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Meinung | Donnerstag, 05. April 18

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Bäuerlicher Innenhof mit Steingrand
Gidibauer

Kochkunst und Landromantik

Ausgetretenes Granitpflaster führt uns in den über 250 Jahre alten Hof mit dem Restaurant Gidibauer in Hauzenberg.

Wasser plätschert in einen Steinbrunnen, die Sonne steht hoch genug, um über das südliche Ziegeldach hinweg, auf die Terrasse zu scheinen. Doch der Wind frischt auf, wir ziehen den Platz in der Gaststube vor. An alten Ahornholztischen sitzen die Gäste; in der Ecke ein Kachelofen mit dunkelgrünen Fliesen und über der Bank ein Herrgottswinkel. Bayerische Landromantik.

Als Aperitif nehmen wir ein Glas Sekt mit Holunder. Auf der Karte finden sich bayerische Hausmannskost sowie moderne Kreationen. Wir wählen drei Gänge. Wenn die Bedienung die Teller bringt, muss sie den Kopf einziehen, die Türstöcke sind zu niedrig um aufrecht zu gehen. 

Der Loup de Mer ist gebettet auf Wassermelone und Kräuterpesto. Die Haut kross gebraten, das würzige Pesto vermischt sich mit der Süße der Frucht. 

1996 verwandelte Alois Ertl, 41, den alten Granit-Vierseithof in ein Naturstein-Hotel mit Restaurant. Ihm war es wichtig, den Granit im Original zu erhalten, die Grundsubstanz unberührt zu lassen. Die 16 Gästezimmer sind modern eingerichtet. Passend seine Küchenphilosophie: bodenständig und regional, gespickt mit Elementen der Haute Cuisine.  

Als Hauptgang Ochsenbackerl in Rotweinsoße mit Pfifferling-Lauchstrudel und Gemüse. Die Bäckchen sind zart, haben kein Fett, Muskelfleisch vom Feinsten. Die Rotweinsoße harmoniert, der Lauchstrudel ist vielleicht einen Tick zu lasch gewürzt.  

„Wenn es der Schlachtplan hergibt, stammt das Fleisch aus eigener Aufzucht“ erzählt Ertl. Ein Dutzend Kühe, schottische Angus- und französische Charolaisrinder, stehen im heimischen Stall.

Als süßes Ende ein Klassiker: Marillenknödel mit Vanillerahmeis. Ich werde nicht enttäuscht. Das Rahmeis zerfließt neben dem warmen Quarkteigknödel, die Marille noch bissfest. Die Preise sind fair (Hauptgang ab 14 Euro), der Service freundlich, der Chefkoch ein bodenständiger Künstler. Eine klare Empfehlung.

Tobias Mayerhofer

Erschienen in Heft Nr. 108/ Sommer 2017

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