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Report | Mittwoch, 14. März 18

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Walter Landshuter, 71 (Foto: Wolfgang C. Bayer)
Scharfrichterhaus-Gründer

40 Jahre Liebe zum Protest

Walter Landshuter, 71, und Edgar Liegl, 78, feierten im kleinen Kreis. Das große Gründungsfest „40 Jahre Scharf­richterhaus“ fiel aus. Zum sogenannten Rubin-Jubiläum baten wir sie zu einem Interview. Die Zeiten haben sich geändert, das Scharfrichterhaus hat in all den Jahren etwas von seinem bärbeißigen Charme verloren. Es gehört mittlerweile zum kulturellen Passauer Establish­ment. Im Gespräch mit den beiden Gründervätern erfuhr Bürgerblick-Autor Wolfgang Bayer vom unbeugsamen Willen, welcher einst der Nährboden für diese Kleinkunstbühne war. Sie erzählen über Freuden und Leiden an Ihrem Lebenswerk.

Dieser Beitrag erschien in Bürgerblick-Heft Nr. 107 im Juli 2017.

Das Scharfrichter ist von einem Hort der „Nestbeschmutzer“ zu einer der wichtigsten Säulen im kulturellen Leben der Stadt Passau geworden. Hätten Sie sich das jemals erträumen lassen?

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Edgar Liegl, 78 (Foto: Wolfgang C. Bayer)
Edgar Liegl: „Die „Süddeutsche Zeitung“ hat mal geschrieben, wir seien in die deutsche Kabarettgeschichte eingegangen. Diesen Tagtraum, den Walter und ich damals hatten, dass der in Erfüllung geht, konnten wir nicht voraussehen - und auch nicht die Schwierigkeiten, die finanziellen Probleme. Ich glaube, dass eine konkrete Utopie nur dann in Erfüllung geht, wenn man nicht ängstlich an die Zukunft denkt. Wir waren geradezu davon besessen, die kulturellen und politischen Verhältnisse in Passau zu verändern. Wir haben damals nicht von ungefähr auch Ernst Blochs „Das Prinzip Hoffnung“ gelesen.“

Walter Landshuter: „Also ich habe mir nichts erträumt. Das Einzige, was ich gehofft habe, dass wir nicht untergehen und ja: Speziell ich war da jahrelang wirklich davon bedroht. Ich habe einen Schuldenberg angehäuft, von dem werde ich wohl einen Teil mit ins Grab nehmen müssen. Aber ich will nicht jammern, es war trotzdem ’ne tolle Zeit. Eine kämpferische Zeit, das fehlt mir einerseits jetzt; andererseits ist es so ein bisschen gemütlicher.“

War der massive Widerstand von Presse, Kirche und CSU am Ende nicht sogar ein Segen für den Erfolg des Scharfrichterhauses?
Edgar Liegl: „Mit Sicherheit. Druck erzeugt Gegendruck, der Druck gegen uns war wohl einmalig. Wir hatten damals ohne Zweifel sowas wie Feindbilder.  Diesen Ausdruck gebraucht man heute nicht mehr gerne. Die Konfrontationsmöglichkeiten sind voll aufgegangen. Der damalige Chefredakteur der „Passauer Neue Presse“, Erwin Janik, hatte eine Zensur über das Scharfrichterhaus verhängt.

Die PNP hat das Haus wegen der gotteslästerlichen Auftritte von Kabarettisten wie Sigi Zimmerschied totgeschwiegen. Der Chefredakteur, der den Boykott verhängte, war Erwin Janik, sein Bruder war Chefredakteur beim Bistumsblatt.

Das muss man sich vorstellen im demokratischen Deutschland: ein Boykott, der fast fünf Jahre dauerte.  Das dürfte einmalig sein. Wir sind aufgestanden gegen diese, ich nenne es mal „Dreieinigkeit“, gegen diese geballte Macht – und das ist geglückt.“

Walter Landshuter: „Ich würde „Erfolg“ in Anführungszeichen setzen. Wir sind überregional bekannt geworden, in ganz Deutschland. Wenn man Bekanntheitsgrad als Erfolg sieht, dann kann man es so bezeichnen, aber das trifft für mich nicht zu. Für manche bedeutet viel Geld Erfolg, doch in diesem Punkt sind wir völlig erfolglos, das ist dann hier eine Katastrophe. Ich nenne es Erfolg, dass es uns nach vierzig Jahren überhaupt noch gibt, dass wir eine feste Institution sind, wo Kabarett, wenn es ambitioniert ist, unterhält und aufklärt.“

Hat denn das Scharfrichterhaus in Ihren Augen irgendetwas bewirkt?

