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Report | Montag, 27. März 17

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Sie stoßen auf ihr neues Lokal an: Nikola und Ugo del Nero im "Gallo Nero".
Passauer Gesellschaft

Italienisches Quartett wieder komplett

Das italienische Quartett im südlichsten Passauer Stadtteil ist wieder komplett. Nach zehn Monaten Zwangspause wegen Abbruchs und Umbaus zweier denkmalgeschützter Häuser konnte das Restaurant „Gallo Nero“ wiedereröffnen. Die gelungene Belebung und Verschönerung der historischen Schmiedgasse war angesichts der Mitwirkenden und Gäste ein spannendes, gesellschaftliches Ereignis.

Immobilieninvestor Markus Sommer, Verkaufsleiter einer Bausparkasse, hatte die beiden teilweise schwer geschädigten Gebäude Nummer 5 und 7 gekauft, das eine abreißen und neu aufbauen, das andere von Grund auf sanieren lassen. Sie waren im Besitz der ehemaligen Möbelfamilie Hiendl und der ehemaligen Brauereifamilie Peschl. „Ich habe 2,5 Millionen Euro in die Hand genommen“, sagt Sommer. Sanierungsbedürftige denkmalgeschützte Häuser zu kaufen und herzurichten, sei seine Leidenschaft. Fenster, Türen und Fassaden ließ er originalgetreu nachbilden. Bei Details, die ihm wichtig sind, geht er über die Forderungen der Denkmalpflege hinaus. 

Lob für Bauherrn Sommer
„Ohne diesen Bauherrn würde es uns nicht mehr geben“, sagt Wirtin Nikola del Nero. Die Fränkin freut sich mit ihren Ehemann Ugo, dass sich ihre Gastronomie vergrößert hat, über die Erdgeschoße beider Häuser ausbreiten durfte: Der Gastraum im alten Gewölbe ist mit 93 Quadratmetern fast doppelt so groß wie früher, eine geräumigere Küche konnte ins Nachbarhaus ziehen, neu sind ein abgeschiedener kleiner Innenhof und ein heller gläserner Windfang als Empfang.

Alte und neue Brauereidirektoren
Brauereidirektor Ferdinand von Aretin, der mit seiner Aldersbacher Brauerei solche ehemaligen Passauer Peschl-Wirtschaften („Goldenes Schiff“, „Peschl-Terrassen) übernommen hat, ließ das Lokal mit massiven Eichenholzmöbeln ausstatten. „Ich bin überrascht, welch große Resonanz diese Wiedereröffnung hat“, sagt er angesichts der illustren Gesellschaft. Der Mann, dessen Brauereierbe er vor fast zehn Jahren übernommen hatte, war auch gekommen: der 72-jährige Ernst Peschl. Dieser begutachtete sein ehemaliges Haus und betonte, wie wichtig andernorts für sanierte Gebäude der Hochwasserschutz sei. Als Immobilienbesitzer zweier Häuser am Unteren Sand gehört er zu den Befürwortern einer Flutmauer an der Innpromenade. Eine zweite Flutsanierung werde er nicht mehr in Angriff nehmen, stellte er klar. „Ich würde die Wände streichen, mehr nicht mehr“, sagt er fast trotzig.

Befürworter und Gegner der Flutmauer
Kritiker der geplanten Flutmauer saßen nebenan am Tisch: die Kinofamilie Vesper. Sie hat sich für ihr ehemaliges Promenadekino („Proli“) an der Gottfried-Schäffer-Straße einen individuellen Hochwasserschutz einbauen lassen. „Wir ziehen das jetzt durch“, sagt der Seniorchef. Man wolle die Entscheidung über die Mauer nicht mehr abwarten. Heute Abend werden die Meinungsfronten beim Bürgerdialog in den „Peschl-Terrassen“ aufeinandertreffen. Die PNP wird die Veranstaltung live im Netz übertragen.

Zur Eröffnung italienisches Spanferkel
Oberbürgermeister Jürgen Dupper war wohl in Anspielung auf die lange Umbauzeit mit einer Wanduhr als Geschenk vorbeigekommen. Seine eigene Zeit ist kostbar. Er ließ sich mit Wirtsehepaar, Bauherrn und Brauereidirektor fürs Pressefoto ablichten und verschwand vor der Eröffnung des Buffets. Es bot eine Köstlichkeit des Hauses: „Porchetta“, Spanferkel auf italienische Art.

Raumdesign vom künftigen Glassalon-Architekten
Für das stimmige Raum- und Lichtdesign im neuen Lokal zeichnet Architekt Norbert Paukner, ein Experte für Denkmäler, verantwortlich. Von Baulöwen Michael Kapfinger hat er gerade die reizvolle Herausforderung bekommen, sich um die Sanierung des Glassalons auf dem Mariahilfberg zu kümmern. Neidisch fragen sich viele Passauer, wer in den filigranen Holzbau mit der gläserner Panoramafront einziehen wird. Es steht fest: Hauptmieter wird das Fotostudio von Florian Weichselbaumer sein. Ein kleiner Teilbereich soll für wechselnde künstlerische Nutzung offengehalten werden.

Abruzzischer Koch trifft auf Nürnberger Studentin
Gemessen an der Gastronomie ist die Innstadt wohl der italienischste Passauer Stadtteil. Von der Kapuzinerstraße bis zur Schmiedgasse reihen sich auf 850 Metern vier Italiener: das „La Torre“ (Pizzeria, eröffnet 1990 im Neubaugebiet), das „Venti tre“ (Pizzeria, eröffnet 2000, ehemals Innstadtbräustüberl), das „Pasta e vino“ (Gourmet-Restaurant, eröffnet 2011, ehemals „Gasthaus zum Mondschein“) und das „Gallo Nero“ (seit 1999, ehemals Wirtshaus zum „Grünen Kranz“). Für die italienische Küche zeichnet bei Letzterem der Chef als Koch verantwortlich. Ugo del Nero begann seine Laufbahn in der Kochschule „Villa Santa Maria“ in den Abruzzen, nahm 1982 seine erste Arbeitsstelle im „Zi Theresa“ in der Theresienstraße an, dem ältesten italienisch geführten Passauer Restaurant. Neun Jahre später lernte er hier eine Studentin aus Nürnberg kennen, Nikola, seine heutige Frau und Wirtin.

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