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Meinung | Samstag, 10. März 18

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Das Genussquartett: Stephanie Buchhold, Holm Putzke (Brille), Stephan Öller (Bart) und Hubert Scheungruber (Foto: Tobias Köhler)
Toms Genussquartett

Zwei Wachauer im Wettbewerb

Das Weingut Zottl liegt in Weißenkirchen, inmitten der Wachau knapp 15 Kilometer vor Krems. Seit fünf Generationen verfolgen die Winzer und Kellermeister hier das Ziel, ihre Weine im Einklang mit der Natur zu erzeugen. Handlese und späte Ernte sind dabei eine Selbstverständlichkeit.

Das Motto der Weinproduktion lautet: Qualität vor Quantität. Hier folgt das Weingut den strengen Vorgaben der „Vinea Wachau“, die ein bedingungsloses Bekenntnis zu den Prinzipien Güte, Ursprung und Reinheit von ihren Mitgliedern einfordert. Die Vinea-Winzer dürfen ausschließlich Trauben aus der Wachau keltern und auf Flasche ziehen. Bei der Herstellung wird dabei einzig mit der Reife und dem natürlichen Zuckergehalt der Beerenfrüchte gearbeitet.

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Tom Knieper, Autor dieser Seite (Foto: Tobias Köhler)
Auf eine künstliche Konzentration, Fraktionierung oder Aromatisierung wird rigoros verzichtet.  Das bedeutet: kein Barrique-Ausbau, kein Einsatz von Holzchips oder Tanninpulver.  Diese Naturbelassenheit und die nötige Reifezeit garantieren die gewünschte Qualität. Für die Verkostung wurden der „Grüne Veltliner Smaragd 2014“ und der „Riesling Smaragd 2014“ ausgewählt. Deren Einzellagen befinden sich in der Ried Achleiten am Ostende von Weißenkirchen. Entfernt erinnert der Umriss der Ried an einen Delphin mit Hohlkreuz. Der Begriff Smaragd verweist auf die höchste Qualitätsstufe eines Wachauer Weines.  Der Name bezieht sich auf die Smaragdeidechse, die sich auf den sonnigsten und damit besten Plätzen der Weinterrassen am wohlsten fühlt.

Der Veltliner besticht durch sein intensives Strohgelb und seine vielschichtigen Aromen. Im Geschmack ist er körperreich, trocken und wenig säurebetont. Der Riesling offenbart seine typischen Pfirsich aromen; insgesamt handelt es sich um einen fruchtigen, säurebetonten und mineralischen Wein mit vergleichsweise langem Abgang.

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Grüner Veltinger Smaragd 2014 0,75 Liter, 13%, ca 13 Euro 2,5 Punkte (Foto: Tobias Köhler)
Testergebnis zum Grüner Veltliner Smaragd 2014

Dr. Stefanie Buchhold, Leiterin des Passauer Oberhausmuseums: "Zurückhaltende Bitternoten und eine erkennbare Säure dominieren den Abgang.Die Kernobstnoten verlieren sich dabei, was den Gesamteindruck schmälert.“ 1,5 Punkte

Stephan Öller, Inhaber des Passauer Lokals "Weingut": "In der Nase zeigt sich eine mittlere Duftintensität: Charakteristische Aromen sind hierbei das reife Kernobst und die dezente Mineralität.“ 2,5 Punkte

Dr. Holm Putzke,Professor für Strafrecht an der Uni Passau: "Nach einem bitteren Erstakzent zeigen sich etwas Waldhonig, dezente mineralische Noten und eine fast schon überreife Birne, die an eine Nashi-Birne erinnert." 2,5 Punkte

Hubert Scheunengraber, Inhaber der Passauer Bar "Journey": "Anfangs wird die Nase von einer gewissen Frische, Citrus und grünem Apfel umschmeichelt, die sich jedoch im Glas zunehmend verlieren. Mit der Zeit entwickelt sich eine mineralische Note" 2,5 Punkte

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Riesling Smaragd 2014 0,75, 14,5%, ca. 16 Euro 3,5 Punkte (Foto: Tobias Köhler)
Testergebnis zum Riesling Smaragd 2014

Dr. Stefanie Buchhold, Leiterin des Passauer Oberhausmuseums: "Das strahlende Goldgelb und die kräftigen, langanhaltenden Schlieren prägen die Optik. Die Nase erinnert an frisch geschnittenes Gras, Quitte und mineralische Noten." 2,5 Punkte

