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Universität | Mittwoch, 09. November 16

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Das Audimax im Amerikakleid: Katrina Jordan, die Frau in Rot, und Martin Gruber moderieren die US-Wahlnacht. (Photos: Tobias Mayerhofer/ Bürgerblick)
US-Wahlnacht der Uni

Erst Party, dann Albtraum

Rotes und blaues Licht dringt aus den Fenstern. Von den Decken hängen Trauben von Luftballons in Rot, Blau und Weiß. Das Audimax der Universität Passau trägt sein Amerikakleid und platzt aus allen Nähten: Schätzungsweise 1.500 Menschen, augenscheinlich hauptsächlich Studenten, drängen sich zur US-Wahlnacht im Hörsaal und im Foyer, sitzen auf Treppen, diskutieren und amüsieren sich.

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Wie würden die Gäste wählen? Es lagen Stimmzettel aus. Ausgezählt sind sie noch nicht. (Photos: Tobias Mayerhofer/ Bürgerblick)
Pizza statt Hotdog
Der Gründungsvater dieser amerikanischen Wahlshow, Medienprofessor Ralf Hohlfeld, eilt durch die Kälte mit vier dampfenden Pizzaschachteln zurück ins Gebäude. Er hatte den Pizzaboten zum Campus bestellt. Das hauseigene Catering ist mit dem Ansturm wohl etwas überfordert: Der Stand mit den heißen Würstchen soll sich irgendwo im Trubel des Foyers befinden.

Politik und Mode
„Ich bin für Frau Clinton, wie man sich denken kann -  aber, das würde ich jetzt gerne sehen...“, unterbricht Präsidentin Carola Jungwirth das Gespräch mit dem jungen Bürgerblickreporter. Sie sitzt im Audimax in der ersten Reihe und am Podium läuft Wichtiges: Mitglieder von Hochschulgruppen haben eine Styleanalyse erstellt: Was sagen Haarpracht und Kleidung über die Kandidaten aus?

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In der ersten Reihe: Universitätspräsidentin Carola Jungwirth. (Photos: Tobias Mayerhofer/ Bürgerblick)
Uni-Frau und BR-Mann
Eine Frau im aufregend roten Kleid führt entspannt durch den Abend, die Universitätssprecherin Katrina Jordan; der Mann im dunklen Anzug an ihrer Seite wirkt im Vergleich dazu etwas nervös und hektisch, obwohl er ein Profi ist: BR-Korrespondent Martin Gruber. Er verkündet Wahlergebnisse, nennt den Stand des Rennens, ruft nach Musik für eine Moderationspause. Klappt nicht. Musik im Audimax ist nicht vorgesehen. Unterhaltung gibt´s hier später trotzdem: Studenten beteiligen sich an einem Hotdogwettessen. Amerika wie es leibt und lebt. Dort stellen sich beispielsweise in texanischen Restaurants Kandidaten auf einer Schaubühne dem Wettkampf: Wer schafft es, das größte Steak zu verdrücken?

US-Wahlparty: Premiere 2012
Bei den US-Wahlen 2012 hatte dieses Uniformat "US-Wahlnachtparty" Premiere, Professor Hohlfeld hatte eine Cocktaillounge angemietet. Wer konnte ahnen, dass dieses Mal der größte Hörsaal nicht ausreichen würde. Die Experten von damals sind auch heute wieder gefragt: Die Professoren Winand Gellner (Politikwissenschaften) und Karsten Fitz (Amerikanistik) analysieren die vergangenen acht Jahre, Obamas Amtszeit.

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Uni-Moderatorin Katrin Jordan im Gespräch mit den Experten: Professor Gellner (Amerikanistik) und Professor Fitz (Politikwissenschaften, am Mikro). (Photos: Tobias Mayerhofer/ Bürgerblick)
Hauptsache "live"
Für Gelächter sorgt eine Liveübertragung ins Audimax, weil sie aus gefühlt 20 Metern Entfernung stattfindet. Der BR-Moderator kommentiert vor Bildschirmen, was gerade in den sozialen Netzwerken abgeht. Im ersten Stockwerk des Foyers ist diese sogenannte "Social Media Ecke" aufgebaut. Der Kameramann steht also nicht weit von der Eingangstür vom Audimax. Medientechnik, die begeistert.

Die Cheerleaders in Schwarz-Rot (T-Shirt "I Love NY") kommen. Wo sollen sie tanzen? Das Audimax belegt, das Foyer rappelvoll. Nicht ganz. Die Menge teilt sich, bildet einen Kreis. Manege frei! Geht doch. Wie die Wahlen stehen? „Keine Ahnung", beantwortet der Unireporter die Frage der Redaktion. Hier sei so viel geboten, dass die Präsidentschaftswahlen fast zur Nebensache geworden sind.

Tobias Mayerhofer

Nachtrag: Die Überschrift zu diesem Beitrag "Erst die Party, dann der Sieger" konnten wir zunächst beibehalten: Um 8 Uhr, als im Audimax wieder normaler Studienbetrieb lief, stand fest, dass es tatsächlich ein Sieger und keine Siegerin ist. Wir haben das Wort "Sieger" dann gegen "Albtraum" getauscht. Auf "Jodel", einer digitalen anonymen Pinwand, schrieben viele Studenten, dass sie mit einem Albtraum erwacht seien: "Mit Hillary ins Bett gehen und an der Seite von Trump aufwachen".

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