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Report | Freitag, 17. Februar 17

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Die Telefonzentrale am Empfang des Klinikums Passau: Hier ging der Anruf des Schülers ein, der einen Anschlag mit mehren Verletzten vorgaukelte.
Falscher Alarm

16-jähriger Schwabe versetzt Passau in Ausnahmezustand

Ein 16-jähriger Schüler aus einem 250 Kilometer entfernten schwäbischen Dorf hat vor einer Woche in Passau für einen mehrstündigen Ausnahmezustand im Klinikum, bei der Polizei und an der Universität gesorgt. Er hatte sich mit offenbar verstellter Stimme als Kriminalbeamtin ausgegeben, ließ sich im Klinikum zur Notfallambulanz verbinden und kündigte an, dass nach einer Messerstecherei auf dem Unigelände in Kürze mehrere Schwerverletzte eingeliefert werden würden.

Ärzte und Pfleger hatten sich zunächst dem Notfallplan gewidmet. Als keine Verletzten eintrafen, löste die Rückfrage bei der Polizei ein großes Rätselraten aus: Von einem Messeranschlag auf dem Passauer Universitätsgelände war nichts bekannt. Weil die Unsicherheit blieb, ob nicht doch irgendwo dieser Angriff stattgefunden hatte, begann ein Großeinsatz der Polizei, ein Hubschrauber stieg auf. Polizeibeamte kämmten Unigelände und die Uniräume nach einem eventuellen Tatort, nach möglichen Opfern ab. Nach drei Stunden wurde die Aktion mit dem Ergebnis abgebrochen: falscher Alarm.

Etwa 50 Polizeibeamte waren im Einsatz, die Klinikum hatte 40 Ärzte und Pfleger in die Nachtschicht bestellt, die Kosten summieren sich laut Nachfrage auf etwa 50.000 Euro. Allein der Hubschraubereinsatz wird mit 15.000 Euro angesetzt. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass dem jungen Mann die Kosten in Rechnung gestellt werden“, erklärt ein niederbayerischer Polizeipressesprecher.

Beim Anruf am Freitagabend vor einer Woche in der Telefonzentrale des Passauer Klinikums hatte der Schüler seine Handynummer unterdrückt. Für die Ermittlungen zog die Passauer Kripo das Landeskriminalamt hinzu. Der anonyme Anruf konnte mithilfe der Telefonanbieter zurückverfolgt werden: das Handy des 16-jährigen Schwaben. Es kam zur Hausdurchsuchung; er hat den Anruf gestanden. Über sein Motiv und seine Verbindung zu Passau hat er sich angeblich nicht geäußert. Laut Polizei ist der Bursche durch ähnliche Delikte bereits polizeilich aufgefallen.

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