Google-Anzeigen

Universität | Dienstag, 11. Juli 17

bild_klein_0000012181.jpg
Verlorene Studienvielfalt?

Unterschriftenlisten gegen Politik der Unipräsidentin

Passau - Die Universitätspräsidentin will sich mit einer Videobotschaft im Netz an die Öffentlichkeit wenden. Es besteht dringender Informationsbedarf. Gerücht und Wahrheit sollen getrennt werden, verspricht ihre Pressesprecherin.

(Nachtrag: Die Videobotschaft wurde verschoben, ein Beitrag der Unileitung wurde unten angefügt).

Seit dem „Tag der offenen Tür“ am vergangen Freitag kreisen in den Vorlesungssälen Unterschriftenlisten, welche die Herausgeber mit der Überschrift „Rettet die Master“ versehen haben: Die Studentinnen und Studenten sollen sich dagegen stark machen, dass kleine Studiengänge stillschweigend eingestellt werden. Die Präsidentin habe die Entscheidung bewusst in eine Zeit gelegt, da Prüfungsstress und Hochschulwahlen das Studentenleben bestimmen. Jetzt sei am wenigsten Widerstand zu erwarten, behauptet die Autorin eines Beitrags im Hochschulmagazin „Blank“.

„Mit uns hat niemand gesprochen“, wehrt Universitätspressesprecherin Katrin Jordan die Vorwürfe ab ohne konkret zu werden. Auf die Vorhalte zu entgegnen sei Sache der Präsidentin, dies werde morgen geschehen.

Sterben kleiner Studiengänge
Wieder einmal ist es offenbar die Philosophische Fakultät, die beschnitten werden soll. Die „Blank“-Autorin nennt konkret die Studiengänge  „Master Geschichte“, „Master Text- und Kultursemiotik“, „Master North and Latin American Studies“ und „Master Russian and East Central European Studies“; hier seien aktuell 78 Studenten eingeschrieben.

Gerücht oder Wahrheit? Auf anderen Seite sollen andere Studiengänge, für die es abhängig von der Zahl der Eingeschriebenen Zuwendungen gibt, bewusst überfüllt werden. Im Uni-Magazin wird zum Protest angeregt, beispielsweise das E-Mail- Postfach der Unipräsidentin überquellen zu lassen.

Unipräsidentin Carola Jungwirth wird sich morgen (Anm.d. Red.: Wurde auf Donnerstag verschoben) mit einer Videobotschaft im Netz erklären. Sie nutzt regelmässig die Videoplattform der Uni, spricht in PR-Interviews mit ihrer Pressesprecherin über bestimmte Themen; zuletzt heute über die Bedeutung des "Universitätsentwicklungsplans", der gerade neu ausgearbeitet wird. Der Universitätsentwicklungsplan legt auf fünf bis zehn Jahre die strategische Ausrichtung der Uni fest. Im April des Vorjahres waren die Fakultäten aufgefordert worden, ihre Zukunftsziele zu formulieren. Die Entwürfe stellen sie am 19. Juli im Universitätsrat vor. Wie sich ihre Vorstellungen mit denen der Unileitung vereinbaren lassen, diese Anpassung soll das Wintersemester über dauern. In solchen Strategiepapieren wäre auch das Sterben bestimmer Studiengänge verankert. 

Carola Jungwirth hat im April des Vorjahres ihr Amt als Unipräsidentin angetreten.

Nachtrag: Die Erklärung wurde auf Donnerstag, 16.30 Uhr verschoben, die Pressestelle verweist derweil auf diese häufigen Fragen und gibt Antworten:

***

Kleinststudiengänge an der Universität Passau: Auskunft der Universitätsleitung



In den vergangenen Tagen sind einige Fragen zur Situation von Kleinststudiengängen an der Universität Passau – insbesondere zur Fortführung der Masterstudiengänge Geschichte (insgesamt 24 Studierende im Sommersemester 2017), Russian and East Central European Studies (15), North and Latin American Studies (18) sowie Text- und Kultursemiotik (21) – an die Universität herangetragen worden. Nachstehend haben wir die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Worum geht es?
Die Universitätsleitung hat angekündigt, sich im kommenden Wintersemester mit den genannten Kleinststudiengängen (jeweils weniger als 30 eingeschriebene Studierende insgesamt) zu befassen. Damit wird ein Prozess angestoßen, der mindestens ein Jahr dauern wird. Der Hintergrund: Bei den Masterstudiengängen Geschichte sowie Russian and East Central European Studies wurde die Reakkreditierung bereits 2015 ausgesetzt. Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität brachten bisher keine Verbesserungen. Mit Sorge wird auch die quantitative Entwicklung der North and Latin American Studies sowie des Masters Text- und Kultursemiotik gesehen. Die Universitätsleitung ist verpflichtet, im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen und einer verantwortungsvollen Qualitätssicherung zu prüfen, inwieweit diese Studiengänge noch fortgeführt werden können. Dies wird wie bisher in engem Austausch mit der betreffenden Fakultät geschehen.

