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Meinung | Montag, 23. September 19

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Die große Unbekannte: Max (Jacob Tremblay), Lucas (Keith Williams) und Thor (Brady Noon) finden Mädchen (Molly Gordon) plötzlich spannend. (Bild: Universal Pictures)
Kino: Good Boys

Wie geht küssen?

“Good Boys” ist die neue Komödie des Regisseurs Gene Stupnitsky, der von Seth Rogen und Evan Goldberg produziert wurde.

Die beiden Letzteren habe ich bewusst erwähnt, weil diese Konstellation Kinofreunden möglicherweise etwas sagt: Das Duo Rogen/Goldberg schuf gemeinsam das Drehbuch für “Superbad” im Jahre 2007, eine Kultkomödie; entsprechend wurde “Good Boys” beworben. Die Geschichte ist damals wie heute die gleiche. Heranwachsende wollen unbedingt auf eine bestimmte Party, damit ihr Ansehen steigt und sie bei ihrer Angebeteten landen. Diesmal sind es drei Knirpse: Max, Lucas und Thor.

Trotz der kindlich-jugendlichen Protagonisten ist “Good Boys” ein Film für Erwachsene, denn er steckt voll schlüpfriger Zweideutigkeiten. Die meisten Pointen bauen darauf auf, dass die drei kleinen Gangster die Dinge permanent fehl interpretieren, wenn sie mit Sexualität und  deren Spielarten konfrontiert werden. Von der unschuldigen Frage, wie man richtig küsst (und vor allem, wohin!), wofür Tampons gut sind bis zum Fund der elterlichen “Wiederbelebungspuppe” mit den großen Brüsten; nichts wird ausgespart, vieles überzeichnet.“Good Boys” nutzt dieses Stilmittel, um dem Zuschauer die naive Weltsicht der Protagonisten näherzubringen. Er betrachtet mit Vergnügen die Dissonanzen, zusätzlich angereichert mit einer unüberschaubaren Menge von Zoten. Das Lustige könnte schnell platt wirken, wird es aber nicht. Die Macher zeichnen die Charaktere der Unbedarften behutsam, hinterfragen die als selbstverständlich gesetzten Positionen von Reife und Anerkennung.

Als Max als einziger auf seine erste “Kussparty” eingeladen wird, ziehen seine Kameraden Lucas und Thor aus Solidarität mit. Dem Zuschauer wird vor Augen geführt, dass die Interessenkonflikte in diesem Alter durch den entschieden werden, der den zielstrebigsten Egoismus an den Tag legt (und der solche Gespanne meist ruiniert). Lucas, den Mädchen und Alkohol am wenigsten interessieren, aber die Clique zusammenhält, beweist gerade durch sein Desinteresse Reife, während für Thor die Erkenntnis dämmert, dass nicht der Kampf um Anerkennung wichtig ist, sondern man zu akzeptieren hat, seinen eigenen Weg zu gehen.

"Good Boys" thematisiert wie nebenbei, aber umso interessanter, das Erwachsenwerden im 21. Jahrhundert. Wie beispielsweise die Möglichkeit, zu jeder Zeit das unendliche Wissen aus dem Netz zu schöpfen zur Gefahr werden kann, das eigene Lernen zurückbleibt. Eine Kameradrohne wird von den Knirpsen missbraucht, um eine angeblich nymphomane Nachbarin auszuspähen. Und der Albtraum aller Pädagogen wird wahr, wenn das Trio im Zuge seiner Nachforschungen auf Pornoseiten stöbert. Der Erkenntnisgewinn stellt sich als gering heraus und die kleinen Burschen merken schnell: Erfahrungen müssen am Ende selbst gemacht werden. Manche Dinge ändern sich eben nie.

“Good Boys” verpackt mit seinem eigenständigen dramaturgischen Stil den Stoff höchst amüsant. Schade ist nur, dass dies nicht ganz bis zum Ende durchgezogen wird, die Auflösung der Story etwas betulich und standardgemäß daherkommt.

Zu sehen gibt es "Good Boys" im Cineplex.

 

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Sonntag
17. November 2019
 
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KULTURKALENDER
17.11. | Sonntag
HAIDENHOF SÜD
Weltfrühgeborenentag 2019
 

Die Kinderklinik bietet an diesem Tag ein Rahmenprogramm mit Musik, Clown und Kinderschminken. Ort: Kinderklinik Passau, Bischof-Altmann-Str. 9.

Bischof-Altmann-Str. 9

14:00 Uhr | Eintritt frei
MEDIENZENTRUM
„Vorsicht, Kinder! Oper!“
 
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Oper für Kinder ab vier Jahren. Es singen und spielen Mitwirkende des Landestheaters und die Niederbayerischen Philharmonie unter der Leitung von Basil H. E. Coleman.


15:00 Uhr | 15/ 10/ 7 Euro
METROPOLIS
Bolshoi Ballett
 
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Im Mittelpunkt des balletts Le Corsaire steht die Liebesgeschichte zwischen dem Korsaren Konrad und der Griechin Medora, die in einen Harem verkauft werden soll. Zweimal muss Konrad sie entführen, ehe sie frei dem Ruf der Liebe folgen kann. Le Corsaire wurde komplett überarbeitet, um der Ballettgruppe mehr Möglichkeiten zum Tanz zu geben. Aufwendig inszeniert im Bolschoi-Theater.

16:00 Uhr | ab 21,50 Euro
CAFÉ MUSEUM
Sinfonia de Carnaval
 

Abwechslungsreiches Duo an den Instrumenten Cello, Akkordeon (Anna Lang) sowie Posaune und Perkussion (Alois Eberl). Doppelstimmiger Gesang.


18:00 Uhr | 14 Euro, ermäßigt 7 Euro
OPERNHAUS
Amadeus
 

Schauspiel des britischen Dramatikers Peter Shaffer (1926-2016) über Antonio Salieri, den Neider und Widersacher Wolfgang Amadeus Mozarts. 


18:00 Uhr | ab 7,50 Euro
RATHAUSSAAL
Abschlusskonzert Young Classic Europe
 
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Das Sinfonieorchester des Musischen Gymnasiums Salzburg spielt zusammen mit dem franko-spanischen Gitarristen Thibaut Garcia (Foto). Auf dem Programm stehen neben zwei Südeuropäern die Symphonie Nr. 5 von Beethoven.


18:00 Uhr

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