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Nachrichten | Freitag, 22. September 17

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Schauplatz eines Polizeieinsatzes: Kinderheim St. Josef in Büchlberg. (PR-Foto: St. Josef)
Alarm im Kinderheim

Pubertät, Beziehungskrise und Softairwaffe


Der Notruf einer Jugendpädagogin hat am Donnerstagabend zu einem größeren Polizeieinsatz in Büchlberg (Landkreis Passau) geführt.

Ein Heimbewohner war mit einer Druckluftwaffe, wie sie frei erhältlich ist, abends aufs Gelände zurückgekommen. Die für die Betreuerin täuschend echt aussehende Waffe, die er am Rücken hielt, und sein aufgewühlter Zustand hatten Schlimmstes befürchten lassen.

Jugendlicher, Waffe, Kinderheim - in einer Informationsgesellschaft, die von jedweden Amokläufen der Welt sensibilisiert ist, schrillen die Alarmglocken entsprechend laut. Der Notruf löste einen Großeinsatz aus, der kurz nach Eintreffen der Polizeibeamten abgebrochen werden konnte. Rettungsfahrzeuge, die unterwegs waren, drehten auf halbem Wege wieder um. Der 15-jährige hatte die Softairpistole, welche die Uniformierten als Spielzeug erkannten, umgehend ausgehändigt.

In Sorge um den labilen Zustand des Burschen, der - wie sich später herausstellte – in einer pubertären Beziehungskrise steckt, unter Liebeskummer leidet, wurde dieser zur ärztlichen Behandlung in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. 

Im Büchlberger Kinderheim „St. Josef“ werden in verschiedenen Gruppen rund 80 Bewohner betreut, vom Kleinkind bis zum Heranwachsenden. Die Aufnahme in die Einrichtung erfolgt in der Regel, wenn Verhaltensauffälligkeiten vorliegen. Jugendpädagogen arbeiten in Schicht rund um die Uhr, acht waren in der Nacht des Polizeieinsatzes im Dienst.

Die Jugendlichen haben Ausgang bis 22 Uhr, dann herrscht Bettruhe. Um 21.15 Uhr hatte der 15-Jährige das Gelände betreten. Eine Betreuerin beobachtete ihn, entdeckte die Waffe. Laut Polizeibericht soll er "Gewalttätigkeiten gegenüber sich und anderen" angekündigt haben.

Die Hersteller der Softairwaffen werben damit, dass ihre Produkte den echten Pistolen und Gewehren täuschend ähnlichsehen. Wo sich der Jugendliche das umstrittene Spielzeug besorgt hat, wird laut Heimleitung ermittelt. Warum hat die Polizei in ihrem Pressebericht die Druckluftwaffe nicht erwähnt? Es habe sich erkennbar um eine harmlose Spielzeugwaffe gehandelt, die mit Erbsen und Druckluft funktioniere, ergab die Nachfrage.

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