig bleibt, ist Ratlosigkeit beim Zuschauer.

Clemens Pittrof.

Zu sehen gibt es "The Dead Don't Die" im Cineplex Passau.

 

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