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Report | Samstag, 15. September 18

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Beeindruckende Szene: Die linken Demonstranten breiteten am Hindenburgsteg ein weithin sichtbares Banner aus "Baut Brücken, nicht Mauern!" Das gefiel vielen Passauern. (Foto: Tobias Köhler)
Grenzüberschreitende Antifa-Demo

Bunte Wanderung für ein offenes Europa

"Baut Brücken, nicht Mauern!". Das dreißig Meter lange und zwei Meter breite Stoffbanner, blaue Buchstaben auf weißem Grund, weht auf der stadtzugewandten Seite des Hindenburgstegs und ist bis hinunter zur Marienbrücke lesbar. Antifa-Gruppen aus Bayern und Österreich haben in der Dreiflüssestadt über die Grenzen hinweg gegen den Rechtsruck in Europa demonstriert.

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Die österreichischen Antifa-Vertreter, hier beim Einmarsch an der Grenze, demonstrierten vor allem gegen die eigene Regierung. (Foto: Tobias Köhler)
"Öffnet die Grenzen" führte eine Gruppe von etwa 40 österreichischen Teilnehmern, ab der Grenze begleitet von ebenso vielen bayerischen Polizeibeamten, ein Transparent voran. Die bayerischen Teilnehmer, mehr als doppelt so viele, kamen ihnen von der anderen Innseite mit „Schließt die Lager!“ entgegen. Gemeint sind die „Ankerzentren“ der CSU. Zum Schluss waren es mehr als 200 Teilnehmer, weil sich Passauer Bürger spontan angeschlossen hatten.

"Kein Mensch ist illegal!“ ruft eine Männerstimme durchs Megaphon. Sie strecken knallgelbe Plakate in die Höhe "Lasst Nazis nicht regieren und niemals marschieren". Sie skandieren gegen die FPÖ, gegen die AfD – und gegen die CSU. Die Art der Antifa-Anhänger für Menschenrechte und offene Grenzen zu demonstrieren ist grell und laut, zeitweise grenzwertig. Höcke und Söder werden in einem Atemzug als „Faschisten“ tituliert.

Alles sei friedlich verlaufen, lobte hinterher eine Polizeisprecherin. „Selten hat mich ein schwarzer Block so geduldet“, bemerkte ein Beamter der Bereitschaftspolizei. Es gab tatsächlich einige wenige junge schwarze Kapuzenmänner und -frauen mit schwarzen Sonnenbrillen. Aber aggressives Gebrüll gegen die Polizei blieb aus. Es hätte auch kein Anlass dazu gegeben, denn mangels Gegendemonstranten kam es zu keinen Konfrontationen oder Blockaden. Der Zug der bunten linken Truppe begleitet von einer schwarz uniformierten Sondereinheit der bayerischen Polizei durch herbstliche Alleen und auf sonnigen Uferpromenaden nahm sich eher aus wie ein gemeinsamer Wandertag.

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An diesem spätsommerlichen Samstag führen bayerische Polizeibeamte vom "Unterstützungskommando" den Demonstrationszug sicher auf dem Radweg durch die Lindenallee an der Schärdinger Straße. Es mutet an wie eine gemeinsame Herbstwanderung.
Wenn in Passau, regiert von einem roten Rathaus, Linke demonstrieren, bleibt es meistens entspannt, weil rechte Gegendemonstranten erst importiert werden müssten. Wenn Rechte demonstrieren, geht es turbulenter zu. Am 6. Oktober hat sich die AfD angekündigt mit „Unser Land, unsere Regeln.“ Die Gegendemo der Antifa, die wie 2015 großen Zulauf von bürgerlichen Gruppen erfahren dürfte, ist bereits angemeldet.

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Begleitet von vier österreichischen Polizeibeamten marschieren die Demonstranten, die ein Wiener Bus gebracht hat, zur Grenze. (Foto: Tobias Köhler)
Die Antifa-Anhänger aus Österreich waren mit einem Bus aus Wien angereist. Sie sammelten sich auf einem Parkplatz 400 Meter jenseits der Grenze. Dort erwarteten sie vier österreichische Polizisten und Bauern, die hier ihre Kürbisstände aufgebaut hatten. Einige österreichische Grenzbewohner wünschten sich, dass die „linken Spinner“ von den Bayern einer Grenzkontrolle unterzogen werden. Aber die gewünschte Schikane blieb aus, denn am Grenzübergang Mariahilf war weder Bundespolizei noch Söders „Grenzpolizei“ zugegen. Die einzigen, welche die Grenze kurzzeitig blockierten, waren die Demonstranten selbst, um an der Grenztafel Lieder gegen die Rechten abzusingen.

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16. Oktober 2018
 
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