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Meinung | Sonntag, 07. Juli 19

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Professor Dr. Gerhard Waschler; sein Pressefoto der CSU-Landesleitung.
Passauer CSU

Waschler, der wahre Verlierer

Steiner, Dickl, Putzke, Dupper. Die Lokalgazetten beschäftigen sich nach der spannenden CSU-Oberbürgermeisterkandidatenwahl mit diesen Betroffenen. Der erste ruft „Attacke!“, der zweite denkt an Rückzug vom Stadtratsfraktionsvorsitz, der dritte frohlockt über sein Husarenstück und der vierte - wird wohl nervös.

Doch der Name des wahren Verlierers, der sich still und kommentarlos im Hintergrund hält, taucht in dieser Causa nicht auf: Gerhard Waschler. Als Landtagsabgeordneter seit Jahrzehnten die führende Figur in der Passauer CSU hat er am Freitag um 21.30 Uhr mit Steiners Wahlsieg die Zügel verloren. Jetzt steht Georg Steiner, der Linzer Tourismusdirektor, als Herausforderer des SPD-Oberbürgermeisters im Scheinwerferlicht der Partei. Waschler und Steiner, das hängt mit einer alten Rivalität zusammen, sind sich spinnefeind. Sie sind Altersgenossen, der eine geboren im Juli 1957, der andere im März 1958.

Professoren in Pole-Position
Wir erinnern uns: Als Holm Putzke, der CSU-Kreisfraktionsvorsitzende, und Armin Dickl, der CSU-Stadtratsfraktionsvorsitzende, im Frühjahr um die OB-Kandidatur buhlten, schob Waschler den jungen Dickl in die Startposition und Putzke musste weichen. Waschler, Sport-Professor und ehemaliger Sportzentrumsdirektor der Uni, wollte keinen erfolgreichen Emporschössling an seiner Seite dulden, schon gar keinen zweiten Professor. Putzke ist Strafrechtsprofessor an der Uni. Bitterer kann´s für Waschler nicht laufen: Jetzt stiehlt ihm Steiner, ein Direktor und Ehrendoktor im Tourismus, die Schau.

Einsamer Spaziergänger
Seinen Weg zur CSU-Oberbürgermeisterkandidatenwahl hat Waschler am Freitag alleine und zu Fuß angetreten. Spaziergänge sind Seelenkraftspender. Sie schenken Zeit, die Gedanken neu zu sortieren. Was Waschler wohl durch den Kopf gegangen ist?

Weltkulturerbe verloren
Waschler, der neben Scheuer bekannteste Passauer CSU-Politiker, erlebt gerade eine Pechsträhne, denn auch seine Prestigeobjekte scheitern. Kaum hatte Steiner seinen Schützling Dickl vom Thron gestoßen, kam tags darauf die Botschaft aus Baku (Aserbeidschan), dass Waschlers 15 Jahre währendes Engagement gescheitert ist, einen Weltkulturerbe-Baustein in Passau zu setzen. Das Welterbekomitee hat den Antrag auf einen länderübergreifenden „römischen Donaulimes“ fallen lassen. Es wäre die letzte Chance gewesen, dass Passau sich mit einem Weltkulturerbe-Prädikat schmücken kann. Ein zweiter Anlauf wird probiert.

Kulturdenkmal verloren
Vergeblich hatte sich Waschler dieses Frühjahr als prominentester Fürsprecher dafür eingesetzt, dass ein Passauer Kulturdenkmal, ein altes Holzhaus im sogenannten Malerwinkel am Linzer Tor, gerettet wird. Auch dieser Erfolg blieb ihm versagt. Der Abriss ist vom Rathaus genehmigt worden.

hud
 

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