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Universität | Mittwoch, 28. November 18

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Der Saal 113 zu Beginn des Prozesses um Drogen, Körperverletzung und einen angeklagten Gastwirt: Anwalt der Nebenklage, aus Berlin angereist, und die Gerichtsschreiberinnen.
Gastwirt freigesprochen

Studentin klagt über Drogenvergiftung nach Schokokuchen

Es wird wohl ungeklärt bleiben, wer einer jungen Jurastudentin im Sommer 2017 hinterhältig eine lebensgefährliche Dosis Ecstasy verabreicht hat. Ein Passauer Gastwirt ist heute am Amtsgericht Passau als Angeklagter vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung freigesprochen worden.

Im Zweifel für den Angeklagten", begann der Amtsrichter seine Urteilsbegründung. Sein Vorwurf gilt der Kriminalpolizei, welche aus nicht nachvollziehbaren Gründen Beweismittel, die Reste eines Schokokuchens, nicht gesichert hatte.

Eine toxikologische Gutachterin der Gerichtsmedizin München führte aus, dass die Aufputschdroge angesichts der bekannten Zeitfolge von Getränken und Speisen am wahrscheinlichsten mit einem Schokoladenkuchen eingenommen worden ist, den die Studentin eine halbe Stunde vor ihrem Zusammenbruch verzehrt hat. Sie war beim Angeklagten zu ihrem Geburtstag privat zu Kaffee und Kuchen eingeladen.   

Ihr Kreislaufzusammenbruch, begleitet von Schwindel, Zittern und Schweißausbrüchen, hatte elf Stunden gedauert. Tags darauf besuchte sie das Klinikum, wo die Ärzte der Notaufnahme ihr erklärten, dass sie vor einem Bluttest die Polizei einschalten müsse, was sie dann auch tat.

Die Staatsanwältin forderte in ihrem Plädoyer, den Gastwirt zu verurteilen, da sie von seiner Schuld überzeugt ist: Ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung. Ob sie gegen das Urteil in Berufung geht, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Die Studentin hat nach dem Vorfall ihr Studium abgebrochen und Passau verlassen. Sie befindet sich bis heute in psychologischer Behandlung. Ein sexueller Übergriff hatte sich nicht nachweisen lassen. 

Nach dem Urteil brach die junge Frau in Tränen aus, denn jetzt haftet der Verdacht an ihr, dass sie sich die Drogen vor dem Kaffeenachmittag selbst eingeworfen hat.

Mehr über das Prozessdrama, das sich über fünf Stunden hinzog, in der Printausgabe.

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11. Dezember 2018
 
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