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Report | Mittwoch, 03. Mai 17

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Auf den romantischen Straßen der Ortschaft Neuburg am Inn kam es zu einem gefährlichen Kräftemessen zwischen zwei Verkehrsteilnehmern.
Kräftemessen im Straßenverkehr

Streit bis aufs Messer

Passau/ Schärding am Inn - Es gibt verschiedene Gründe, warum im Straßenverkehr Verkehrsteilnehmer aneinander geraten. Die einen benutzen Motorkraft für Macht- und Imponiergehabe; andere nehmen Frust oder Ärger aus dem Privat- oder Arbeitsleben mit ans Lenkrad. Bei der Konfrontation zwischen einem oberösterreichischen Motorradfahrer und einem niederbayerischen Autofahrer, die sich am Mittwochabend in Neuburg am Inn (Landkreis Passau) zutrug, kam wohl einiges davon zusammen. Am Gipfel der Eskalation wurde der eine handgreiflich, der andere zückte ein Klappmesser.

Es begann mit einem Klassiker. Motorradfahrer überholt Autofahrer, mitten in der Ortschaft. Der 50-jährige Mann am Steuer, eine 15 Jahre jüngere Lebensgefährtin auf dem Beifahrersitz, denkt sich wohl „Das lass ich mir nicht gefallen“. Er gibt Gas, um den Motorradfahrer sofort wieder auf Platz zwei zu verweisen. Machtgehabe trifft auf Imponiergehabe, das Testosteron der beiden Männer steigt.

„Testosteron reagiert, wenn Menschen zu einem Wettbewerb herausgefordert werden. Oder wenn ihr Status infrage gestellt wird“, sagen Psychologen. Im Alter zwischen 15 und 25 erreicht der männliche Testosteronspiegel den höchsten Wert. In diesem Alter steigen bei ungünstigen Voraussetzungen Unfälle, Straftaten, Drogen, das Risiko, sich und andere zu gefährden. Der Mann auf dem Motorrad, er stammt aus dem oberösterreichischen Schärdinger Grenzgebiet, ist 20 Jahre alt.

Beifahrerin streckt Mittelfinger
Der schwarze Audi prescht an dem Motorrad vorbei. Zum Kräftemessen kommt die Provokation: Die Beifahrerin, so wird es später im Polizeiprotokoll vermerkt sein, streckt ihm den Mittelfinger. Der Autofahrer treibt die Provokation auf die Spitze. Er bremst den stürmischen junge Mann aus, was diesen angeblich beinahe zu Sturz gebracht hätte, er bringt ihn zum Anhalten. Die Fahrertür springt auf, die Begegnung auf Augenhöhe endet mit Gewalt. Der Autofahrer schubst den Motorradfahrer, der geht mit seiner Maschine zu Boden. Die nächste Eskalationsstufe: Der Motorradfahrer zückt sein Klappmesser.

Motorradfahrer zückt Klappmesser
Spätestens in diesem Moment muss der Augenzeugin im Auto mulmig geworden sein. Sie wählt 110. Als die Streifenbeamten eintreffen, hat sich die Situation bereits wieder beruhigt. Ernsthaft verletzt wurde niemand. Sicher ist, dass die Sache vor Gericht landet. Je nachdem, wie sie sich gegenseitig beschuldigen, kommen verschiedene Delikte in Betracht: Bedrohung, Beleidigung, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Sachbeschädigung und - falls der Motorradfahrer nachträglich Verletzungen durch den Sturz geltend machen würde – Körperverletzung. Wie die Polizei mitteilt, droht auch beiden ein kurzzeitiger Verlust des Führerscheins.

„Hinterher, wenn sich die Gemüter beruhigt haben, ein paar Tage vergangen sind, bereuen oft beide Seiten, dass es überhaupt so weit gekommen ist“, sagt ein Polizeibeamter.

Tipp: Gehen Sie mit dem Vorsatz in den Straßenverkehr – egal, wie schlecht die Laune ist - der rücksichtsvollste Mensch der Welt zu sein. Ganz nach der obersten Verkehrsregel: Der Stärkere passt auf den Schwächeren auf. Sie werden freundliches Lächeln und dankbares Kopfnicken einsammeln und hinterher bester Stimmung sein. Wenn Ihnen umgekehrt "Siegertypen" wie in Neuburg am Inn begegnen, freundlich bleiben, nicht persönlich nehmen und denken: Hier versucht bloß jemand, den Müll, der sich bei ihm angesammelt hat, abzuladen.

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