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Report | Montag, 24. Juli 17

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In der Erinnerungsecke "Universität" geht es um Wachstum und Widerstand: Oberbürgermeister Dupper begutachtet Bilder, dahinter Kulturreferent Forster und Museumsleiterin Buchhold. (Photo: mediendenk)
Oberhausmuseum

"Große Geschichte in kleiner Nussschale"

Den Reiz einer neuen Schau auf Oberhaus macht aus, dass der gebotene Blick auf die jüngere Passauer Geschichte überraschend und ungewöhnlich ist.

Museumsleiterin Stefanie Buchold, eine promovierte Historikerin, hat nach 15 Monaten Amtszeit ihr Passauer Debüt abgeliefert. Zugute kommt ihr der unbefangene Blick auf die Wahlheimat und ihre wissenschaftliche Methodik: Sie rief die Bürger dazu auf, bei der Erstellung der Sammlung zu helfen: Welche Ereignisse haben sich in den letzten sieben Jahrzehnten ins Gedächtnis gebrannt, welche Dinge berühren die Herzen?

Etwa jedes zweite der rund 200 von Bürgern eingereichten Erinnerungsstücke hat seinen Platz in der Schau gefunden: ein Begrenzungsstein von der Ilzer Uferstraße aus der Zeit, als dieser Stadtteil noch ein flussnahes Fischerdorf war; der Ausweis des ersten Studenten, der sich an der Universität eingeschrieben hat; die Fliegerbombe, ein Blindgänger, der zur größten Evakuierung der Nachkriegszeit führte; zwei Thonetstühle aus dem alten Scharfrichterhaus oder, das persönliche Lieblingsstück der Museumsleiterin, ein Aushang aus dem Herrenklo des in diesem Sommer abgerissenen Traditionswirtshauses "Apfelkoch".

In die Trilogie Umbrüche, Traditionen und Herausforderungen hat Buchhold den Rundgang gegliedert. Ein Dutzend Erinnerungsecken sind entstanden auf einer Fläche, die gerade mal fünf Wohnzimmer misst, etwa 200 Quadratmeter. Mehr stand Platz steht auf der Burg offenbar nicht zur Verfügung.

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Buchhold an der Erinnerungsecke "Bschüttbad": Haartrockner, Spiegel, Eintrittskarten. Rechts der Original-Proli-Schriftzug des Promenadekinos, links lugt ein alter Kinosessel ins Bild. (Photo: mediendenk)
Einer der mitwirkenden Bürger ist der Fotokabarettist Rudolf Klaffenböck, der sein persönliches Erinnerungsstück an die Flutkatastrophe 2013 beigesteuert hat. Es zeigt, dass die Natur selbst in ihrer Zerstörungskraft ein Künstler ist, faszinierender jedenfalls als viele der menschgemachten Postflutbauten.

"Große Geschichte in einer kleinen Nussschale", beschreibt Buchhold in ihrer Eröffnungsrede die Schau. "Passau von 1950 bis heute" lässt bei Altbürgern alte Bilder lebendig werden, erweitert den Horizont von Neubürgern und gibt Touristen einen Eindruck davon, was Passau jenseits von Stephansdom und Dreiflusseck so besonders macht.

Öffnungszeiten: 20. Juli bis 16. November, 25. Dezember bis 6. Januar; Mo. -Fr. 9 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertage 10 bis 18 Uhr. Eintritt 5 Euro, ermäßigt 4, Familienticket 10.

Einen ausführlichen Report zur Schau mit Hintergründen und Ansichten in Printausgabe und E-Paper exklusiv für die zahlenden Abonnenten.

hud

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18:56
Freitag
15. Dezember 2017
 
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KULTURKALENDER
15.12. | Freitag
OPERNHAUS
Antigone
 
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Antike Tragödie des Sophokles (496 – 406 v.Chr.). Ein Begräbnis entfacht einen Streit zwischen Menschen, in den die Götter eingreifen.


19:30 Uhr | ab 7,50 Euro
SCHARFRICHTERHAUS
Reiner Kröhnert
 

Ob Martin Schulz, Honecker oder Merkel – der Baden-Württemberger parodiert gekonnt Politiker und historische Figuren.


20:00 Uhr | 22 Euro, ermäßigt 10 Euro
REDOUTE
Dornrosen
 
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Heitere und musikalisch versierte Geschwisterband aus Österreich. Zum 15-jährigen Jubiläum stehen alte und neue Stücke auf dem Programm.


20:00 Uhr | 23 Euro, ermäßigt 18 Euro
DREILÄNDERHALLE
Carolin Kebekus
 
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Comedypreis-Gewinnerin und deutsche TV-Größe: Die Kölnerin behandelt in ihrem Programm "Alphapussy" Geschlechter-Gerechtigkeit und aufgesetzte Jugendlichkeit.


20:00 Uhr | 29 Euro

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