Edgar Liegl:
„Da muss man vorsichtig sein, weil Kunst und Kultur kein direkter Hebel zur Veränderung sind, sondern immer nur indirekt. Ich glaube, über die emotional-intellektuelle Ebene haben wir etwas bewirkt, aber viel wichtiger war die Fernwirkung: In ganz Deutschland sind Kleinkunstbühnen entstanden. Wir haben das „Scharfrichterbeil“, diesen Wettbewerb, ins Leben gerufen. Heute gibt es in Deutschland 60 Kabarettpreise.“

"Passau ist für mich eine Pappkulisse für ein ziemlich schlechtes B-Movie" Walter Landshuter, Gastronom

Walter Landshuter: „Bei aller Wirkung, heute haben wir das Problem, dass in der von Touristen gefluteten Altstadt das Scharfrichterhaus wie der Dom vorgeführt wird. Ich stelle mir oft die Frage: Was ist noch echt an Passau, wer sind die Passauer? Für mich ist alles eine Pappkulisse für ein ziemlich schlechtes B-Movie. Ich glaube, dass die meisten Leute auf den Kreuzfahrtschiffen gar nicht wissen, in welcher Stadt sie sind. Passau, Salzburg, es ist ja eh ́ wurscht, alles austauschbar. Da steht ein schöner Dom, drei Flüsse fließen und innerhalb unserer Mauern hat’s ein paar aufmüpfige Leute gegeben, das Ganze nennt man Kabarett. Es ist eine sehr fragwürdige Entwicklung. Die große Umwälzung, die wir in unserem Tatendrang vor vierzig Jahren beabsichtigt hatten, ist natürlich nicht eingetreten. Dies zu glauben, war vielleicht ein bisschen naiv. Aber alle haben ihren Spaß gehabt, auch ich."

Wer kam eigentlich damals auf die Idee mit dem Beil?

Walter Landshuter:
„Das war Edgar. Er hat in den ersten Jahren sehr viele Ideen entwickelt und umgesetzt.  Ich war meistens mit der physischen Arbeit beschäftigt: Bierfässer hin und hertragen, mich mit Burschenschaftlern rumschlagen. Edgar hat sich da rausgehalten, aber dafür solche Zeichen gesetzt, die wichtig waren.“

Edgar Liegl: „Walter sagt immer: Das war Edgars Kind. Ich weiß noch genau den Tag, ich bin von München runtergefahren, dachte, ein „Kabarettpreis“, das wär ́s. Der Walter war sofort angetan. Ohne ihn hätte ich meine Idee nie umsetzen können. Es ist unser „gemeinsames Beil“. Walter bemüht sich all die Jahre darum, Künstler fürs Beil an Land zu ziehen. Natürlich dürfen die Mitarbeiter nicht vergessen werden. Matthias Ziegler, der immer nur als der tolle Geschäftsmann hingestellt wird, steht auch auf der Seite dieser Ideen.“
Ende der 1990er Jahre hatte Matthias Ziegler, Sohn eines Grünen-Stadtrats, mit Ende 30 das Scharfrichterhaus gekauft und Schulden abgelöst. Er hatte als Schüler diese Kleinkunstbühne kennen und lieben gelernt.

Wie zermürbend war es für Sie, von heute auf morgen eine „Persona non grata“ in Passau zu sein?

