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Nachrichten | Montag, 23. Juli 18

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Der Sieger-Entwurf des Wettbewerbs: Die Flutschutzmauer "Innpromenade" ist im Original als Schwarz-Weiß-Zeichnung präsentiert worden, wohl um die Mauer zu kaschieren. Unsere Grafik hat nachkoloriert. (Aus Bürgerlick-Heft Nr. 116)
Letzte Sitzung vor der Sommerpause

Flutschutz: Wie geht´s weiter mit der Innpromenade?

In der letzten Großen Stadtratssitzung vor der Sommerpause soll heute die Planung für eine Flutmauer vorangetrieben werden, die in der Dreiflüssestadt zum größten Zankapfel und Politikum geworden ist.

Das große Interesse der Kritiker dieses Vorhabens hatte in der letzten Stadtratssitzung zu einem Tohuwabohu geführt, weil sie als Zuhörer im Kleinen Ratssaal keinen Platz fanden. Die Sitzung heute um 16.15 Uhr ist in den Großen Rathaussaal verlegt worden. Zuschauerstühle gibt es hier genug, aber wegen seiner Kirchenakustik gehört der Raum nicht zur ersten Wahl des Plenums. "Wir werden wahrscheinlich für die Wortmeldungen mobile Mikrofone einsetzen", erklärt ein Rathaussprecher.

Im Tagesordnungspunkt 1, der auf eine halbe Stunde begrenzt ist, hat jeder Stadtbürger das Recht, Fragen an den Oberbürgermeister zu stellen. Stadträte müssen ihre Anfragen zuvor schriftlich einreichen. Tagesordnungspunkt 2 ist die Innpromenade.

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Der Sieger-Entwurf des Wettbewerbs: Die Flutschutzmauer "Innpromenade" ist im Original als Schwarz-Weiß-Zeichnung präsentiert worden, wohl um die Mauer zu kaschieren. Unsere Grafik hat nachkoloriert. (Aus Bürgerlick-Heft Nr. 116)
Nach einem Landschaftsarchitektenwettbewerb ging als Favorit die Variante eines Kremsers hervor, der die Flutmauer landseitig entlang des bestehenden Flussuferwegs führt, sodass die Kastanienallee im Kern verschont bleibt. Das Parkgelände würde mit Erdaufschüttungen neu modelliert, eine alte dominante Baumgruppe an der Marienbrücke gegenüber vom Opernhaus verschwinden. Um den Widerstand gegen das Projekt zu brechen, verwandelte sich der Oberbürgermeister zum Baumschützer. Er ringt auch für diesen Bereich um eine bessere Lösung.

Die Stadtverwaltung empfiehlt heute den Beschluss,

  • das Wasserwirtschaftsamt zu bitten, den Kremser Entwurf auf seine Machbarkeit und mögliche Verbesserungen hin zu prüfen
  • bereits bekannte Ergebnisse der "Innstudie", welche Anfang 2019 von der TU München vorgestellt wird, vorab mitzuteilen, um besser einschätzen zu können, wie bedeutsam dieser Flutschutz ist.
  • der Verwaltung aufzutragen, das Ergebnis des Wasserwirtschaftsamtes anschaulich darzustellen - mit einem Phantomgerüst vor Ort und zeitgemäßen Computeranimationen.
  • einen externe Experten überprüfen zu lassen, ob die Flusspegel spürbar gesenkt werden können, wenn donauabwärts das Flussbett ausgebaggert oder die "Lüftenegger Inseln" teilweise oder ganz abgetragen werden. Hausbesitzer haben 2013 gelernt, dass beim Hochwasser eine Handspanne eine entscheidende Größe sein kann.

Die Fronten sind bei diesem  Flutschutz verhärtet: Auf der einen Seite die Bürgerbewegung „Rettet die Innpromenade“, die den historischen Erholungsort mit seiner als Naturdenkmal geschützten Kastanienallee vollumfänglich erhalten möchte, auf der anderen der SPD-Oberbürgermeister, der von der staatlichen Flutschutzförderung so viel wie möglich mitnehmen und Maßnahmen umsetzen will.

Die Mauergegner haben in den letzten Monaten regelmäßig Hunderte von Bürger mobilisiert, die zu den Protestkundgebungen und Infoveranstaltungen an den Schauplatz kamen. Hinter ihnen stehen Stadträte der Ökoparteien und neuerdings Vertreter der CSU, die in Passau in der Opposition sitzt.

Was die Flutmauergegner oft als Argument anbringen: Die Hausbesitzer, die profitieren, sind wenige und vom Hochwasser selten betroffene. Es wäre für sie möglich, nach dem Vorbild der hochwassererprobten Altstädter Fenster und Türen mit Aluelementen zu verbarrikadieren und abzudichten. Diese Maßnahmen werden mit 70 Prozent gefördert.

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Montag
20. August 2018
 
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