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Ratgeber | Sonntag, 19. Januar 14

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Andreas Scheuer an der Uni Passau, an welcher er wegen schlechter Noten nicht promovieren konnte: Im November 2012 stellte er sich den Fragen von Medienstudenten. (Photos: Hubert Denk/ mediendenk)
CSU-Generalsekretär unter Beschuss

Plagiatsvorwürfe: Scheuer weicht immer aus

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" legt bei Andreas Scheuer, dem "Doktor der CSU" nach. Fragen zu den Plagiatsvorwürfen, so belegt ein E-Mailverkehr mit "Bürgerblick", ist Scheuer immer schon ausgewichen.

Ein Bonner Juraprofessor, Ombudsmann für die deutsche Wissenschaft, geht laut dem Frankfurter Blatt davon aus, dass die Prager Karls-Universität die umstrittene tschechische Promotionsarbeit neu überprüfen werde. In Bayern habe der Passauer Politiker nicht promovieren können, weil sein Magisterabschluss mit "befriedigend" nicht ausreichte.

Auffällig ist, dass Scheuer konkrete Nachfragen wegen einer offensichtlichen Plagiatsstelle (Textpassage über Franz Josef Strauß, Uni Münster) bislang unbeantwortet ließ. Im November 2012 stellte er sich im Rahmen eines Journalistikkurses den Fragen von Medienstudenten der Uni Passau. Der freie Journalist und Bürgerblick-Herausgeber Hubert Jakob Denk, Dozent am Lehrstuhl für Medienkommunikation, hatte den damaligen Parlamentarischen Staatssekretär eingeladen. Die beiden sind seit vielen Jahren per Du. Auch die Doktorarbeit wurde thematisiert.

Plagiatsvorwürfe: "... schaue ich mir an"
Der freie Journalist bat um die Freigabe des Interviews für die Druckausgabe und fasste am 3. Dezember 2012 per E-Mail nach:

Denk: "Sehr geehrter Herr Verkehrsstaatssekretär Scheuer, lieber Andi, mit der Bitte um Durchsicht des Interviews, das ich mit meinem Kurs gekürzt und geglättet habe...Ich bitte dich außerdem um eine kurze Stellungnahme bezüglich Deiner Doktorarbeit, da das Thema in den Köpfen mancher Leute offenbar nicht abgeschlossen ist. Es geht um die berühmte Passage über Strauß, die von einem Kommentar der Uni Münster (2002) ohne Fußnote eingefügt worden ist und offenbar drei weitere Fundstellen, die auf einem Wiki der Uni Passau diskutiert werden. Es wäre schön, wenn du Dich dazu erklärst - und dann sollte es gut sein. Auch im Kurs war das Interesse groß."

Scheuer: "Bin heute ein bisschen unter Termindruck. Freigabe schaffe ich aber bis morgen. Die Anfrage wegen Dr.-Arbeit schaue ich mir an. As"  Im Absender steht: "Dr. Andreas Scheuer, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär, Platz der Republik 1, 11011 Berlin".

Die Anfrage wegen der Doktorarbeit hat sich Scheuer angesehen. Die Stellungnahme ist ausgeblieben.

Nachdem Scheuer als CSU-Generalsekretär wegen Verdachts des Titelmissbrauchs - wie seinerzeit 2005, als die Staatsanwaltschaft nach langer Prüfung diesen wegen Geringfügikgkeit einstellte - erneut am Pranger steht, will er künftig auf die Führung des Doktortitels verzichten. Eine zeitlich begrenzte Ausnahmeregelung im Hochschulgesetz, die rückwirkend geschaffen wurde, hat Scheuers Dr.-Titel in Bayern (und Berlin) geschützt. Für solche Auslandsabschlüsse nach 2007 gilt diese Sonderregelung nicht mehr. 

Hier die Fragen der Medienstudenten und Scheuers Antworten das Studium und die "Promotion" betreffend vom November 2012:

Kursteilnehmer: Warum haben Sie ihr Lehramtsstudium nicht abgeschlossen?

Scheuer: Nach dem ersten Staatsexamen habe ich eine gewisse Zeit gehabt und war Referent bei Edmund Stoiber. Da habe ich gemerkt, dass ich Werbung und Kampagnen spannender finde als den Lehrerberuf

Kursteilnehmer: Warum haben Sie ihren Doktor in Politikwissenschaften in Prag gemacht und nicht an Ihrem ursprünglichen Studienort Passau?

Scheuer: Ich war schon damals Mitglied der Deutsch-Tschechischen-Slowakischen Gesellschaft und habe einen angesehenen Professor am Politiklehrstuhl in Prag kennengelernt. Er hat sich beklagt, dass eine Vielzahl von tschechischen Absolventen nach Bayern geht, aber umgekehrt kein Bayer an die Karlsuniversität nach Prag geht, welche die älteste deutschsprachige Universität ist. Da hab ich gesagt: „Gut, Herr Professor, dann machen wir das. Dann geh ich nach Prag.“ Ich stellte 2001 schnell fest, dass es dort kurze Wege und wenig Bürokratie gibt.

Kursteilnehmer: Es gab anfangs Probleme mit der Führung Ihres Doktortitels…

Scheuer: Das war ein gefundenes Fressen für manche Medien. Wenn man an einem Montagmorgen die Zeitung aufschlägt und eine ganze Seite gestaltet mit seinem Namen findet… aber mittlerweile ist das Thema durchdiskutiert, die juristische Seite absolut klar gelegt und von daher abgeschlossen. 

Das gesamte Interview in Kürze hier online.

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