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Nachrichten | Samstag, 24. August 19

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Viking-Busse blockieren Stadtbushaltestellen, parken in der Feuerwehranfahrtszone, Viking-Fremdenführer leitet E-Bike-Gruppe übern Gehweg. Seine Entschuldigungsgeste an den Fotografen, dem er an die Wäsche ging: zwei Stinkefinger. (Foto: mediendenk)
Eskalation im Kreuzfahrttourismus

Viking-Fremdenführer greift Reporter an

Hannes J. hatte die Kontrolle verloren. Der Mann mit dem roten T-Shirt der Reederei „Viking“ trat dem Reporter so nahe, dass zwischen ihren Gesichtern nur mehr eine Handbreit blieb, stieg mit dem Turnschuh auf dessen rechten Fuß, damit dieser nicht zurückweichen konnte und packte ihn am Kragen seines Shirts. Eine junge Kollegin des Viking-Mannes, die drei Schritte weiter stand, schaute verschämt weg und schwieg.

Es war nicht die erste Eskalation in dieser Fotoreportage zum Tourismusstress in Passau. Das bayerische Venedig leidet wie das echte: immer mehr Kreuzfahrtschiffe, immer mehr Reisebusse, die Gassen verstopfen, Radfahrer und Fußgänger gefährden, die Luft verschmutzen; immer mehr Touristengruppen, neuerdings im Pulk per E-Bike.

Brennpunkt ist neben der Altstadt der Stadtteil auf der südlichen Innseite, die Innstadt. Hier hat die Stadt ein Durchfahrtsverbot für Reisebusse erlassen. Die Reiseunternehmen, welche die Schiffskreuzfahrten bedienen und die Route durch die Innstadtgassen als Abkürzung ins südliche Donautal nutzen, unterlaufen diese Sperre, indem sie für ihre Busse dort ein neues "Anliegen" geschaffen haben. Sie haben einen Fahrradkeller gemietet, bieten in diesem Stadtteil „Besichtigungstouren" per E-Bike an.

Reiseführer und Busfahrer, die laut T-Shirt und Busbeschriftung offenbar für die Reederei Viking tätig sind, wollen die Dokumentation der Verkehrsverstöße verhindern; wie beispielsweise die Dieselriesen mitten auf der Fahrbahn wenden, Buchten der Stadtbusse oder Feuerwehranfahrtszonen blockieren; wie Fremdenführer ältere Herrschaften, von denen manche vorher noch nie ein Elektro-Bike bestiegen haben, im engen Verkehrsraum der Stadt in Gefahr bringen, sie notgedrungen verkehrswidrig auf dem Gehsteig radeln lassen - Dutzende im Pulk! Es kommt zur Konfrontation mit dem filmenden Reporter.

Die Nerven der Busfahrer und Fremdenführer liegen blank. Es war der zweite Vorfall mit einem Übergriff auf einen Reporter in wenigen Wochen. In selbiger Reportage, Reisebusse dokumentierend, welche am Mühltalbach eine städtische Bushaltestelle und den Gehweg blockierten, ist einer der beiden Busfahrer den Fotografen derart angegangen, dass zwei Passanten stehen blieben, um notfalls einzugreifen oder als Zeugen zu dienen.

Der Journalist hat dem Viking-Mitarbeiter angeboten, sein Übergriff werde keine Konsequenzen haben, wenn er sich entschuldigt. Doch dieser schickte Beleidigungen hinterher, weigerte sich, seine Auftrageber zu nennen und meinte spöttisch, er habe eine Zeugin, seine junge Kollegin; der Reporter stehe mit seiner Aussage allein.

Mehr im nächsten Heft.       

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