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Report | Mittwoch, 03. Oktober 18

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Ein Dackel flüstert seinem Herrchen wahrscheinlich zu: Wie lange dauert das noch? Auf dem Balkon des Marstallhauses am Residenzplatz sprechen gerade Deutschlands heimliche Dackelkönige, die Gründer des weltweit ersten Dackelmuseums. (Foto: Tobias Köhler/
Parade und mit Musik und Segen

Passau huldigt dem Dackel

Passau war schon immer ein besonderes Pflaster. Seit heute wird die Dreiflüssestadt deutschlandweit mit einem neuen Ereignis in Verbindung stehen: die jährliche Dackelparade am Standort des weltweit ersten Dackelmuseums.

Die Gründer dieses Museums, das Männerehepaar Josef Küblbeck und Oliver Storz, haben die Veranstaltung zum „Tag der deutschen Einheit“ ins Leben gerufen. Rund 200 Dackel, teilweise geschmückt mit Mäntelchen und Halsschleifchen in Weiß-Blau, marschierten mit ihren Frauchen und Herrchen unter den Klängen eines Kirchhamer Spielmannszuges durch die Innenstadt. Storz rollte mit einem orangefarbenen Käfer-Cabrio, Baujahr 1979, geschmückt mit Deutschlandfahne und Plüschdackel, der Parade voran; das Schlusslicht bildete „Dackelkönig“ Küblbeck mit einer Kutsche, ein Zweispänner.

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Hunderte Frauchen und Herrchen führen ihre Dackel über den Ludwigsplatz. Polizei hat den Verkehr kurzfristig angehalten. (Foto: Tobias Köhler/ mediendenk)
Gäste aus nah und fern: Isabel von Maubeuge, die ehemalige Vorsitzende des Dackelvereins, Sektion München, posierte für die Fotografen auf dem Pflaster des Residenzplatzes mit „Betty und Buddy“. „Ich finde es wahnsinnig toll, mit wie viel Herzblut und Leidenschaft die beiden das betreiben.“

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Altstadtpfarrer Helmut Reiner, Mitglied des Passauer Domkapitels, segnet die Hunde. (Foto: Tobias Köhler/ mediendenk)
Die Passauer waren hin- und hergerissen zwischen Bewunderung und Verwunderung ob dieser Dackel-Demo. Mangelndes Selbstbewusstsein kann man denn Dackelmuseumsgründern nicht absprechen. Sie sprachen zum Dackelvolk vom Balkon des Altbischofs aus, ließen vom Altstadtpfarrer Helmut Reiner die Hunde segnen. Als die größten Sehenswürdigkeiten der Stadt nannte Küblbeck den Stephansdom hinter seinem Rücken und sein Museum um die Ecke in einem Atemzug. Der Pfarrer zitierte aus der Schöpfungsgeschichte und wünschte sich, die Menschen mögen Gott die selbe Treue erweisen wie der Hund dem Menschen.

Passauer Polizeibeamte und Feuerwehrleute hatten wohl erstmals in dem Leben die Aufgabe, Straßen und Plätze zu sperren, damit ihren Hund Gassi führende Bürger Vortritt haben. Unter die Dackel hatten sich auch ein paar fremde Rassen gemischt.

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Vom Balkon des Marstallhauses, einst Wohnsitz des Altbischofs, begrüßen Oliver Storz und Josef Küblbeck das Dackelvolk. (Foto: Tobias Köhler/ mediendenk)
Der Dackel wird „Zamperl“ oder „Wadenbeißer“ genannt, weil er nicht gerade hoch an Wuchs ist. Bei der Dackelparade blieb er das unscheinbarste, aber hörbare Element. Eine Parade, die kläfft und bellt. Küblbeck hat sich einfallen lassen, wie man den Dackel in den Mittelpunkt stellt, Größe verleiht: Ein aufgeblasener, zweieinhalb Meter hoher Plastikdackel in gedeckten Nationalfarben wurde wie auf einer Sänfte im Gleichschritt von vier Feuerwehrmännern dem Zug vorangetragen.
hud

Klicken Sie sich kostenlos durch die Fotogalerie von Tobias Köhler.
Fotos können Sie anfordern unter koehler @ buergerblick.de

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