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Brennpunkt | Sonntag, 11. April 21

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Bis zu 20 Köpfe zählte am Sonntag die Warteschlange am Impfzentrum in Passau-Kohlbruck: Impfwillige mit Terminen und Spontane, vereinzelt weit Angereiste, die das Astrazeneca-Angebot der Stadt angenommen haben. (Foto: mediendenk)
Astrazeneca ohne Termin

Passau wird Touristenstadt für Impfwillige

Tritt Passau vom Dunkel der Pandemie als erste deutsche Stadt ans Licht? Möglicherweise auch das. Für Schlagzeilen sorgt es in der Seuchenbekämpfung am Wochenende auf andere Weise: Mit einem Astrazeneca-Angebot ohne Terminvergabe löste es erstmals deutschen Impftourismus aus.

Die Provinzmetropole vereint die Überschaubarkeit eines Dorfes mit der Infrastruktur einer Großstadt. Das könnte sie in der Impfkampagne irgendwann als Sieger hervorgehen lassen. Erster! Impfziel erreicht! Es ist tatsächlich so. Mit rund 20.000 Erstimpfungen nach diesem Wochenende, darunter weit über ein Viertel Zweitimpfungen, hat die 52.800-Einwohner-Stadt am südöstlichsten Zipfel der Republik die Nase vorn. Die Zahl der Impfberechtigten über 16 Jahre liegt bei 47.000. Die Immunität der Bevölkerung wäre bei 32.000 Zweitgeimpften und sogenannten Corona-Genesenen hergestellt.

Kleiner Impftourismus mit Ziel Passau
Dass die Landbevölkerung mit Neid auf die Städter schaut, war an diesem Wochenende sichtbar. Als Passau am Samstag für fünf und am Sonntag für vier Stunden sein Impfzentrum ohne Terminvergabe für spontan Impfwillige öffnete, die mit Astrazeneca kein Problem haben, reisten einige wenige hoffnungsvoll aus dem weiten Umkreis an, sogar aus München, auch unter 60-Jährige. Die Verantwortlichen des Impfteams fragten beim Chef nach, beim Oberbürgermeister, wie man mit diesen Einzelfällen umgehen soll. Seine Entscheidung am Sonntag war unbürokratisch: Die Leute nicht zurückweisen, gebt Ihnen die Dosis!

„Die Pressemitteilung der Stadt war wohl missverstanden worden“, sagt eine Mitwirkende. Denn das Angebot war an die Stadtbewohner der Priorität 3, die in Passau gerade aufgerufen worden ist, gerichtet: 60- bis 70-Jährige, Jüngere mit Vorerkrankungen, Systemrelevante wie Polizei, Feuerwehr und Lebensmittelhandel (und Reporter an der Corona-Front, fügt der Autor selbstbewusst an).

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Letzter Wartebereich vor dem Pieks: Die Impfärzte sitzen in blauen Containern. (Foto: mediendenk)
Zur Wahrheit gehört auch dies: Das Passauer Impfzentrum wäre wohl auf ein paar Hundert Impfdosen Astrazeneca sitzen geblieben. Die Medien hätten mit ihrer Berichterstattung auch dazu beigetragen, dass diese Vakzine „verbrannt“ ist, wie ein Vertreter des Impfteams befand. Beobachter konnten es an diesem Wochenende selbst sehen: Es waren nicht nur die vielen telefonischen Absagen, sondern auch vereinzelt Männer, die mit einem Impftermin wieder aus der Reihe traten, als sie hörten, dass sie für Astrazeneca vorgesehen sind. Es wurde nicht an die große Glocke gehangen, aber Tatsache ist: Ab 17. April wird Astrazeneca aus dem Programm der Impfzentren genommen, die Hausärztinnen und Hausärzte übernehmen. Nach erster Schätzung haben mehr als 200 spontan Impfwillige das Astrazeneca-Angebot genutzt

