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Nachrichten | Montag, 27. März 17

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Hochwassermauer an der Innpromenade: In den Fotomontagen der staatlichen Behörden ist das geplante Bauwerk oft kaum erkennbar im Hintergrund - hier eine Ausschnittsvergrößerung. (Quelle: WAA Deggendorf)
Bürgerdialog mit BR-Moderator

Kippt die Flutmauer "Innpromenade"?

Passau - Sie wollen die Mauer kippen. Mit guten Argumenten, mit dem Ruf nach der „Variante Null“, welche das Rathaus in der Diskussion bislang ausgeklammert hat: kein Hochwasserschutz an der Innpromenade! Denn eine Flutmauer dort würde bedeuten, dass eine als Naturdenkmal ausgewiesene Kastanienallee zerstört wird. Ausgerechnet ein Park, der das beschlossene „Innenstadtskonzept 2030“ mit dem Schwerpunkt "Leben am Fluss" bereits bestens erfüllt, würde geopfert werden.

Ort und Zeit dieses brisanten Bürgerdialogs: Heute, Dienstag, 28. März, 18.30 Uhr, im Saal des Wirtshauses „Peschl-Terrassen“, auf der Donauseite des Neumarkts. Organisiert hat die Veranstaltung Grünen-Stadtrat Karl Synek. Sie wird von Vertretern aller Parteien mitgetragen und besetzt.

BR-Korrespondent als Moderator
Synek hat als „neutralen Moderator“ Martin Gruber, den Korrespondenten des Bayerischen Rundfunks, verpflichtet. Bislang hatte alle Bürgerinformationsabende zum Hochwasserschutz Oberbürgermeister Jürgen Dupper persönlich geleitet und Partei ergriffen: Er sieht in den hohen staatlichen Zuschüssen die einmalige Chance, so viel Hochwasserschutzmaßnahmen wie möglich umzusetzen. Synek sieht morgen eine andere Chance: „Für die Bürgerinnen und Bürger besteht die einmalige Gelegenheit ihre gewählten Vertreter direkt mit ihren Ansichten und Fragen zu konfrontieren und gegebenenfalls eine Begründung für deren Abstimmungsverhalten zu verlangen.“

Widerspruch zum "Innenstadtentwicklungskonzept 2030"
Das geplante Hochwasserprojekt steht im totalen Widerspruch zum genannten Leitfaden, den Oberbürgermeister Jürgen Dupper in seinem zweiten Amtsjahr, im September 2009, herausgegeben hat. Dort heißt es: „Wie können die ganz besonderen Qualitäten der Stadt - die einzigartige Lage an drei Flüssen - sowie das historische Stadtbild mit der typischen Altstadt und dem Neumarkt erhalten und weiter gefördert werden? Grundlage jeder Planung muss die Sicherung und Weiterentwicklung dieser unverwechselbaren Marken sein“. Keiner wird bestreiten, dass die Innpromenade zu den schönsten Marken der Dreiflüssestadt gehört. Das Leitpapier nennt als Schwerpunkt: „Die drei Flüsse sind das, wodurch sich Passau weltweit von anderen Städten unterscheidet. Deshalb gilt es, dieses Alleinstellungsmerkmal weiter auszuarbeiten, die Aufenthaltsqualität an den Flüssen zu stärken… .“

Der Verein, der sich den "Erhalt des Stadtbildes und Schutz der Landschaft" in die Satzung geschrieben hat, das "Forum Passau", legte seinen Mitgliedern „dringlich“ ans Herz, diese Veranstaltung zu besuchen und sich mit kritischer Stimme einzubringen. Unter seiner Federführung bereiten sich Bürger und Politiker aller Couleur seit Wochen darauf vor, einen Bürgerentscheid anzustoßen, falls sich der Passauer Stadtrat für eine der vier Flutmauervarianten entscheiden sollte.

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