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Brennpunkt | Mittwoch, 10. November 21

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Klinikum Passau. Wie wird heuer zur Weihnachtszeit die Lage? (Foto: mediendenk)
Bald Verlegungen in andere Bundesländer?

Corona-Lage: Neuer Todesfall in Passau, Klinikum mit 50 Patienten ausgelastet

Der morgendliche Blick auf die Coronavirus-Entwicklung hat abermals die Hoffnung begraben, dass wir über den Berg sind: ein neuer Todesfall in Passau, steigende Zahl der Ansteckenden und Erkrankten, steigende Zahl der Patienten in den Corona-Isolierstationen.

Das Gesundheitsamt, zuständig für 245.000 Menschen in Stadt und Landkreis Passau, rief für die Nachverfolgung wieder die Bundeswehr zu Hilfe. Die Veröffentlichung der Zahlen auf der Landkreisseite ist ausgesetzt worden. Man sei zwar in der Lage, die Tagesmeldungen nach Berlin abzusetzen, aber nicht die Daten fürs Netz aufzubereiten, erklärte ein Pressesprecher gegenüber der Heimatzeitung.

Die Siebentagesinzidenz im Landkreis Passau: 776. Stadt Passau: 462. Rottal-Inn reißt erstmals in Deutschland die 1000er Marke.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper hat heute begrüßt, dass die Staatsregierung den Katastrophenfall ausgerufen hat. Dieser möglicht es, dass Privat- und Rehakliniken in die Gesundheitsversorgung miteingebunden werden. Im letzten Winter waren beispielsweise Corona-Patienten in solche Einrichtungen ausgelagert worden.

Das Nachbarland Oberösterreich hat der Landesdurchschnitt der Inzidenz erstmals die 1.000 überschritten. In Den Krankenhäusern steigt die Zahl der Patienten auf knapp 500, davon 80 auf intensiv. Der an Passau angrenzende Nachbarbezirk Schärding steht bei 1.396.

Im Klinikum Passau hat sich die Zahl der Corona-Patienten weiter erhöht: 50, davon 10 auf intensiv. Eine ältere Frau, mit schweren Vorerkrankungen und positiv getestet, ist verstorben. Sie stammt wohl aus dem Kreis eines Corona-Ausbruchs, der aus den Altenheimen gemeldet worden ist. Sie geht als 126. Corona-Toter in die Seuchenstatistik des Stadtgebiets ein.

Mit 50 Patienten ist die Situation im Klinikum heute genauso angespannt wie vor knapp einem Jahr mit 100 Patienten. Es liegt daran, dass im Gegensatz zu damals, als Leben und Verkehr weitgehend ruhten, Normalbetrieb herrscht. Für alle Verunglückten und anderweitig Erkrankten muss die Versorgung ebenso aufrecht erhalten werden. Es ist nicht auszuschließen, dass künftig neue Corona-Patienten in andere Krankenhäuser verlegt werden müssen. Aber wohin? Österreich kämpft selbst mit der akuten Lage, in Bayern wütet die Seuche so schlimm wie in Sachsen. Es bliebe wohl nur, die Betroffenen in andere Bundesländer zu verlegen; für die Angehörigen eine Belastung, für die Mitwirkenden der Krankentransporte zusätzlich eine Herausforderung.

Wollte man bei einer Impfquote von 65 Prozent mit einer Inzidenz von 1.000 die Nichtgeimpften in einer Stadt der Größe von Passau durchseuchen lassen, würde die Pandemie mit dieser Wucht rechnerisch mindestens fünf Monate andauern - der totale Zusammenbruch des Gesundheitssystems, entsetzliche Dramen und Tragödien für die Angehörigen.

Politik, die unbequeme Entscheidungen meidet, falsche Signale setzt, um gefällig zu sein: Deutschland wird noch vor Weihnachten den 100.000. Corona-Toten begraben? Wir stehen bei knapp 97.000. Heute stehen 236 neue Beerdigungen an.

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