Ab Morgen: Schnelltestbus am Ludwigsplatz
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"Gemeinsam gegen Corona": Am Premieretag des Schnelltestbusses am Ludwigsplatz herrschte bei nasskaltem Wetter mäßige Nachfrage. (Foto: Maximilian Huber/ mediendenk)
Morgen wird in Passau ein weiteres neues Kapitel der Seuchenbekämpfung aufgeschlagen. Zusätzlich zu den Apotheken und Hausarztpraxen wird es in Passau zwei Schnelltestzentren geben. Am Terminal des Reiseunternehmers Eichberger im Messepark in Kohlbruck ("Globus Group") und in einem Omnibus am Ludwigsplatz, den ebenfalls der vom touristischen Stillstand betroffene Reiseunternehmer bedient. Terminvergabe hier www.schnelltest-pa.de, werktags 9 bis 17 und Samstag 10 bis 14 Uhr. Die Auswertung dauert eine Viertelstunde und das Ergebnis wird aufs Handy übermittelt oder ausgedruckt.

In Passau ist bei einem Inzidenzwert über 100 im Einzelhandel die persönliche Bedienung nach Anmeldung und Terminvergabe möglich, allerdings nur unter Vorlage eines aktuellen negativen Testergebnisses.  

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Er hat sich in die Warteschlange des Astrazeneca-Angebots eingereiht: Erste Dosis für Bürgerblick-Reporter Denk, der zweite Impftermin steht Anfang Juli an.
Schlussbemerkung: Der Autor schreibt diese Zeilen frisch geimpft mit Astrazeneca. Er hat sich heute an der X-Point-Halle eingereiht. Seine Reportage finden sie an anderer Stelle. Taktisch auf Biontech warten oder schneller zur Impfung mit Astrazeneca? Die rationale Entscheidung fiel mit dem guten Gewissen: „Jetzt habe ich bestimmt keinem Übervorsichtigen eine Dosis Biontech weggenomnen.“

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17:58
Sonntag
16. Mai 2021
 
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KULTUR AM BILDSCHIRM
16.05. | Sonntag
OPERNHAUS
Die unsichtbare Hand
 
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Schauspiel des New Yorker Autoren Ayad Akhtar in der Mediathek. Banker Nick wird zur Geisel einer islamistischen Splittergruppe und will sich seine 10 Millionen Euro Lösegeld selbst an der Börse verdienen. Bald gerät er in die Fesseln der allumfassendes Macht des Marktes. Regie: Heinz Oliver Karbus. 


12:00 Uhr | Eintritt frei
OPERNHAUS
Urfaust
 
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Johann Wolfgang von Goethes Prosastück aus dem Jahr 1775. Eine Tragödie nach der Volkssage um Doktor Faustus. In den Hauptrollen: Ursula Erb als Mephisto sowie Julian Ricker als Faust. Regie: Peter Oberdorf.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Madama Butterfly
 
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Giacomo Puccinins weltberühmte Oper weltberühmte Oper erzählt die tragische Liebesgeschichte der Geisha Cio-Cio-San (Yitian Luan), die vom in Japan stationierten Offizier Pinkerton (Jeffrey Nardone) mit einem Kind sitzengelassen wird. Eine Geschichte nach wahren Begebenheiten.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Fledermaus
 
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Verwechslungskomödie von Johann Strauß (1825–1899) um den leichtlebigen Gabriel von Eisenstein (Peter Tilch) und seine untreue Frau Rosalinde (Henrike Henoch). Gilt als Klassiker der Wiener Operettenära und zeigt eine dekadente Gesellschaft. Intendant Stefan Tilch verlegt das Stück ins Pandemiejahr 2020.


12:00 Uhr | Eintritt frei
OPERNHAUS
Die Zauberflöte
 
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Die wohl bekannteste Oper von Wolfgang Amadeus Mozart aus dem Jahre 1791. Sie erzählt nach einer Geschichte des Straubingers Emanuel Schikaneder vom Prinzen Tamino, der sich in phantastischen Welten beweisen muss. Musikalisch verschmelzen hochdramatische Arien und volksliedhafte Gesänge.


12:00 Uhr | ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Zofen
 
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Die Schwestern und Zofen Claire (Friederike Baldin) und Solange (Ella Schulz) spielen in der Abwesenheit ihrer Arbeitgeberin (Antonia Reidel) "Herrin und Dienerin". Nachdem der versuchte Mord der "gnädigen Frau" daneben geht, vergiftet die eine den Tee der anderen. Ein Schauspiel von Jean Genet (1910-1986). Regie: Markus Bartl.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro

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