Edgar Liegl:
„Ich fand das toll. Ich mein, das war gut so. Ich zitiere mal Dieter Hildebrand, der bei einem Auftritt im Passauer Redoutensaal zu uns gesagt hat:  Seid froh, dass ihr diesen Janik habt. Boykott und Zensur haben dem Ruf des Scharfrichterhauses gedient, ohne Zweifel. Auch der Widerstand von der Stadt und von anderen Seiten hatte seinen Wert.“
Walter Landshuter: „Persona non grata“ war ich nur für bestimmte Leute. Für andere war ich der kleine Held. Sie fanden es sehr gut, dass ich es gewagt hatte, so aufmüpfig zu sein, dass wir stellvertretend für sie die Revolution herbeiführen und den Kopf hinhalten. Insofern konnte ich mit erhobenem Haupt durch die Stadt gehen.“

Das heißt: Es hat Sie auf persönlicher Ebene nicht tangiert?

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2012: Das Restaurant im Gewölbekeller mit langen Tafeln und Wandgemäl­den. Dieser Raum wurde nach der Flut 2013 umgebaut zum Theaterkeller.
Walter Landshuter: „Ganz im Gegenteil, das war mir ein Vergnügen mich mit den Institutionen und Leuten auseinanderzusetzen. Ich und Edgar sind nach einem längeren Gespräch mit Chefredakteur Janik, der die Feindschaft angezettelt hatte, im hohen Bogen aus der PNP rausgeflogen. Ich bin selten so vergnügt aus einem Haus rausgeschmissen worden.“ (lacht) Edgar Liegl: „Wir fanden das toll. Tangiert hat es uns nur in finanzieller Hinsicht. Der Boykott hat natürlich den Walter als Gastronom besonders getroffen. Aber er war immer der Felsen vor Ort. Wir hatten damals noch Jazz im Programm, das war nicht billig. Aus finanzieller Sicht war es gut, dass später der Matthias Ziegler dazu gekommen ist.“

Wie haben Sie sich kennengelernt?

Edgar Liegl: „Vor meinem späten Philosophie- und Politikstudium in München habe ich in der Passauer Handelsschule Pindl, wo Walter zur Schule ging, ein pädagogisches Praktikum absolviert. Ich wurde zum Vertrauenslehrer gewählt und wirkte an der Schülerzettung mit. Gemeinsam gründeten wir den Arbeitskreis „Junge Kunst“, trafen uns in Cafés und diskutierten. Die Frankfurter Schule war damals enorm aktuell, es war die Atmosphäre der späten 68er-Bewegung, die uns faszinierte. Walter ging dann in die Lehre und zur Bundes - wehr. Man muss sich den Walter in Unteroffiziers - uniform vorstellen, herrlich! (lacht) Ich habe ihn öfters von der Kaserne in Kohlbruck abgeholt. Wir hatten ein Zimmer im Niederhaus gemietet und dort Literatur verschlungen. Ich will gar nicht erwähnen, was wir uns da alles reingezogen haben.“

Also haben Literatur, Intellekt und Idealismus zur Geburt des Scharfrichterhauses geführt?

Walter Landshuter:
„Naja, wie so häufig eher sehr egoistische Absichten. Ich war bei der Hemdenfabrik „Eterna“ beschäftigt als Produktmanager und Verkaufsleiter, durchaus nicht ohne Erfolg. Aber ich konnte mir nicht vorstellen, mich das ganze Leben lang mit bunten Knöpfen und Brustaufnähern zu beschäftigen - so erotisch das auch gewesen sein mag (lacht). Ich wollte meinem Leben eine Wendung geben, mein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Der Nebeneffekt sollte sein, diese so geschichtsträchtige Provinzstadt ein bisserl aufzumischen - und das ist uns wohl gelungen.“

Sie mussten dafür große finanzielle Einschnitte in Kauf nehmen, oder?

Walter Landshuter:
„Naja klar, wenn ich in meinem Job geblieben wäre, hätte ich jetzt irgendwo ein Häuschen mit Swimmingpool und einen BMW in der Garage. Muss ich drauf verzichten. (lacht)

"Ich will gar nicht erwähnen, was wir uns da alles reingezogen haben" Edgar Liegl, Diplom-Politologe

Edgar Liegl: „Bei mir ging es über Bankdarlehen. Als Eigentümer des Scharfrichterhauses erhielt ich ein Auf baudarlehen zu einem günstigen Zinssatz. Walter hat sich mit seinem Darlehen hochverschuldet. Ich hatte das Haus als Sicherheit.

