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Nachrichten | Montag, 17. Juni 19

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Blick in den Landgerichtssaal 40 vor der Urteilsverkündung: Vorsitzender Richter Wolfgang Heinzlmayr mit Beisitzern und Schöffen, Angeklagter verbirgt mit einem Blatt Papier sein Gesicht; Verteidiger, Dolmetscher. (Foto: mediendenk)
Hohe Gefängnisstrafe

Flüchtling wegen Mordversuchs an Buben verurteilt

Wegen versuchten heimtückischen Mordes an einem heute zwölfjährigen Nachbarsbuben hat das Landgericht Passau einen 26-jährigen Mann aus Eritrea zu sieben Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Das Schwurgericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte den Buben im vergangenen Juli mit einem Brotzeitmesser töten wollte. Er war mit dem Messer in der Hosentasche in die Nachbarswohnung eingedrungen, als der Schüler Nachhause kam. Der Angriff sollte vermutlich der Mutter gelten. Es kam zum Kampf, bei dem der Angreifer dem Buben eine Schnittwunde am Hals beibrachte, die glücklicherweise nicht lebensgefährlich war. "Stirb!, stirb!, Stirb!", soll der Messertäter gerufen haben.

Über das Motiv konnte sich das Gericht keine Klarheit verschaffen. Der Angeklagte litt offenbar unter der Wahnvorstellung, dass von ihm ein entwürdigendes Nacktvideo im Netz kursiere, für das die Mutter des Buben irgendwie verantwortlich sei. Das Gericht geht davon aus, dass dieses Video überhaupt nicht existiert.

Der Vorsitzende Richter erklärte, wie die Kammer das Strafmaß abgewogen hat, warum sie von einem Urteil "lebenslänglich" absah. Erschwerend sieht sie den Angriff auf ein wehrloses Kind; der Schnitt in den Hals belege die Tötungsabsicht, ebenso der anschließende Versuch des Täters, sich mit einem Stromkabel zur strangulieren; er war davon ausgegangen, dass sein Opfer zu Tode gekommen ist. Als mildernde Umstände führte der Vorsitzende Richter an, dass der Angeklagte wegen seiner Wahnvorstellungen möglicherweise vermindert schuldfähig gewesen ist, der Bub, von schweren posttraumatischen Störungen abgesehen, an keinen körperlichen Folgeschäden leide; der Angeklagte nach seiner Flucht aus Afrika selbst als Opfer von Folter und Gewalt traumatisiert sei.

Die Eltern des Opfers, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, nahmen das Urteil mit Fassung auf. Ihr Sohn hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit als Zeuge vor Gericht erneut auftreten müssen. Die Tat verfolgt ihn bis heute.

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Sonntag
21. Juli 2019
 
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