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Meinung | Donnerstag, 21. November 19

Digitales Drama

Bürgerblick, die Post und die Commerzbank

Es gibt Tage im Leben, da bricht vieles zusammen. Dem Reporter wird das Herz schwer, weil er sich mit den Schicksalen von Menschen beschäftigt, die von grausamen Abschiebungen betroffen sind. Zugleich wundert er sich, dass sein Konto in die tiefroten Zahlen läuft und sein Sachbearbeiter bei der Bank auf Tauchstation gegangen ist (oder seinen Job verloren hat). 

Da die persönlichen Kontakte zum Kundenberater im digitalen Zeitalter immer schwieriger und seltener geworden sind, hier die Nachricht, die er heute abgesendet hat. Transparenz ist für den Journalisten ohnehin oberste Pflicht und fördert Vertrauen. Das Vertrauen in die digitale Zukunft jedoch wankt. Lesen Sie selbst:

"Hallo Herr XY von der Commerzbank in Hamburg*,

(vermutlich sind Sie dem Personalabbau zum Opfer gefallen, da ich Ihren Kontakt nicht mehr anwählen kann). Grüße aus Niederbayern! Beim Mittagstisch habe ich festgestellt, dass meine Kontokarte offenbar gesperrt ist. Ich denke es hat damit zu tun, dass der Dispo von XXXXX Euro überschritten worden ist.

Bevor schädliche Lawinen und Schufa-Einträge ausgelöst werden, folgende Info: Seit 9. Oktober sind alle Ausgangsrechnungen durch einen Software- Update bei der Post, der bis zum 5. November fehlerbehaftet war, im digitalen Ausgangskorb liegen geblieben und nicht versendet worden. Ich bin Kunde des digitalen Systems E-Post-Now, jetzt E-Post-Mailer.

Mir selbst war der Fehler nicht aufgefallen und ich hatte mich tagtäglich gewundert, warum die Zahlungseingänge komplett ausbleiben und dachte schon an eine Verschwörung. Journalisten sind bekanntlich nicht sehr beliebt.

Erst gestern habe ich mit einem Fachmann der Post-Software den Fehler beheben können und es sollten, wenn nicht alle das 30-tägige-Zahlungsziel abwarten, in Kürze wieder Gelder eingehen. Bis dahin darf sich Ihre Kaffeekasse (oder die Ihrer noch anwesenden Geldwirtschaftenden) freuen, zusätzliche Zinsen zu vereinnahmen.

Die neuen digitalen Telefonsysteme Ihres Unternehmens lassen es leider nicht mehr zu, dass ich Sie direkt anrufe. Ich lande stets bei der Hotline in Frankfurt. Das ist in solchen Fällen ärgerlich und nicht förderlich.

Beste Grüße aus Passau, sie können mich jederzeit anrufen rund um die Uhr: 0171 XXX XXXX.

Hubert Jakob Denk

Nachtrag: Die Hotlineschleife hat den nach seinem Kundenbetreuer Kontaktsuchenden, um die Sachlage zu erklären, wiederholt nach Frankfurt befördert. Dort hat heute ein Herr XY, ein gebürtiger Brandenburger, der in drei Wochen in Pension geht, versprochen hat, dass ein den Personalabbau Überlebender sich zeitnah melden wird. Das lässt hoffen. Mehr als über seinen Kontostand, einem vorübergehenden Zustand, ist der Absender traurig darüber, dass viele Beschäftigten seiner *Hausbank, deren Kunde er als junger Reporter in Hamburg geworden ist, die ihn in guten und in schlechten Zeiten begleitet hat, unwiderruflich ihren Job verlieren.

PS: Keine Angst, Bürgerblick hat schon schlimmere Tiefs überstanden. Wenn Sie jedoch zu den zahlungssäumigen Kunden gehören, viele sind das beispielsweise durch eine verlegte Abonnentenrechnung ungewollt, empfangen wir Ihre Überweisung mit der Freude eines verfrühten Weihnachtsgeschenks.

 

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Samstag
07. Dezember 2019
 
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Ritterkostüme, Mittelalterdeko und historische Rezepte auf der Veste Oberhaus.


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Passauer Begegnungen
 

Humorvolle Stadtführung mit Schauspielern, die historische Kostüme tragen. Treffpunkt ist vor dem Rathausturm.
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Adventsfeier mit Musikanten aus Passau und Bayrischzell, moderiert von Kathi Gruber.


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SCHARFRICHTERHAUS
Vom Koma zum Amok
 
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Das Passauer Kabaretturgestein Sigi Zimmerschied mimt im neuen Programm den einsamen und gewaltbereiten Sigi Heil.


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Kostümierte Heavy-Metal-Truppe aus Gelsenkirchen.


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Oddgeir Berg Trio
 
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Monobo Son
 

Blasmusik-Rock aus Bayern. Die Band wurde 2011 vom LaBrassBanda-Posaunisten Manuel Winbeck gegründet.


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