Der eine studiert in München und akquiriert die Künstler, der andere schuftet im Keller in der Provinz – führte das nicht zu Spannungen?

Edgar Liegl:
„Es stimmt schon, der Walter wurde oft allein gelassen. Aber wir haben uns immer abgestimmt.  Es war eigentlich fast wie eine Liebe zwischen zwei Männern, die nicht homosexuell war. Ich weiß nicht, wer einmal gesagt hat: Zwei völlig verschiedene Typen hätten sich getroffen und ergänzt. Der eine voll von bodenständiger Kraft, der Walter; ich mehr der unruhige Geist zwischen Provinz und Großstadt.“

Walter Landshuter: „Naja, Liebe würde ich nicht sagen. Es ist schon eher eine tiefe Freundschaft, die auf großem gegenseitigem Vertrauen aufbaut, die aber in 40 Jahren schwersten Prüfungen unterzogen worden ist.  Schrammen blieben nicht aus. Letztlich ist uns beiden das wichtig, was übriggeblieben ist: Das Scharfrichterhaus, wie es jetzt dasteht. Wir hätten uns unsere Nachfolge vielleicht etwas anders vorgestellt, aber es gab nicht viele Möglichkeiten, die Leute auszuwählen. Im Grunde genommen sind wir froh, dass Matthias Ziegler es jetzt so weiterführt, wie er es macht.“

Gibt es irgendetwas, was sie damals im Scharfrichterhause nicht akzeptiert hätten, auch heute nicht tun würden?

Walter Landshuter:
„Als 1978 die Uni gegründet wurde, glaubten Burschenschaftler, das könnte ihr Lokal werden. Ich hatte alle Hände voll zu tun, denen plausibel zu machen, dass dies der falsche Ort für sie sei. Das hat zu Handgreiflichkeiten geführt. Ich hatte Spaß daran. Meine Einstellung zu Burschenschaften hat sich bis heute nicht geändert, weil sie für mich der geistige Humus sind, auf dem NPD und die ganzen rechtslastigen Parteien gedeihen.“ Edgar Liegl: „Ich würde sagen: Die Gesellschaft hat sich verändert, das Publikum hat sich verändert, Passau hat sich verändert und auch die Struktur des Kabaretts. Es geht hin zu Comedy und Performance. Ich denke, gerade wir Alten sollten nicht Bremser sein, aber wir sollten mit der Entwicklung des politischen Kabaretts eindeutig kritisch umgehen.“

Es war eigentlich fast wie eine Liebe zwischen zwei Männern, die nicht homosexuell war. Edgar Liegl, Ex-Kulturmanager

Wie weit darf Satire gehen?

Edgar Liegl: „Gutes Beispiel ist Jan Böhmermann.  Ich habe mich aufgeregt über den schlechten Text, den er zu Erdogan ablieferte. Aber ich behaupte trotzdem, der deutschen Satire konnte nichts Besseres passieren.  Viele werden mit mir die Meinung teilen, dass Kabarett und Kunst Grenzen überschreiten und Tabus brechen müssen, sonst taugen sie nichts.“

Einer, der etwas taugt, wurde offenbar in Passau vergrault. Was ist mit dem österreichischen Kabarettisten und Filmemacher Josef Hader?

Edgar Liegl:
„Hader? (lacht). Als wir ihn in den 1980er Jahren holten, war er noch völlig unbekannt. Es ergab sich eine problematische Situation, weil sich an diesem Tag zwei Veranstaltungen überschnitten hatten. Walter bat ihn im Nebenraum aufzutreten, dem heutigen Kino. Dies hat Hader offenbar als Kränkung empfunden und bis heute nicht verwunden. Er kommt zu uns nicht mehr.“

Walter Landshuter: „Mich schmerzt das etwas, weil ich den Hader sehr schätze. Nicht nur als Kabarettisten, auch als Schauspieler. Es gibt selten Künstler, die so allroundfähig sind. Sein Werk „Indien“ habe ich auf der Bühne und im Kino gesehen, auch als Buch gelesen. Hader funktioniert überall. Nur bei uns will er nicht mehr spielen.“
Edgar Liegl: „...aber vielleicht kommt er doch irgendwann wieder.“ (lacht)

