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Nachrichten | Mittwoch, 06. März 19

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Politischer Aschermittwoch

CSU-Obergrenze: 4.620 Zuschauer

Politischer Aschermittwoch. Der Bayerische Rundfunk spricht von einem "Duell" der Parteien. Das klingt nach Rivalen, die ihre Klingen kreuzen; mit Tausenden Schaulustigen erinnert es an Gladiatorenwettkämpfe, an eine Arena mit Madator und Stier. Statt Blut fließt Bier. Das heizt auch die Stimmung an. Ist das noch zeitgemäß? Abends wird im Passauer Scharfrichterhaus mit dieser "Schaumschlägerei" abgerechnet, auf der Kabarettistenbühne.

"Am Tag nach dem Faschingsbesäufnis reden bei Euch die Politiker? Damit die Restalkoholisierten nicht merken, wie sie lügen?", fragt ein Nachbar aus Osteuropa, ein Informatiker aus Slowenien, den ich heute beim Frühstück über das Passauer Spektakel aufkläre.

Obergrenze: 4.620 Zuschauer
"Bayern 5 aktuell" beweist in den Morgennachrichten, dass man es an diesem Tag mit der Wahrheit wirklich nicht so genau nimmt. "6.000 Zuhörer" in Passau. Nun, aufmerksame Leser dieses Lokalmagazins kennen seit März 2014 die Wahrheit: "Ein bisschen Eindruck schinden, kann nicht schaden", schrieben wir. Damals ließ der damalige Organisator Raimund Kneidinger, heute CSU-Landratskanddidat 2020,  in der Heimatzeitung "7.000 Zuschauer" verkünden. Doch wenn die Hallenvermieter solche Zahlen hören, schütteln sie den Kopf. Auch wenn die Galerien bis zur letzten Reihe mit Stühlen und Tischen genutzt werden, ist maximal Platz für 4.620 Zuschauer. Und da sind die Journalisten schon mitgezählt. 4.620 Zuschauer, mehr erlaubt die Brandschutzverordnung nicht. Kein Veranstalter würde das Leben seiner Besucher riskieren und dagegen verstoßen, eine Anzeige riskieren.

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Stadträtin Evi Buhmann hielt im Dirndl die Begrüßungsrede.
Die Passauer CSU hat sich am Vorabend zum Gruppenfoto gesammelt, in Freude auf den heutigen Tag, die Großveranstaltung in der Dreiländerhalle mit Ministerpräsident Markus Söder und Europa- Politiker Manfred Weber. Wenn Sie sich wundern, warum sich CSU-Kreisvorsitzender Holm Putzke und CSU-Stadtratsvorsitzende Armin Dickl plötzlich Schulter an Schulter zeigen, sollten Sie vielleicht im aktuellen Heft den Beitrag „Passauer CSU: Macht und Intrige“ lesen. Es geht wohl darum, jetzt Geschlossenheit zu zeigen. 

Der bayerische CSU-Stammtisch lockt heuer internationale Medien aus 40 Ländern nach Passau. Es gibt für sie erstmals eine Simultanübersetzung ins Englische. Es ist der erste Aschermittwochsauftritt von Söder als neuer Parteivorsitzender und gewählter Ministerpräsident. Weber steht im Rampenlicht, weil er als Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei Chancen auf das Amt des EU-Kommissionspräsidenten hat.

Gegen den Zeitgeist
Am Vorabend hat CSU-Bezirksvorsitzender Andreas Scheuer im  Wirtshaus Peschlterrassen  die Mitglieder der Jungen Union eingeschworen: "Wir zeigen morgen Haltung mit diesem Politischen Aschermittwoch." Es gehe nicht darum, dem Zeitgeist nachzurennen, sondern dass "das bürgerliche Lager kompakt steht". Dann zählte er auf, was das "Gesamtpaket Volkspartei" ausmache, in diesere Reihenfolge: "Die Konservativen genauso wie die Liberalen, genauso die Sozialen - und auch die Christlichen dazu. 

Die CSU steckt in einer Identitätskrise. Vor vier Jahren sagte Edmund Stoiber in Passau: „Rechts von der CSU darf es keine legitimierte politisch demokratische Partei geben!“ Das habe Franz Josef Strauß gesagt und was der gesagt hat, müsse für alle Ewigkeit gelten.

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