Stephan Öller, Inhaber des Passauer Lokals "Weingut": "Am Gaumen präsentiert sich eine intensive, nicht ganz reife und etwas säurebetonte Marille. Auf den Zungenrändern ist außerdem eine spitze Säure wahrnehmbar.“ 3,5 Punkte

Dr. Holm Putzke,Professor für Strafrecht an der Uni Passau: "Insgesamt ist dieser Riesling eher geradlinig und besitzt neben seinem starken Charakter einen langen Abgang. In diesen Wein kann man sich eintrinken" 3 Punkte

Hubert Scheunengraber, Inhaber der Passauer Bar "Journey": "Im Geruch ist der Riesling sehr angenehm mit Anklängen von Gras. Zudem zeigen sich leicht blumige, ölige und mineralische Aromen sowie Anmutungen von Pfirsich, Quitte, Sirup und Honig" 3,5 Punkte

Unsere Tester vergeben maximal fünf Punkte. Ein Siegel für ein herausragendes Preis-Leistungsverhältnis wird bei Bedarf gesondert verliehen.

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Übermäßiger Alkoholkonsum ist gesundheitsschädlich. Bitte genießen Sie alkoholische Getränke verantwortungsvoll.

Tom Knieper
 Autor dieser Serie Er bezeichnet sich selbst als Genussmensch und hat diese Testrunde ins Leben gerufen. Professor Knieper, Jahrgang 1961, ist Medienforscher an der Uni Passau, Marketingberater und Redakteur bei einem Münchner Lifestyle-Magazins.

Das Genussquartett

Der Spirituosen-Forscher
Die Suche nach herausragenden Spirituosen und ihren besten Mixturen gehört zur Profession von Hubert Scheungraber. Er gibt Mixkurse, testet neue Produkte, durchstöbert die Literatur nach vergessenen Rezepten.  In der Passauer Altstadt betreibt er seine Cocktailbar.  

Der kritische Juraprofessor
Dr. Holm Putzke, Jahrgang 1973, als kritischer und schlagfertiger Juraprofessor der Uni Passau bekannt, übernahm den Platz eines Laientesters im Team. Der gebürtige Sachse hat sich in seine Wahlheimat an den drei Flüssen verliebt. Er schätzt die Vielfalt der Genüsse.  

Der Wein-Experte
Stephan Öller hat bei namhaften Sommeliers in Österreich und Deutschland die Wissenschaft des Weins studiert. Er spürt den besten Trauben und Jahrgängen nach, kennt viele Winzer und Anbaugebiete. In der Passauer Theresienstraße führt er sein Weinlokal

Die feinsinnige Historikerin
Dr. Stefanie Buchhold, gebürtige Fränkin, zog vor einem Jahr nach Passau, um die Leitung des Oberhausmuseums zu übernehmen. Die Historikerin sammelt mit Leidenschaft Literatur und schätzt gute Weine. Ihr Ziel: Das Ansehen der kunsthistorischen Sammlung steigern.

Beitrag erschienen im Mäörz 2017 in Bürgerblick Heft Nr. 103.

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07:13
Freitag
21. September 2018
 
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KULTURKALENDER
21.09. | Freitag
SCHARFRICHTERHAUS
Lesung: Erich Hackl
 
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Der Schriftsteller liest aus "Am Seil", seines auf Tatsachen beruhenden Romans über einen wortkargen Kunsthandwerker, der zwei Jüdinnen im Dritten Reich vor der Deportation bewahrte.


20:00 Uhr | 10 Euro
RATHAUS
Nachtwächterführung
 

Spätabendliche Führung durch Passau mit einem "historischen Nachtwächter". Treffpunkt vorm Rathausturm.


21:15 Uhr | 13 Euro
DOMPLATZ
Symphonie aus Licht und Klang
 
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Sehenswert! Die kalkweiße Fassade des Stephansdomes wird zur 1000 Quadratmeter großen Projektionsfläche: die Kirchengeschichte der Kathedrale wird zum 350-jährigen Barockjubiläum erzählt in zwölf Szenen, untermalt von Chor- und Orgelmusik. 20 Minuten, findet bei jedem Wetter statt. 


22:00 Uhr | frei

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