40 Jahre Scharfrichter - ein Jubiläum, das eine größere Feier verdient hätte?
Walter Landshuter:
„Man sollte alle Gelegenheiten nutzen, um zu feiern. Wir haben es in kleinerem Rahmen getan. Unser Geburtstag war der Eröffnungstag am 11.  März 1977. Man hätte es größer aufziehen können, aber es hat unseren Matthias Ziegler nicht bewegt, weil er nicht von Anfang an dabei war. Vielleicht holen wir es zum Fünfzigsten nach. Da bin ich dann ja erst 80. (lacht)

Edgar Liegl: „Ich finde es schade, aber ich respektiere die Entscheidung von Matthias Ziegler. Der geht natürlich mit Recht davon aus: Das war eure Welt, ich habe eine andere Vorstellung. Es wird darauf verwiesen, man könne das Fünfzigjährige entsprechend feiern. Ob der Edgar Liegl dann noch dabei ist, dass muss man immer dahingestellt lassen.“

***

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August 2002: Sandsäcke stapeln sich vor den Türen. Ein Fluthelfer spritzt nach dem Hochwasser den Schlamm vom Vorplatz des Scharfrichterhauses.
Jubiläum in "Rechter Burg"

2002, zum 25-jährigen Jubiläum, hatten die Scharfrichterleute ein großes Programm aufgezogen, das bereits im Vorfeld wegen des Veranstaltungsortes für Diskussionsstoff sorgte: Sie mieteten sich am 9.  März in die Nibelungenhalle, in die „Burg der Rechten“ ein. Kabarettisten hatten bis dahin diese Halle wie der Teufel das Weihwasser gescheut. Die einen sahen in dem Vorhaben eine gelungene Provokation, die andere befürchteten eine unpassende Verneigung vor einem Unort der Passauer Geschichte. Der Abriss der Halle sollte zwei Jahre später erfolgen.
Die Skeptiker behielten nicht Recht. Der Abend wurde, aus heutigem Blickwinkel, zum spannend-fröhlichen Fest der Satire, angeführt vom ursprünglichen Passauer Kabarettistentrio Sigi Zimmerschied, Bruno Jonas und Rudolf Klaffenböck. Letzterer meisterte auf der Bühne die Gradwanderung zwischen Komik und Entsetzen, als er einen beeindruckenden Auftritt als Hitler ablegte (siehe Seite 8). Zu den Mitwirkenden gehörte auch der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude.

Ude schrieb damals: „Die Nibelungenhalle ist mir bisher nur als Ort populistischer Spektakel oder gar rechtsextremer Aufzüge bekannt - da ist es doch höchste Eisenbahn, endlich einen Ort gewitzter Aufklärung daraus zu machen.  Das Scharfrichterhaus imponiert mir seit jeher: So viel widerspenstiger Witz, aufsässiger Geist, kreative Kleinkunst in konservativem Umfeld; da sage ich nur Respekt!“

Klaffenböck, der sich der satirischen Fotokunst widmet, hat den Niedergang der Nibelungenhalle dokumentiert und Inventar erworben.  Seine Ausstellung „Nibelungenhalle – Räume der Erinnerung“ sorgte Ende 2005 für bundesweites Medienecho.

Passauer Passion

Zum Jubiläum 2002 schrieb „Der Spiegel“ über Passau und sein Scharfrichterhaus: „Am Anfang war es so, wie es in der Bibel steht, finster, schwarz, katholisch: Eine heilige Dreifaltigkeit von Kirche, CSU und „Passauer Neue Presse“ hielt die Bayern-Schönheit Passau im Griff und boykottierte ein unkeusches Haus im Schatten des Doms.  Es hieß „Scharfrichterhaus“, in grauer Vorzeit war es Gefängnis und Hort des „Endrichters“, und nun traten da plötzlich Leute auf, die sich Kabarettisten nannten und über Gott und die Welt lästerten... eine Kulturrevolution hob an; heute ist das Liegl-Landshuter-Unternehmen eine Kultstätte, eine Passauer Passion.“  

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