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Report | Freitag, 12. Januar 18

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Im prunkvollen Rathaussaal lauschten 500 geladene Gäste der Passauer Gesellschaft den Neujahrsreden von Oberbürgermeister Dupper und Landrat Meyer sowie den Diözesanblechbläsern unter der Leitung von Michael Beck.
Zehnjähriges Jubiläum

"Groko Passau" bittet zum Neujahrsempfang

Der Hausherr hat viele Talente. Er kann Reden halten, welche die Zuhörer anpacken, wachrütteln, in optimistische Aufbruchsstimmung bringen. Er kennt sich am Zapfhahn aus und zeigt den Burschen an der Schänke, wie sich mit dem richtig eingestellten Druck die perfekte Schaumkrone ins Pilsglas zaubern lässt.

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Vier schwarze Glücksbringer mit Zylinder: Kaminkehrer Berthold Kraus, Andreas Probst, Thomas und Maximilian Uhl.
Beim Neujahrsempfang im Großen Rathaussaal füllt Oberbürgermeister Jürgen Dupper die Gastgeberrolle vollendet aus. Gefühlt 500mal kräftiger Händedruck, 500mal gewinnendes Lächeln, 500mal eine persönliche Anmerkung, er scheint sie alle persönlich zu kennen.

Die Gäste, die pünktlich um 17 Uhr eintreffen, stehen geduldig Schlange, die breite gotische Steintreppe hinab bis zum Portaleingang. Die Männern meist im dunklen Zwirn, einige mit farbenfrohen Krawatten; die Frauen in Pumps und schicken Kostümen, in knallroten die selbstbewussten. Oben im prunkvollen Saal erwartet sie das Empfangsquartett, die „Groko Passau“: das Ehepaar Uschi und Jürgen Dupper und Landrat Franz Meyer mit Frau Rosmarie. Den gemeinsamen Neujahrsempfang in schwarz-roter Koalition richten die beiden Politiker heuer zum zehnten Mal aus; Duppers Vorgänger Albert Zankl (CSU) hatte 2002 damit begonnen, dass Landrat und Oberbürgermeister den Empfang gemeinsam ausrichten. Stadt und Landkreis wechseln sich beim Veranstaltungsort seitdem jährlich ab.

Interessant ist bei solchen Empfängen, wer sich an den Tisch des Hausherrn drängt, wer sich bewusst im Hintergrund hält - und wer nicht kommt, obwohl er geladen ist.

„Es geht uns gut im Durchschnitt und im Weltmaßstab“, beginnt Dupper seine Rede wider Schwarzmaler und Stänkerer. Wo Angst und Wut sich breitmache, Staatsverdrossenheit, da gelte es genauer hinzuschauen: „Ob da nicht wieder bloß der gute alte Rassismus und verblendeter Nationalismus dahintersteckt?“ Den Geschichtsvergessenen bringt er in Erinnerung, wohin Nationalismus führt: Rassismus, Krieg, Ausschwitz.

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Die 18 Stufen der gotischen Treppe zum Großen Rathaussaal. Für die Gäste war der rote Teppich ausgerollt worden.
Zu den erbaulichen Dingen: Drei Milliarden Euro werden jährlich in Passau erwirtschaftet. Die Geburtenrate steigt, die Arbeitslosenzahlen sinken auf Rekordtief; 25.000 Pendler kommen täglich in die Stadt zum Arbeiten, aber nur 5.000 müssen sie für den Broterwerb verlassen – Zahlen, die der Oberbürgermeister mit Stolz präsentiert.

Landrat Franz Meyer sorgt in seiner Rede für Beifall und anschließende Diskussionen, als er auf einen Widerspruch in unserer Gesellschaft zeigt: „Wir können nicht über den Fachkräftemangel jammern, aber so tun, als beginne der Mensch erst beim Akademiker.“

Ein bisschen Klatsch: Kulturmanager Till Hofmann (Eulenspiegel-Festival, Oide Dult) humpelte auf zwei Krücken durch den Saal, der rechte Fuß im Gipskorsett: gerissene Achillessehne. Seine Leidenschaft, der Fußball, hatte ihm die Verletzung beschert. 

Fotos/ Text: tm, hud

 

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Freitag
20. April 2018
 
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