Google-Anzeigen

Nachrichten | Freitag, 15. März 19

bild_klein_0000015189.jpg
In dieser Straßenschlucht südlich der Marienbrücke herrscht laut Messungen eine der höchsten Stickoxidkonzentrationen in Bayerns: Mariahilfstraße in Passau-Innstadt. (Foto: mediendenk)
Vergiftete Stadtluft

Kennzeichenerfassung zur Kontrolle von Dieselfahrverboten erlaubt

Wie in anderen europäischen Ländern bereits üblich, dürfen Polizei und Ordnungsbehörden künftig zur Überwachung von Dieselfahrverboten Fahrzeugkennzeichen, Schadstoffklassen und Bilder der Fahrer automatisiert erheben, speichern und verwenden.

Die Länder haben heute im Bundesrat das gestern vom Bundestag beschlossene Gesetz gebilligt.

Passau betreffend: Messungen des Verkehrsklubs Deutschland, die über den Zeitraum eines Jahres durchgeführt worden sind, haben ergeben, dass in einer Straßenschlucht am südlichen Brückenkopf der Marienbrücke ein Dieselfahrtverbot dringend angebracht wäre. Die durchschnittlichen Stickoxidkonzentrationen liegen hier deutlich über den erlaubten Grenzwerten. Offizielle Messstationen gibt es hier nicht.

Die Stadt Passau ignoriert die erhobenen Daten und lässt - durch einen Stadtratsbeschluss erzwungen - an 15 Messstellen derzeit eigene Daten erheben. Seit wann und wo genau, soll den Stadträten in der nächsten Ausschusssitzung für Stadtentwicklung und Verkehr am 2. April bekannt gegeben werden.

Ein Durchfahrtsverbot für Reisebusse, welches der Stadtrat auf dieser Strecke zur Entlastung des Verkehrs beschlossen hat, konnte bislang nicht umgesetzt werden. Betroffenen Busunternehmer, welche unter anderem einen Kreuzfahrthafen in Österreich bedienen, haben bei der Regierung von Niederbayern Beschwerde eingelegt.

In das Straßenverkehrsgesetz wird für die wirksame Kontrolle eines Dieselfahrverbotes der neue Paragraph 63C aufgenommen. Um festzustellen, ob für ein Fahrzeugen das Fahrverbot gilt, dürfen die Behörden auf das Zentrale Fahrzeugregister mit den Halter- und Fahrzeugdaten zugreifen.

Zum Verständnis, damit Sie in der Debatte zur Luftverschmutzung nicht Äpfel mit Birnen vergleichen:

Stickoxid (NO2): ätzendes Atemgift, das vornehmlich von Dieselverbrennern ausgestoßen wird.
Kohlendioxid (CO2): das sogenannte Treibhausgas, welches die Erderwärmung begünstigt. Dieselfahrzeuge galten in der Werbesprache in diesem Punkt als "sauber", weil sie im Gegensatz zum Benziner weniger Sprit verbrauchen, damit weniger Kohlendioxid erzeugen. Der Trend zu PS-starken Motoren hat die bessere CO2-Bilanz vernichtet.
Feinstaub: Das Lungengift erzeugen alle Fahrzeuge durch Reifenabtrieb und Bremsstaub. Alles, was bestimmten Autofahrern Spaß macht, erhöht diese Luftverschmutzung: Kavalierstarts, schnelles Beschleunigen und harte Bremsvorgänge.

hud

Investieren Sie in die freie Presse!

Ihnen hat dieser Artikel genützt oder gefallen? Sie möchten auch weiterhin die Passauer Online-Zeitung Bürgerblick, ein Angebot im Netzwerk der freien Presse, lesen? Dann unterstützen Sie uns, indem Sie für dieses Angebot nach eigenem Ermessen bezahlen. Jeder Cent zählt. Einfach und bequem per Paypal.

14:06
Montag
25. März 2019
 
Bitte klicken Sie diese Förderer
und Freunde der freien Presse:

SOCIAL MEDIA

KULTURKALENDER
25.03. | Montag
CAFÉ DUFTLEBEN
Deutschpop und Soul
 

Britta Wittenzellner aus Aiterhofen (Gesang) und Uli Schwarz aus Passau (Klavier) treten mit einer Auswahl an Deutschpop und Soulklassikern auf.


19:00 Uhr | frei

Google-Anzeigen