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Nachrichten | Dienstag, 12. Juni 18

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Regensburger Justizbeamte bringen die Angeklagte durch die Gasse hinter dem Dom zum Landgericht. Verteidiger Sebastian Kahlert ist ihr mit einem Aktenordner entgegengeeilt, damit sie ihr Gesicht verdecken kann. (Foto: Tobias Köhler)
Prozess um versuchten Ehegattenmord

Von Liebe, Gift und Lüge

Vor dem Passauer Landgericht hat ein Prozess wegen versuchten Ehegattenmordes begonnen.

Angeklagt ist eine 50-jährige Ehefrau aus Waldkirchen (Landkreis Freyung-Grafenau), die laut Anklage ihren Mann vergiften wollte. Sie soll ihm blutverdünnende Tabletten in Essen und Trinken gemischt haben. Er kam mit lebensgefährlichen Blutungen in die Klinik. Die Ärzte hatten ihn retten können.

Die Staatsanwaltschaft Passau wirft der Angeklagten vor, sie sei ihres 17 Jahre älteren Ehemannes überdrüssig geworden und habe sich ihrem Geliebten, ihrem gleichaltrigen Chef, zuwenden wollen.

Neun Verhandlungstermine bis Ende Juli sind geplant, 27 Zeugen aufgerufen.

Lügengeschichte vom Selbstmordversuch

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Ermittlungsakten in Zeiten der digitalen Auswertung durch die Kripo: mehr als 10.000 SMS-Nachrichten und Rechnerprotokolle sind ausgewertet worden. (Foto: Tobias Köhler)
Die Angeklagte sitzt seit neun Monaten im Regensburger Frauengefängnis in Untersuchungshaft. Sie hat sich als raffinierte Lügnerin gezeigt. Nach Studie der Ermittlungsakte hatte sie im vergangenen Herbst versucht, mit einer erfundenen Geschichte die Justiz zu beeindrucken und gnädig zu stimmen: Sie habe vergifteten Tee damals für sich selbst vorbereitet, um aus dem Leben zu scheiden. Dabei sei ein Missgeschick passiert. Der Ehemann bestätigte diese Version, offensichtlich um ihr beizustehen. Im März diesen Jahres hat sie diese Aussage widerrufen. Jetzt vor Gericht erzählte sie "die Wahrheit".

Die Antwort auf die wichtigste Frage, wie das Gift, der Wirkstoff des blutverdünnenden Medikaments "Marcumar", in den Körper des Ehemanns gelangte, bleibt auch nach dem ersten Prozesstag offen.

Zwischen zwei Männern

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Umlagert von Fotoreportern und Kameraleuten: die Angeklagte auf der Anklagebank im Saal 40 des Passauer Landgerichts. (Foto: Tobias Köhler)
In einer dreistündigen Einlassung schilderte die Angeklagte ihr Leben zwischen den zwei unterschiedlichen Männern, dem pensionierten Lehrer und dem wohlhabenden Versicherungsagenten, warum sie den einen nicht verlieren wollte und vom anderen nicht lassen konnte; sie sprach von einem "unlösbaren Dilemma". Sie betonte ihr ehrenamtliches Engagement in der evangelischen Kirche und in der Flüchtlingshilfe. Um sich in gutes Licht zu stellen? Wer ihren Schilderungen glaubt, sucht vergeblich nach einem Motiv.

Ärzte in fünf Städten konsultiert
Eine Regensburger Medizinerin hatte bei der Untersuchung des Patienten den Verdacht geschöpft, dass es sich um eine Giftattacke handelt und die Kripo eingeschaltet. Zuvor hatte dieser Ärzte in Waldkirchen, Freyung, Deggendorf und Passau besucht und mit seinem Krankheitsbild Rätsel aufgegeben.

Herzpatientin bestohlen?
Eine Schlüsselfigur in diesem Kriminalfall spielt eine herzkranke afghanische Flüchtlingsmutter, die mit "Marcumar" behandelt wird. Die Frau wurde von der angeklagten Flüchtlingshelferin betreut und es gibt Hinweise, dass sie von deren Medikamenten Tabletten abgezweigt hat.

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18:12
Samstag
20. Oktober 2018
 
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