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Report | Donnerstag, 25. Oktober 18

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Der Passauer Strommix: nur 24 Prozent Kohle. (Quelle: SWP 2016)
Moderate Preiserhöhung

Stadtwerke wollen grünen Passauer Strom nicht mehr subventionieren

Selbst die privaten Stromkunden der Passauer Stadtwerke, die keinen 100-prozentigen Ökostrom gebucht haben, konnten seit 2014 ihr grünes Gewissen beruhigen: Der Stadtwerkestrom im Normaltarif enthält im Vergleich zum deutschen Durchschnitt nur einen fast halb so hohen Kohleanteil. Damit dies so bleibt, müssen die Verbraucher fortan jährlich ein paar Euro dazulegen – oder, wenn sie den bisherigen Tarif behalten wollen, zum „schmutzigen Strom“ wechseln.

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Der deutsche Durchschnittsstrom: schmutzige 42 Prozent Kohle. (Quelle: SWP 2016)
Es geht um nicht viel, um einen Betrag von 0,265 Cent brutto netto je Kilowattstunde. Auf einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden wirkt sich das jährlich mit 9,30 Euro aus, auf größere Verbraucher mit 5.000 Kilowattstunden mit 13,20. Für die Stadtwerke summiert sich der Öko-Zuschuss auf jährlich 275.000 Euro, eine Subvention, die der neue Stadtwerkechef Uwe Horn der städtischen Tochtergesellschaft nicht mehr aufbürden will. Verglichen mit 2014 hat sich der Preis für die Ökostromzertfikate etwa verdreifacht verzehnfacht. Die Nachfrage ist höher als der Markt bereitstellen kann.

Bei den Ökoparteien, ÖDP und Grüne, klingelten heute vor der entscheidenen Sitzung die Alarmglocken. Denn letztendlich dient diese Kehrtwende nicht der Energiewende. Schlimmer noch: Sie würde den Erfolg der Passauer Bürger zunichte machen, die sich einst zum Energienetzwerk zusammengeschlossen und den klimafreundlicheren Passauer Strom erkämpft hatten.

In der Debatte der Stadträte im Stadtwerkeausschuss prallten die Fronten aufeinander. Die Vertreter des Geldes stellten die Wirtschaftlichkeit der städtischen GmbH an die oberste Stelle, die Kämpfer für das Klima mahnten Nachhaltigkeit und Ökologie an. Die einen kritisierten den subventionierten grünen Strom als "Bevormundung der Bürger", die anderen zitierten einen renommierten Hamburger Kimaforscher, der jüngst an der Uni referiert hatte: Er geht davon aus, dass der Ausstieg aus der fossilen Energie, selbst vom Erdgas, bis zum Jahr 2050 abgeschlossen sein muss. 

Zum Schluss wurde der Königsweg beschlossen, den der Oberbürgermeister vorgeschlagen hatte. Die Stadtwerke-Kunden werden darüber informiert, dass der grüne Passauer Strom moderat teurer wird; wer diese Preiserhöhung jedoch nicht akzeptieren will, kann erklären, dass er zum alten Preis zum „schmutzigen Strom“ wechseln will. Die Runde zeigte sich optimistisch, dass die meisten Passauer am klimafreundlicheren Strom festhalten, den Umweltgroschen gerne bezahlen. 

Ursprünglich war der Ausstieg vom grünen Passauer Strom geplant. „Wer Ökostrom will, kann zum echten 100-prozentigen Ökostrom wechseln“, meinte der Stadtwerke-Chef. Die Zahlen, wie viele Privatkunden welchen Strom beziehen, hatte er nicht parat. Später soll nachgereicht werden, wie sich die Passauer verhalten haben.

Der Gaspreis wird ab 2019 ebenfalls moderat angehoben: 0,2 Cent netto je Kilowattstunde.

Die Nachbesserungen erfolgten nach einem zusätzlichen Telefonat mit den Stadtwerken, nachdem in der Sitzung beispielsweise nicht immer klar war ob von Brutto- oder Nettopreisen gesprochen wird. Der Zuschlag für den klimafreundlicheren Passauer Strom betrug 2014 rund 30.000 Euro.

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Freitag
16. November 2018
 
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