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Nachrichten | Freitag, 14. April 17

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Der rätselhafte Verkehrsstau, der sich erstmals zum Feierabend am Montag zeigte. (Quelle: Google Maps)
Verkehrsgeplagtes Passau

Falscher Ampeltakt erzeugt Megastau

Drei Tage lang haben Autofahrer gerätselt, warum sie zum Feierabend vom Stadtteil Haibach auf der Innseite bis zum Schanzl auf der Donauseite im Stau stehen. Wie sich aus einer Pressemitteilung der Stadt herauslesen lässt, hatte es sehr wahrscheinlich mit neu getakteten Ampelschaltungen zu tun, die wegen der Sperre einer Altstadtbrücke eingerichtet worden sind.

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Im Sommer sind Staus an manchen Urlaubstagen vom südlichen Donautal in die Passauer Innenstadt möglich, aber eine Länge von drei Kilometern haben sie nie erreicht. (Foto: mediendenk)
Am Mittwoch hatte dieses Magazin im Rathaus angefragt, ob vielleicht am südlichen Brückenkopf der Schanzlbrücke die Ampelphasen geändert worden sind. Von dieser Ampelkreuzung aus hatte sich der Stau am Montag, Dienstag und Mittwoch über eine Länge von zeitweise bis zu drei Kilometern auf der „Straße der Kaiser und Könige“ (Nikolastraße, Gottfried-Schäffer-Straße, Marienbrücke, Kapuzinerstraße, Wiener Straße) bis nach Haibach hingezogen. Auf dieser Hauptroute treffen zum Feierabend Autofahrer zusammen, die in Österreich arbeiten, nach Passau zum Einkaufen fahren oder in Österreich beim Tanken gewesen sind.

Die Antwort kam Karfreitag in Form einer Pressemitteilung: Oberbürgermeister Jürgen Dupper habe sich des Problems angenommen, die Mitarbeiter seiner Fachstellen hätten sich damit beschäftigt und „Sofortmaßnahmen“ veranlasst: Die am „südlichen Schanzlbrückenknoten“ seit Montag geänderten Ampelphasen seien wieder zurückgenommen worden. Prompt war die Stauserie am vierten Tag beendet. Was war passiert?

30 entscheidende Sekunden

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Als Hauptverkehrsader zwischen den südlichen und nördlichen Passauer Stadtteilen dient die siebenspurige Schanzlbrücke. (Foto: mediendenk)
Am Montag ist die Hängebrücke, eine zweispurige Altstadtbrücke über die Donau, für eine Generalsanierung gesperrt worden. Für einen vermeintlich besseren Abfluss des Verkehrs hatten die Verkehrsexperten den Ampeltakt auf der Schanzlbrücke, einer siebenspurigen Parallelbrücke, am südlichen Brückenkopf von 90 auf 120 Sekunden erhöht. Es war gutgemeint, um den Wegfall der von vielen als „Schleichweg“ über die Hängebrücke genutzte Route durch die Altstadt auszugleichen. Aber in der Praxis zeigte sich eine nachteilige Wirkung: Die von der Innseite kommenden Autofahrer hatten jetzt zwar länger „Grün“, aber nur mehr 30- statt 40mal pro Stunde. Der Verkehr stockte und staute sich auf, weil offenbar mit diesem neuen Takt die alten Grünphasen am gegenüber liegenden Brückenkopf nicht mehr effektiv genutzt werden konnten. Die Änderung habe sich nicht bewährt, wird in der Rathausmitteilung eingeräumt.

Jetzt ist wieder alles beim Alten. Die Verkehrsexperten haben dazugelernt und manche Autofahrer, die von Radfahrern und Fußgängern überholt worden sind, kamen vielleicht ins Grübeln, ob ihre Liebe zum Blech nicht übertrieben ist. 

Individualverkehr geht vor Nahverkehr
Auch dies wurde wieder einmal deutlich: Bayerische Politiker fürchten den Aufschrei der Autofahrer offenbar mehr als den von „schwachen“ und umweltfreundlichen Verkehrsteilnehmern. Damit der Passauer Individualverkehr noch besser rollen kann, ist seit Gründonnerstag zusätzlich die „Freie-Fahrt-für-Busse“-Schaltung an der Schanzlbrücke abgeschaltet worden. Die Stadtwerke-Busse erhalten per Funkschaltung normalerweise bevorzugtes „Grün“.

Die aufgeschreckten Verkehrsexperten entdeckten Schwächen auch am nördlichen Brückenkopf. Wie in der Pressemitteilung weiter ausgeführt wird, sind dort „Programmänderungen“ und „Verbesserungen“ vorgesehen. Die Grünphase für die Linksabbieger Richtung Hacklberg reiche nicht aus, um den Verkehr ungestört abfließen zu lassen. Weiter heißt es, die Verkehrsanpassungen, bedingt durch die Hängebrückensperrung, würden „ständig überprüft“ und „gegebenfalls weiter angepasst“.

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Der teilweise unerlaubte Durchgangsverkehr über die Altstadt entfällt: Die zweispurige Hängebrücke ist wegen Generalsanierung gesperrt. (Foto: mediendenk)
Für die Altstädter wäre es ein Gewinn, wenn die Anpassungen so erfolgreich sind, dass nach der Sanierung der Hängebrücke ein weiterer Schritt für eine verkehrsberuhigte Altstadt erfolgen kann: Die komplette Sperrung der Hängebrücke für den motorisierten Durchgangsverkehr!

hud

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15. Dezember 2017
 
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