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Report | Mittwoch, 28. März 18

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Testfahrt zur neuen Anlegestelle bei Regenwetter: PNP-Fotograf Jäger fotografiert an Bord der "MS Sunliner" die städtische Tourismuschefin Olligschläger (Blümchenkleid), Brauereidirektor Marold (Trachtenweste), Reederei-Ehepaar Noé. (Foto: mediendenk)
Boommarkt Fluss

Hafenstadt Passau: 700.000 Passagiere pro Jahr

Die Donauhafenstadt Passau zählt jährlich 700.000 Passagiere und kann sich mit den großen Küstenhäfen messen. Zum Vergleich: Der Kreuzfahrthafen Hamburg registrierte im Vorjahr 810.000 Passagiere, Bremerhaven knapp 200.000.

Bei einer Pressekonferenz der Passauer Reederei für Dreiflüsse- und Ausflugsrundfahrten ist erstmals bekannt gegeben worden, wie viele Passagiere dieses Angebot nutzen: 350.000 pro Jahr, davon 150.000 allein bei den Dreiflüsserundfahrten. Hinzu kommen nach Angaben der städtischen Tourismusleiterin weitere 350.000 Kreuzfahrtpassagiere. Das Geschäft boomt auf den Flüssen genauso wie auf den Meeren. Tendenz steigend.

Die Passauer Flussreederei „Wurm & Noé“, ehemals „Wurm & Köck“, betreibt seit über 40 Jahren die Ausflugsschifffahrt auf Donau und Inn. Neun ihrer dreizehn Schiffe sind in der Dreiflüssestadt stationiert; darunter das kleinste Schiff, das im Vorjahr die Flotte ergänzte: die „MS Sunliner“, ein Ausflugsschiff mit Glasschiebedach, das bei jedem Wetter Rundumsicht und  wegen seines geringen Tiefgangs den Aufbruch zu neuen Ufern ermöglicht.

Neu: Zwischenstopp in Hacklberg

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Für 75.000 Euro, mithilfe einer Bremerhavener Spezialfirma für Unterwasserarbeiten, lässt die Passauer Reederei für Dreiflüsserundfahrten die Schiffsanlegestelle in Hacklberg reaktivieren. (Foto: mediendenk)
In dieser Saison wird mit der „MS Sunliner“ bei der Dreiflüsserundfahrt, die bislang am Rathausplatz begann und am Rathausplatz endete, erstmals ein Zwischenstopp eingelegt. Das Reederei-Ehepaar Margit und Florian Noé hat für 75.000 Euro die historische Anlegestelle in Hacklberg ertüchtigen lassen. Früher legten hier Kähne an, die das Flusseis vom Hafen Racklau für die Bierkeller der Hacklberger Brauerei heranbrachten. Als 1972 die Donauuferstraße vierspurig ausgebaut wurde, ist die Schiffsanlegestelle mit betonierter Ufermauer und einer Unterführung unter der Straße erhalten worden. Abgesehen vom Besuch einiger weniger Fischer und Freizeitkapitäne lag sie seitdem brach.

Jede halbe Stunde von 10 bis 17 Uhr wird der Stadtteil Hacklberg von Dreiflüsserundfahrtschiffen künftig angefahren; jeweils um 15 Minuten vor und 15 Minuten nach jeder vollen Stunde. Die Fahrt vom Rathausplatz dauert etwa zehn Minuten. Doch als Wassertaxi für Einheimische taugt die Verbindung noch nicht, nur für Gäste mit Müßiggang, welche auch die Rundfahrt erleben wollen. Denn gelöst werden muss das Dreiflüsserundfahrt-Ticket für 9,50 Euro; auf der Rückfahrt nimmt das Schiff den Rundfahrtkurs über das Dreiflusseck und den Abstecher in den Inn bevor es zum Rathausplatz zurückkehrt. „Wir schauen uns mal an, wie sich das entwickelt“, sagte Reeder Noé. Die Nachfrage entscheide, wohin der Kurs geht.

Die Donauhaltestelle Hacklberg ist in Kooperation mit der Brauerei Hacklberg eingerichtet worden. Sie soll zunächst vor allem Besuchergruppen dienen, die dort an einer Brauereibesichtigung teilnehmen oder das Hacklberger Bräustüberl mit einem echten bayerischen Biergarten (Selbstbedienung, Brotzeit mitnehmen erlaubt) besuchen wollen. Umgekehrt könnten Betriebe und Vereine, die im Bräustüberl buchen, eine Dreiflüsserundfahrt ab Hacklberg in ihr Programm aufnehmen, erklärte Brauerdirektor Stephan Marold.

Flussfahrt plus Stadtführung

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Auf zu neuen Flusserlebnissen (v.l.): Stephan Marold, Margit und Florian Noé bei der Pressekonferenz auf der "MS Sunliner." (Foto: mediendenk)
Neu im Angebot der Reederei ist das Touristenpaket „Passau Plus“: Dreiflüsserundfahrt inklusive Stadtführung, insgesamt zwei Stunden, für 14 Euro. Der Markt für die Stadtführungen hat sich geöffnet, seit die Stadt Passau die Vermittlung der Stadtführer aufgegeben hat. In der Rolle des Arbeitgebers drohten ihr die Konsequenzen der Scheinselbstständigkeit.

Die Debatte um Diesel und Abgase macht auch vor der Schifffahrt nicht halt. Der Passauer Reeder bekennt, dass der Umweltgedanke ihn bewegt, er werde heuer zwei Schiffe mit neuen Motoren ausrüsten. Die den Bedürfnissen der Schifffahrt angepassten Diesel-Motoren seien im Prinzip identisch mit den Lkw-Motoren, kosteten aber ein Zehnfaches. Rußpartikelfilter gebe es für Schiffsmotoren noch nicht. Die Luftverschmutzung durch die Flussschiffahrt sei keinesfalls vergleichbar mit der Seeschiffahrt, in der Schweröle eingesetzt werden und der Ruß aus den Schornsteinen qualmt, stellt Noé klar. Etwa eine halbe Million Euro investiere sein Unternehmen jährlich in neue Technik.

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17. Dezember 2018
 
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