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Meinung | Mittwoch, 07. Oktober 20

Editorial

Multi-Kulti-Linker und rechter Bastard

Liebe Lesende, diesen Sommer habe ich mich das erste Mal so richtig in der Mitte der Gesellschaft gefühlt. Ich wurde beschimpft und beleidigt. Von Rechts und von Links.

Wie es kam? Als Journalist bin ich oft im Netz unterwegs, wie so viele Kolleginnen und Kollegen auf Twitter. Ich hatte einen guten Tag und mich eingemischt, als ein unflätiger Zeitgenosse eine Politikerin beleidigte. Den Wortlaut weiß ich nicht mehr so genau, man muss hier im Gedruckten nicht alles wiedergeben. Jedenfalls habe ich mich vor die Gekränkte gestellt und im Namen des Flegels entschuldigt. Ein linker Sturm brach aus, denn die von mir in Schutz Genommene war keine Unbekannte: Alice Weidel, die Oppositionsführerin der AfD im Bundestag. Es half nichts, dass ich angemerkt hatte: „Kein AfD-Anhänger.“ „Schmeckt der Stiefel, Du Bastard!“, formierte sich der linke Block. So eine Frau habe keine „normalen Rechte“.

Weidel hatte wieder mal mit falschen Zahlen Flüchtlingshetze betrieben. Mit einer Rechenhilfe zeigte ich die richtigen Relationen auf. Fakten statt Schmutzkübel. Die Beschimpfungen aus der hintersten linken Ecke währten, wie ich später entdeckte, mehrere Tage. Es traf mich nicht, im Gegenteil, es beruhigt mich. Denn ich hatte in den Wochen zuvor genug Punkte auf der anderen Seite gesammelt: Multi- Kulti-Linker, linksversiffte System-Presse. Es hielt sich wieder die Waage.

„Die Menschenwürde gilt für alle: für Linksaußen, für Rechtsaußen, für die mittendrin und die von außen Kommenden“, war mein Schlusssatz. Und um die Weidel-Verachter zu beruhigen, fügte ich an, dass die Menschenwürde in einem Rechtsstaat selbst für einen verurteilten Mörder gilt. Das Netz blieb stumm. Gute Zeit!

Ihr Hubert Jakob Denk

Erschienen im Septembermagazin 2019, Nr. 128.

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Donnerstag
22. Oktober 2020
 
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KULTURKALENDER
22.10. | Donnerstag
PRODUZENTENGALERIE
Ernst Zahnweh - Stahl, Keramik, Malerei
 

Bilder, Objekte und Installationen des Münchner Autodidakts Ernst Zahnweh, der seit mehr als 35 Jahren künstlerisch tätig ist. Ausstellung bis zum 25.10 immer donnerstags bis sonntags von 15-17 Uhr. 


15:00 Uhr | Eintritt frei
SCHARFRICHTERHAUS
Sulaiman Masomi: Morgen-Land
 
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Den Zuschauer erwarten kluge Beobachtungen und witzige, teils tiefgründe Alltagsgeschichten des Krefelder Rappers und Poetry-Slammers. Gewinner des Scharfrichterbeils 2018.


20:00 Uhr | 25,20 Euro
CINEPLEX
Der jenseitige Abgrund
 

Die österreichische Dokumentarfilmerin Sabine Fuchs geht gemeinsam mit einer Gruppe von Aktivisten und Aktvisitinnen den Globalisierungsprotesten nach den Anschlägen des 11. Septembers auf den Grund. Im Zentrum steht die Frage, wie es zum gewaltsamen Ende dieser Proteste kam.


20:00 Uhr | ab 6,80 Euro

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