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Meinung | Mittwoch, 18. August 21

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Freuen sich, dass bei Baerbocks Wahlkampftour Passau als Station ausgewählt worden ist: Stefanie Auer und Matthias Weigl. (PR-Foto: Grüne Passau)
Bundestagswahlkampf

Passauer Kanzlerkandidaten-Solo für Baerbock

Kanzlerkandidatin Baerbock kommt heute Mittag nach Passau. Wird sie es so schwer haben, wie zuletzt in in Duisburg?

Annalena Baerbock tritt an diesem kühlen wolkenverhangenen Mittwoch auf dem Kleinen Exerzierplatz auf, wo zuletzt im September 2017 Kanzlerin Merkel beim Bundestagswahlkampf sprach. Es sei der einzige Auftritt von Baerbock in Niederbayern, verkünden nicht ohne Stolz die lokalen Vertreter der Grünen, Stadtratsfraktionsvorsitzende Stefanie Auer und ihr Stadtratskollege Matthias Weigl. Und: Sie ist die einzige der drei Kanzlerkandidaten, der seinen Fuß im Bundestagswahlkampf nach Passau setzt.

„Wirtschaft und Klima ohne Krise.“, steht auf Baerbocks Wahlkampfplakat. Doch ohne Krise läuft derzeit wenig. Baerbock ergeht es im Wahlkampf wie dem Impfstoff Astrazeneca in der dritten Welle: Die Marke scheint verbrannt, das Image angeschlagen. Zu Unrecht, wie die vielen Astrazeneca-Geimpfte zeigen. Aber wer wollte das dann noch hören?

Wahlkämpfer gegen die Klimakrise und Politikerinnen mit Corona-Schutzmaßnahmen treffen auf ähnliche Widerstände. Es formiert sich da wie dort eine laute Minderheit, die ein Störfeuer entfacht, die sich Wahrheiten gegenüber taub stellt. Baerbock hat es zuletzt in Duisburg erlebt, ihr Kollege Habeck in Bremerhaven. Lautstarker Widerstand einiger weniger, die Reden wurden immer wieder gestört. Habeck fand klare Worte, Baerbock verließ das Gelände in einem gepanzerten Wagen des BKA, der Wahlkampfbus startete ohne sie. Reine Sicherheitsmaßnahme, wie ein Kollege vom "Tagesspiegel" berichtet.

„Wollen wir eine Gesellschaft sein, die sich nur mit Tröten, Hörnern und Trillerpfeifen versucht zu verständigen?“, hatte sich Habeck an die Störer gewandt. Dann, so sagte er, dürfe man sich nicht wundern, dass keiner zu Wort kommt, Missverständnisse entstehen und es nicht gelingt, Gemeinsamkeiten für die großen Aufgaben der Zeit herzustellen.

Kanzlerkandidat Olaf Scholz hatte zuletzt sympathische Auftritte beim Politischen Aschermittwoch in Vilshofen absolviert. Er befindet sich derzeit auf der Überholspur im Rennen des Kandidatentrios. Auf seiner Wahlkampftour ist Niederbayern nicht vermerkt. Am 18. September tritt er in Regensburg auf, zwei Tage nach Robert Habeck. Für Laschet muss in Bayern Söder einspringen. Politische Beobachter merken positiv an, dass Söder und Harbeck, die Mitstreiter am Rande des Spielfelds um die Kanzlerschaft, das beste Profil zeigten. Sich an der eigenen Partei zu reiben, sei nicht verkehrt.

Baerbock tritt in Passau auf gutes Pflaster. Die rot regierte Dreiflüssestadt ist im Kern so grün wie die Metropole München.

hud

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