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Meinung | Mittwoch, 27. Februar 19

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Der 19-jährige Jared (Lucas Hedges) vertraut sich seiner Mutter (Nicole Kidman) an. (Foto: Universal Pictures)
Kino: Der verlorene Sohn

Du sollst nicht deinen Nächsten lieben

Der verlorene Sohn“ basiert auf dem Tatsachenbericht des schwulen Amerikaners Garrard Conley, der Anfang der Zweitausender ein "Umpolungsprogramm" christlicher Fundamentalisten über sich ergehen ließ.

Regisseur Joel Edgerton orientiert sich nahe an der Vorlage: Als der 19-jährige Jared (Lucas Hedges), der im ultrakonservativen "Bible Belt" der USA aufwächst, seinen Eltern gesteht, "an Männer zu denken", bricht für seinen Vater eine Welt zusammen. Der Laienprediger (bemerkenswert gespielt von Russel Crowe) und seine Frau (Nicole Kidman) drängen ihren Sohn in eine Konversionstherapie. 

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Umerziehung" in Gruppentherapie: Lesben und Schwule wieder auf den rechten Weg bringen. (Foto: Universal Pictures)
Was folgt, ist ein Einblick in die absonderliche Parallelwelt "christlicher" Sekten Amerikas: Demütigende Simulationsspielchen und psychischer Druck sollen die Teilnehmer auf den Pfad der Tugend zurückführen. Der Blick der Geschichte bleibt dabei immer bei ihrem Protagonisten: So gelingt es dem Regisseur, nachvollziehbar zu machen, was junge Menschen anderer sexueller Orientierung dazu treibt, zumindest nominell freiwillig an derartigen "Therapien" teilzunehmen. 

Grundlegendere Erkenntnisse, also eine Antwort auf die Frage, warum eine wohlhabende Mittelschicht an fundamentalistischen Weltbildern festhält, vermittelt der Film dabei nicht unbedingt. So ist er letzten Endes eine gelungene Milieustudie mit guten Schauspielern.

cp

Läuft in Cineplex (Passau und Freyung).

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