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Report | Dienstag, 05. Februar 19

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Ein großer Container und ein Kranwagen stehen bereit. Stadtgärtner warten an der Unteren Donaulände auf ihren Einsatz. Der Baumpatient an der Altstadtpfarrkirche St. Paul wird enfernt. (Foto: mediendenk)
Stadtgärtnerei im Einsatz

Paulusbogen verliert prägendes Naturdenkmal

Ein zwölf Meter hoher japanischer Schnurbaum, der das nördliche Stadtbild an der Altstadtpfarrkirche St. Paul prägt, ist ab morgen Geschichte. Stadtgärtner sind dabei, die wohl mehr als 100 Jahre alte Pflanze abzutragen, weil sie ihre Standfestigkeit verloren hat. Sie war ein Naturdenkmal.

 

Der ausladende Parkbaum, der auf einer Hochterrasse über der Donau neben dem Altstadthotel am Paulusbogen steht, ist seit Jahrzehnten das Sorgenkind der Stadtgärtnerei. "Wir haben ihn mehrmals im Jahr kontrolliert", erzählt Stadtgärtnereichef Hermann Scheuer. Denn die Wanddicke seines Stammes schwand zunehmend. Bei einem Stammumfang von knapp fünf Metern war sie zuletzt 3,5 Zentimeter dünn.

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Hermann Scheuer, Leiter der Stadtgärtnerei, erzählt von der Geschichte und Krankheit des Baumes. (Foto: mediendenk)
Bereits 2010 ist ein Artgenosse in seiner Nachbarschaft gepflanzt worden, der mittlerweile acht Meter misst. Der verlorene Schnurbaum wird ersetzt. Anfang des 20. Jahrhunderts hat der damalige Stadtverschönerungsverein solche Exoten gepflanzt. Pflanzen aus Nordamerika und Japan waren in Mode gekommen.

Die kommunale Stadtgärtnerei ist für 11.000 Bäume verantwortlich. Deren Zustand wird regelmäßig untersucht und dokumentiert. Heiße Sommer mit Wassermangel, verdichtete Böden und Abgase setzen den Pflanzen zu. Verletzungen am Fuß des Stamms und faulende Wurzeln sind beim Schnurbaum am Paulusbogen erstmals 1976 festgestellt worden. Damals wurde die Krone auf etwa die halbe Höhe gekappt, um die Standfestigkeit wieder herzustellen.

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Der Stamm des Naturdenkmals misst fast fünf Meter an Umfang, aber die Wanddicke ist auf 3,5 Zentimeter geschrumpft. Der Baum ist hohl. (Foto: mediendenk)
Der japanische Schnurbaum zeichnet sich aus durch eine späte Blüte, die erst im Hochsommer einsetzt, und eine prächtige, goldene Herbstfärbung bis Ende November. Die Imker schätzen den Spätblühenden, weil er das Nahrungsangebot der Bienen ergänzt. Eine weitere Besonderheit: Als sogenannter Hülsenfrüchtler gedeiht der Schnurbaum auf kargen Böden, denn er holt sich seinen Stickstoff aus der Luft.

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