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Nachrichten | Mittwoch, 13. März 19

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Am Supermarkt der Neuen Mitte: Einkaufen zu Fuß. Studenten und Schüler, Rentner und Migranten schleppen volle Tüten und Taschen. (Foto: Toboas Köhler)
Passauer Supermärkte

Nibelungenplatz: 27 Tage ohne Rewe

Der einzige Supermarkt weit und breit in der Passauer Innenstadt wird von einer Genossenschaft mit Sitz in Köln betrieben. Er soll zu den umsatzstärksten in Süddeutschland zählen, zumal er als Nahversorger die Stadtteile Neumarkt, Neue Mitte und St. Nikola mit dem Univiertel bedient. Das Sortiment ist auf die Bedürfnisse der Stammkunden ausgerichtet, die bedingt durch die Lage in der Fußgängerzone und der Nähe zum ZOB meist fußläufig, mit Bus oder Fahrrad kommen: Studentinnen und Rentner, junge Mütter und Single-Männer.

Heute wurde durch eine Pressemitteilung bekannt: Ab kommenden Mittwoch müssen diese Stammkunden auf ihren Nahversorger verzichten. Mindestens 27 Tage lang. Der Rewe-Markt am Nibelungenplatz, 1.300 Quadratmeter Verkaufsfläche, 55 Angestellte inklusive Marktmanager, wird runderneuert. Die Umbauarbeiten sind umfangreich.

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Im runderneuerten Rewe erwartet Sushi-Freunde ein neues Angebot. (PR-Foto: Rewe/ München, Theatinerstraße)
Ein neuer dunkler Boden aus Steingutfliesen, viel helles Holz an Theken und Regalen, angenehmere Beleuchtung, neue Kühlmöbel, mehr Platz für die offene Küche einer Sushi-Kette, die vier Kassenbänder werden teilweise auf die doppelte Länge vergrößert. So zählt Pressesprecherin Rosmarie Daubenmerkl Beispiele auf, wie Design und Technik sich ändern werden. Rechtzeitig vor Ostern und dem Semesterbeginn, am 17. April, soll der Supermarkt wieder eröffnen.

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Der Rewe-Supermarkt gehört zum Kapfinger-Komplex der Neuen Mitte: Darüber liegt ein Fitnesscenter, daneben Kinocenter und das Hochhaus mit Geschäften, Arztpraxen und Büros. (Foto: Tobias Köhler)
Die nächsten Lebensmittelversorger der Passauer Innenstadt - von den Wochenmärkten dienstags und freitags im "Klostergarten" abgesehen - liegen einen Stadtteil entfernt: in der Altstadt am Residenzplatz oder in Haidenhof-Nord in der Nibelungenstraße, beides kleinere Märkte eines Edeka-Kaufmanns. Der stark besuchte Rewe-Markt am Nibelungenplatz ist eine Mieterin im Immobilienimperium des Baulöwen Michael Kapfinger; nebenan liegt das nach diesem benannte Hochhaus mit dem Kinocenter. Die Mieteinnahmen sind umsatzabhängig – eine Partnerschaft, wie sie sonst nur bei Einzelhändlern üblich ist.

Die Rewe-Genossenschaft rüstet ihre Niederlassung am Nibelungenplatz rechtzeitig vor einem kommenden Mitbewerber auf: Im östlich angrenzenden Nibelungencenter, das seit der Eröffnung des ECE-Kolosses „Stadtgalerie“ vor zehn Jahren von Leerständen gezeichnet ist, wird wohl ein größerer Edeka-Kaufmann auf 1.500 Quadratmeter seine dritte Passauer Filiale eröffnen. Rewe ist dreimal in Passau vertreten: in der Spitalhofstraße, dem ehemaligen "Pawo"-Center, heute Sitz der sogenannten bayerischen Grenzpolizei, und im Neustifter Einkaufszentrum, ein von einem Kaufmann geführtes Unternehmen.

Im Passau des 20. Jahrhunderts haben Supermärkte mitten in der Fußgängerzone floriert, beispielsweise die "Tengelmann"-Filiale" in der Ludwigstraße. Deren Umsätze brachen ein, als am Stadtrand Discounter-Ketten mit ihren großen Einkaufsflächen und den noch viel größeren Parkplätzen die Flächen versiegelten. Mit dem Kofferraum zum Großeinkauf, das ist bequem und familienfreundlich. Der Rewe am Nibelungenplatz hingegen, der überwiegend von Laufkundschaft lebt, spricht im 21. Jahrhundert ein wachsendes Publikum der Städte an: Junge Menschen und Menschen im Alter, die auf ein eigenes Auto keinen Wert legen, es sich nicht leisten können oder wollen.

hud

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