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Nachrichten | Sonntag, 25. März 18

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Kapuzinerplatz, Linde, im Vordergrund die Café-Terrasse, hinter der Bautafel das Grundstück "Paradiesgarten". (Foto: mediendenk)
Neugestaltung am Innstadtbrauereiviertel

Es knirscht am Kapuzinerplatz

Elf Passauer Stadträte stehen hinter diesem Antrag: Am westlichen Ende des Neubaugebiets "Innstadtbrauereiviertel" soll die Umgestaltung des Kapuzinerplatzes so lange unterbleiben, bis geklärt ist, wie die Investoren das Umfeld auf der Innseite gestalten wollen.

Die 200.000 Euro, welche die Stadt für die Neugestaltung am Eingangstor zu historischen Innstadt in die Hand nehmen will, wären nach Ansicht von ÖDP und Grüne hinausgeworfen Geld. Man zweifle an der Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme, denn der Kapuzinerplatz habe jetzt und auch in Zukunft wohl keine Aufenthaltsqualität, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Auf dem angrenzenden Areal, dem sogenannten Paradiesgarten, einem bisher unbefestigten Parkplatz, der mittlerweile in den Besitz  ist, sind derzeit Archäologen aktiv. Umfangreiches Erdreich ist ausgehoben worden. Wie dieses Grundstück künftig genutzt werden soll, ist noch nicht ganz klar. Neue Bebauung? Vielleicht der zweite Innstädter Kindergarten, für den noch immer nicht der richtige Standort gefunden worden ist? "Als Parkplatz ist der Paradiesgarten zu schade", sagt ein Sprecher des Investors.

Diese ungeklärte Situation beim Investor und die Absicht der Stadt, am Innufer entlang des Innstadtbahnhofswegs ersatzweise für den verkehrsberuhigten Kapuzinerplatz neue Parkplätze einzurichten, bewegten die beiden Umweltparteien zu diesem Schritt.

Der Kapuzinerplatz sei mit der Mittelinsel eines viel befahrenen Kreisverkehrs vergleichbar, schreibt Grünen-Fraktionsvorsitzender Karl Synek. „Ich kenne keinen Menschen der sich an so einem Ort über einen längeren Zeitraum freiwillig aufhalten will, selbst wenn er mit Sträuchern verschönert wird.“

Neues Terrassen-Cafe
Andererseits haben die Investoren an der Ostflanke des Kapuzinerplatzes einen neuen Aufenthaltsort geschaffen: Auf einer erhöhten Freifläche neben der alten Linde wurden eine Terrasse für das neue "Inn-Café"geschaffen, die mit Rasen und Magnolienbäumen begrünt wird. Die Eröffnung des Lokals hatte sich wegen ausstehender Genehmigungen verzögert und soll an den Ostertagen erfolgen.

Vizebürgermeister Urban Mangold von der ÖDP erklärt, dass er zwar zustimmen würde, den Kapuzinerplatz zu begrünen, „aber nicht um den Preis, dass ein beliebter Ort der Erholung am Fluss stattdessen mit Parkplätzen zugepflastert wird.“

Städtische Parkplätze ans Innufer zu verlegen wäre kein schöner Anblick für die Flaneure auf der beliebtesten Spaziermeile der Stadt gegenüber, Innkai und Innpromenade.

Die Grünanlagen am Innstadtbahnhofweg sollten den Bürgern als Ruheplatz vorbehalten sein, schreiben die Antragsteller. Ihr Antrag im Wortlaut:

1. Eine Neugestaltung des Kapuzinerplatzes unterbleibt. Sie wird so lange nicht weiterverfolgt, bis konkrete Planungen für die gegenüberliegende Straßenseite vorliegen. In der Zwischenzeit werden die bisher vorhandenen sechs Kurzzeitparkplätze in fünf Anwohnerparkplätze und einen Carsharingplatz umgewandelt.

2. Die vorgesehene Errichtung von Parkplätzen in der Nähe des ehemaligen Innstadtbahnhofs wird nicht weiterverfolgt.

Mit dem Antrag werden sich die Stadträte in der nächsten Bauausschusssitzung am 12. April befassen. Er betrifft die Investoren des Innstadtbrauereigeländes, den Passauer Baulöwen Michael Kapfinger und seine Partner, die Ottakringer Brauerei in Wien.

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