Warum sind diese Zahlen so wichtig?
Weil sie mit darüber entscheiden, ob eine erneute Akkreditierung dieser Studiengänge sinnvoll ist. Für die Universität steht hinter jedem Studiengang und jedem Reakkreditierungsprozess ein beträchtlicher Ressourcenaufwand. Diesen Aufwand kann die Universität auf Dauer nur vertreten, wenn sich auch eine gewisse positive Entwicklung der Studiengänge erreichen lässt.

Werden die Studiengänge abgeschafft?
Darüber werden, nachdem die Universitätsleitung sich mit der Situation befasst haben wird, die laut Hochschulgesetz zuständigen Gremien entscheiden. Im ersten Schritt entscheidet der Senat über Vorschläge zur Änderung oder Aufhebung eines Studiengangs. Die finale Entscheidung über die Änderung oder Aufhebung eines Studiengangs liegt dann beim Universitätsrat.

Ich studiere bereits in einem der genannten Studiengänge bzw. habe einen Zulassungsbescheid für das kommende Wintersemester. Muss ich mir Sorgen machen, dass ich meinen Master in Passau vielleicht nicht beenden kann?
Sie müssen sich keine Sorgen machen. Würde ein Studiengang im Laufe der nächsten Jahre aufgehoben, hieße dies zunächst nur, dass sich keine neuen Studierenden mehr einschreiben können. Bereits eingeschriebene Studierende genießen Vertrauensschutz und können somit ihr Studium abschließen. Dieser Vertrauensschutz ist rechtlich abgesichert, er leitet sich aus dem Grundgesetz ab. Zum Einsatz kam diese Schutzregelung beispielsweise auch bei der Umstellung der Diplom- bzw. Magisterstudiengänge auf das Bachelor-Master-System.


Wenn tatsächlich Studiengänge aufgehoben werden – gibt es diese Fächer dann gar nicht mehr an der Universität?
Im Falle einer Aufhebung einzelner Masterstudiengänge würde die Universität nach Möglichkeiten suchen, die Fächerschwerpunkte in vorhandene größere Studiengänge zu integrieren, so dass diese auch weiterhin gewählt werden können.

Investieren Sie in die freie Presse!

Ihnen hat dieser Artikel genützt oder gefallen? Sie möchten auch weiterhin die Passauer Online-Zeitung Bürgerblick, ein Angebot im Netzwerk der freien Presse, lesen? Dann unterstützen Sie uns, indem Sie für dieses Angebot nach eigenem Ermessen bezahlen. Jeder Cent zählt. Einfach und bequem per Paypal.

01:05
Sonntag
22. Oktober 2017
 
Bitte klicken Sie diese Förderer
und Freunde der freien Presse:

KULTURKALENDER
22.10. | Sonntag
GRUBWEG
Die Balkonszene
 

Chaos und Turbulenzen um einen schwer vermittelbaren Fall in einem Londoner Heiratsvermittlungsbüro.
Das Volkstheater Passau inszeniert dieses Stück der Briten John Chapman und Anthony Marriott.


16:00 Uhr | 10 Euro
OPERNHAUS
The Rocky Horror Show
 
bild_klein_0000012306.jpg

Wiederaufnahme aufgrund des großen Erfolgs:
Das im Londoner Royal Court Theatre uraufgeführte Rock-Musical von Richard O´brien begeistert seine Zuschauer seit über 40 Jahren.


 


18:00 Uhr | ab 7,50 Euro
CAFÉ MUSEUM
Barbara Dorschs Local Heros
 
bild_klein_0000012484.jpg

Dämmerschoppen mit der Gesangsbraut und anderen Passauer Musikanten.


18:00 Uhr | 12 Euro, ermäßigt 6 Euro

BÜRGERBLICK AUF FACEBOOK

Google-Anzeigen