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Nachrichten | Dienstag, 15. Oktober 19

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Eduard Hamm (1879-1944): eine Passauer Persönlichkeit, die als Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus ums Leben kam.
Sonderausstellung an der Uni

Eduard Hamm, ein Passauer Opfer des NS-Regimes

Mit einer Sonderausstellung in der Uni gedenkt die Stadt Passau ab heute eines großen Sohnes ihrer Stadt, der vor 75 Jahren als Widerstandskämpfer gegen das Naziregimes ums Leben kam: Eduard Hamm, ein bayerischer Wirtschaftsminister; der misshandelte 64-jährige Staatsgefangene soll sich während eines Verhörs aus dem Fenster gestürzt haben.

Eduard Hamm, am 16. Oktober 1879 in Passau geboren, wuchs auf in der Bahnhofstraße. Die Familie seiner Mutter, eine gebürtige Niederleuthner, bewirtschaftete das Altstadthotel „Wilder Mann“, sein Vater war Königlicher Amtsrichter. Hamm schlug eine politische Karriere ein: Mitbegründer der Deutschen Demokratischen Partei in Bayern, 1919 Handelsminister, 1922 Staatssekretär in der Reichskanzlei, 1923 bayerischer Reichswirtschaftsminister; 1925 bis 1933 stand er an der Spitze des Deutschen Industrie- und Handelstages und war Herausgeber der „Deutschen Wirtschaftszeitung“, in welcher er das NSDAP-Programm kritisierte. Er weigerte sich der Partei beizutreten, zog sich im Mai 1933 aus der Politik zurück und beschränkte sich auf seine Tätigkeit als Rechtsanwalt.  

Nach dem Sprengstoffanschlag auf das Führerhauptquartiert am 20. Juli 1944, das Hitler leicht verletzt überlebte, wurden mehr als 200 Widerstandskämpfer und deren Angehörige verhaftet und hingerichtet. Hamms Verhaftung erfolgte im am 23. September. Drei Wochen später wurde aus dem Berliner Gefängnis in Moabit von der Geheimen Staatspolizei sein Tod gemeldet. Hamm hatte der Führungsriege eines Widerstandskreises um den Berliner Franz Sperr angehört, der seine liberalen Wurzeln in Bayern hatte.

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Hamms Enkelin, Christine Bessner, hat aus dem Nachlaß ihre Großvaters der Stadt Passau Urkunden, Bilder und Schriftstücke geschenkt, die bei dieser Ausstellung das erste Mal gezeigt werden. (PR-Foto: Stadt Passau)
In Passau erinnert an Eduard Hamm eine  ihm 1986 gewidmete Straße, die am nördlichen Innufer nicht weit vom Kraftwerk Ingling zu einer gleichnamigen Wohnanlage für Studenten führt. Zudem wurde im Oktober 2016 eine Gedenktafel an Hamms Geburtshaus in der Bahnhofstraße enthüllt. Seine Enkelin, Christine Bessner, die dieser Veranstaltung beiwohnte, hat ein Jahr später der Stadt Passau eine Sammlung aus dem Nachlass ihres Großvaters geschenkt: Schriftstücke, Bilder und Urkunden, die älteste stammt aus dem Jahr 1776, unterzeichnet von Kurfürst Maximilian III. Joseph. Am Ende des Zweiten Weltkrieges war in Hamms Geburtshaus, damals Hotel „Passauer Wolf“, die bedingungslose Übergabe der Stadt an das 261. US-Infanterieregiment unterzeichnet worden.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper hat der Schenkenden angekündigt, dass Passau zum 140. Geburtstag ihres Großvaters eine Ausstellung vorbereiten werde. Die Stücke aus dem Nachlass werden  erstmals öffentlich gezeigt. Christine Bessner wird bei der Ausstellungseröffnung als Ehrengast eine Rede über den Lebensweg von Eduard Hamm halten.

Die Eduard-Hamm-Ausstellung wird heute Abend, 15. Oktober im Foyer der Universitätsbibliothek eröffnet.

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Dienstag
15. Oktober 2019
 
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